Nur noch eine einzige Busfahrt durch die Nacht trennte mich von dem Ort, an dem vor knapp 10 Monaten alles begonnen hatte - Brisbane. Am Dienstag Abend sollte mein Flieger gehen, somit blieben mir noch 4 Tage Zeit um langsam Abschied zu nehmen von diesem Land, das ich bestimmt nicht zum letzten Mal besucht habe.
Ein bisschen wehmütig bin ich mittlerweile schon, man freut sich zwar auf Zuhause, aber die Zeit hier ist einfach viel zu schnell vergangen. Es kommt mir vor wie gestern, als ich in Brisbane am Flughafen in den endlosen Warteschlangen stand und auf meine Einreise gewartet habe und die Lebensmittelröntgenmaschine die eingepackten Brausetabletten im Inneren meines Rucksacks diagnostiziert hat. Und die ersten Nächte im Hostel, die so furchtbar kalt waren obwohl wir tagsüber um die 30 Grad hatten. Die komischen Ampeln mit ihren quietschenden Geräuschen als hinweisendes Signal, dass man endlich die quadratisch angelegten Straßen überqueren darf. Der Ausflug zum Mt. Coot - Tha, wo ich mir eingebildet habe meinen ersten australischen Busch zu sehen... heute würde ich es eher als ein kleines stadtnahes Stückchen Wald beschreiben.
Aber das waren ja alles nur die ersten Eindrücke. Was letztlich vom Jahr überbleibt ist ja auch noch etwas ganz anderes. All das was ich gesehen und gemacht habe, all die Leute die man kennen gelernt und mit denen man teilweise lange Wochen gereist ist oder zusammen gearbeitet hat, die ganze Natur, unzählige Nationalparks, Traumstrände die man ganz für sich alleine hat, Berge, endlose Ebenen ohne Bäume, tägliche Bilderbuchsonnenuntergänge, tägliche Bilderbuchsonnenaufgänge, neugierige Kängurus, nervige Insekten und Moskitos, kleine Kuhkäffer in denen auch in 200 Jahren noch nicht mehr los sein wird im Kontrast zu den tollen Großstädten an den Küsten, gigantische Wasserfälle, 8 Liter konsumiertes Wasser innerhalb von 6 Stunden bei der Kürbisernte, genervte Riesenspinnen in den Weinreben - deren Netz zum hundertsten Mal vom Trecker kaputt gemacht wurde und wie sie es zum 101sten Mal tapfer wieder neu aufbauen, tagtägliche Kämpfe um das beste Kochequipment in den Hostels, das ständige Gefühl dass man etwas vergessen hat beim letzten Mal Sachen packen, die krampfhafte Suche nach der nächsten Touristeninformation, das gute Gefühl nach 3 Tagen Outback wieder duschen zu dürfen, Baden in genial hohen Wellen die einen rumwirbeln und daran erinnern wie klein und unbedeutsam man ist, Donut - Kampf - Käufe abends um 19:40 Uhr im Coles um die Ecke, Tauchen mit Haien, stundenlange Wanderungen bei über 40 Grad, Schwimmen in mit eiskaltem Wasser gefüllten Schluchten, extreme Freude über einen Internetzugang mit einer gefühlten Bandbreite von <56kbit, die tagtägliche Sonnencreme morgens mittags und manchmal auch noch abends, australischer Billigwein in Pappkartons und das Unvermögen diesen in Supermärkten zu kaufen, der glückliche Gedanke an die hohe Qualität deutschen Leitungswassers beim Konsum von australischem Flaschenwasser aus dem Supermarkt, der Gedanke daran ob der Roadtrain mit über 20 Achsen wohl an der nächsten Ampel halten wird oder nicht, das Bewusstsein darüber dass Laptopfestplatten keine holprigen Pisten mögen, plötzlich streikende Autos im Nirgendwo, die Tatsache in der prallen Sonne zu stehen aber trotzdem keinen sichtbaren Schatten zu werfen, laut Musik hören auf einer Straße ohne Ende, sich eine Sanddüne runterzukugeln die so groß ist wie eine deutsche Kleinstadt, den Sand der Düne noch 3 Tage später mit sich rumtragen, einfach irgendwo sitzen und glücklich sein, auf einer Decke zu liegen und über einem die Sterne zu betrachten die so klar sind wie nie zuvor.
Diese Liste könnte ich bestimmt noch lange fortsetzen, vieles steht auf dieser Seite wenn man sich die Zeit nimmt - manches aber auch nicht. Ich musste Dinge aufgeben, um hier gewesen sein zu dürfen. Nicht immer ist alles glatt gelaufen, es gab geniale Wochen und manchmal aber auch Tage an denen alles doof war. Bereuen tue ich jedoch nichts. Wenn ich nochmal entscheiden müsste: Ich würde es wieder so machen. Genau so.
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Nach über einer Woche Aufenthalt im doch sehr schönen Sydney habe ich mich heute Morgen gewagt, die letzte Etappe auf meinem Weg zur ersten und auch gleichzeitig letzten Station auf meiner Rundreise um diesen Kontinent anzutreten: Brisbane. Da ich doch nicht mehr so viel Zeit habe bis zu meinem Rückflug am 08. Juli, muss ich mich langsam beeilen und werde dem Abschnitt Sydney - Brisbane nicht wirklich viel Aufmerksamkeit widmen können. Ich glaube 95% aller anderen Backpacker in diesem Land machen es genau anders herum. Und 95% aller anderen Backpacker würden sich auch niemals an den Ort wagen an den ich mich mit meinem Greyhound Ticket heute befördern hab lassen: Forster. Dieses kleine beschauliche Örtchen irgendwo auf fast halbem Wege von Sydney nach Brisbane direkt an der Küste ist meines Erachtens ein Versammlungsort australischer Pensionäre. Nicht wirklich ein Kaff, aber auch kein Ort jugendlichen Frohsinns. Vielmehr findet man hier einen Haufen kleinerer Hotels und Ferienhäuser, aber außer Campingplätzen keine Nächtigungsmöglichkeiten für budgetkritische Reisen. Sprich: Keine Backpackerhostels. Und einen Fahrradverleih gibt es auch nicht. Am besten bringt man ein Auto mit. In meiner großen Not dann doch ein Bett zu finden, um die letzten Tage in Australien noch einmal richtig auszuspannen, habe ich mich dann an die örtliche Touristeninformation gehalten, die mir eine Bleibe in dem Haus eines Tauchunternehmens empfohlen. Dort hab ich angerufen und für 30 Dollar in einem kleinen Holzhaus mit einer Menge Betten schlafen dürfen. Ganz alleine! Man merkt doch, dass momentan nicht gerade Hochsaison ist. Eigentlich hatte ich mir erhofft hier noch einmal tauchen gehen zu können, allerdings war auch dafür zu wenig los - alle Tauchgänge die stattfinden sollten wurden aufgrund von Teilnehmermangel abgesagt. Nun gut, also war die übliche Erkundung der näheren Natur und Umgebung zu Fuß angesagt. Das ist man ja mittlerweile gewohnt... mal schauen wie viele Tage ich hier bleiben werde.
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Als kleinen Naturtrip für zwischendurch und um der großen Stadt für einen Tag zu entfliehen bin ich heute in die Central Station gelaufen und habe mir dort für den gnadenlos günstigen Preis von 16,90 Dollar ein Ticket für eine Hin- und Rückfahrt in den Blue Mountains National Park gekauft (Katoomba). Wohlgemerkt ist dies eine zweistündige Bahnfahrt über 100 Kilometer nach Westen aus der Stadt raus – man vergleiche einfach mal mit Bahnpreisen in Deutschland!
In Sydney wird man an jedem Ort an dem sich potentiell Touristen über Sehenswürdigkeiten informieren wollen mit Broschüren über Blue Mountains Touren tot geworfen. Es gibt eine so absolut unüberschaubare Auswahl an Touren, dass man gar nicht weiß was man buchen soll. Ich würde jetzt auch nicht mehr empfehlen überhaupt irgendetwas zu buchen, denn wenn man nur einen Tag für die Blue Mountains plant und man sich mit den Standardattraktionen abfinden kann, möchte ich jedem die Fahrt mit der Bahn ans Herz legen. Praktisch, flexibel und vor allem absolut günstig.
Und so begab es sich, dass ich in Katoomba (das ist der Ausgangspunkt den man mit der Bahn anfahren sollte wenn man die Three Sisters sehen will) irgendwann am frühen Vormittag aus der Bahn ausgestiegen bin und mich durch die kleine gemütliche Innenstadt in Richtung Süden vorgekämpft habe. Um sich zu orientieren geht man am besten in eine der Touristenfilialen und holt sich da einen Schwung Informationsmaterial über die Blue Mountains – irgendwo wird sicher eine Karte der Umgebung dabei sein und das erleichtert die Navigation dann etwas. Brauch man aber auch nicht notwendigerweise – wenn man weiß wo Süden ist kann man den absolut atemberaubenden Ausblick auf einen Teil der Blue Mountains gar nicht verpassen. Irgendwann endet Katoomba nämlich urplötzlich in grünen Wäldern und kurz dahinter ist dann auch gleich der Abgrund und man blickt auf die endlosen Weiten von Jamison und Cedar Valley. Es gibt hier eine Menge Wanderwege die sehr gut beschildert sind, wenn man davon erst einmal einen erreicht hat sollte es eigentlich kein Problem sein sich zurecht zu finden. Ich selbst bin über die Furber Steps hinunter ins Tal gestiegen und dann über den Wanderweg der am unteren Felshang unter den Three Sisters entlang führt in Richtung Giant Stairway gewandert und hier dann aus dem Tal wieder herauf geklettert. Man kommt dann direkt bei den Three Sisters heraus und kann während man diese recht berühmte Sehenswürdigkeit bewundert von dem Treppenaufstieg verschnaufen. Warm war mir davon jedoch nicht wirklich – am heutigen Tage war es absolut kalt und derartig windig, dass mir ganz anders wurde wenn ich nah an Geländer und Abgrenzungszäune von abgrundnahen Wegen und Plattformen gegangen bin. Man fällt da doch ganz schön lange bis man aufhört zu schreien…
Von den Three Sisters aus bin ich dann noch ein bisschen den Cliffwalk nach Nordosten gelaufen und dann irgendwann über eine Nebenstraße von Katoomba in Richtung Bahnhof zurück. Sicherlich war das für einen Tag nur ein kleiner Teil, den ich von den Ausmaßen des Blue Mountain Nationalparks gesehen habe – mit seinen 16,90 Dollar Kosten war dieser Ausflug es aber auf jeden Fall wert!
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Untergekommen in meiner 5 – Sterne Jugendherberge (das musste gesagt werden, Sydney – Central YHA ist wirklich die am besten ausgestattete Jugendherberge die ich je gesehen habe, absolut modern, sauber, toll! Mit Kino und allem drum und dran. Und ach ja – 500 Betten! Hat aber auch seinen Preis…) konnte ich von diesem Basispunkt direkt neben dem Hauptbahnhof alles prima zu Fuß erkunden – auch wenn die Innenstadt doch ganz schön groß ist und ein Rundgang durch mehrere Viertel der Stadt schnell zu einer tageslangen Wanderung ausarten kann. Es gibt ein günstiges Tagesticket für die zentralen Stationen des öffentlichen Transportsystems, damit kommt man doch noch recht schnell zu fast allem was sehenswert ist im Kern der Stadt.
Bei meinem Programmentwurf habe ich mich aber schon auf die zentralen Dinge konzentriert die mir schon im Voraus suggeriert wurden: Harbour Bridge (absolut gewaltig, ungefähr 4x so groß wie ich sie mir vorgestellt habe und ich bin immer noch verwundert, dass das Ding nicht zusammen bricht), Hafen generell, Oper, botanischer Garten, Sydney Tower (am besten kurz vor Sonnenuntergang hoch fahren – da gibt’s dann einen schönen Ausblick auf die Blue Mountains und einer Sonne, die langsam hinter diesen verschwindet), Sydney Aquarium, Luna Park, Tumbalong Park, Hyde Park, Circular Quay und ein Spaziergang von Bondi Beach bis Coogee Bay (so wie er auch im Lonely Planet steht, bei schönem Wetter sehr empfehlenswert!). Mit diesen ganzen Dingen ist man schon mindestens einige Tage beschäftigt wenn man es einigermaßen gelassen angehen möchte. Und wie immer bin ich natürlich zwischen all diesen Dingen permanent und absolut verplant herumgeirrt. Wie immer zu Fuß. Und wie immer sieht man da die interessantesten Dinge, die in keinem Reiseführer stehen! Das kostet viel Zeit, ist es aber wert! Und dazu gleich mal noch mehr Bilder!
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Ui! Sydney!
Soviel einmal generell zu dieser Stadt. Viele Leute, die ich in Australien getroffen habe und die verwundert geguckt haben, dass ich fast überall war – nur noch nicht in den großen Städten, meinten zu mir, dass Melbourne ja viel toller wäre und Sydney groß, aber sehr dreckig. Das finde ich irgendwie gar nicht. Die Architektur Melbournes mag etwas moderner sein, das liegt aber wohl auch eher daran, dass Melbourne momentan wächst und wächst – Sydney anscheinend aber längst nicht so stark wie seine Konkurrenzstadt. Und ich glaube wenn man eine Umfrage bei den australischen Bürgern machen würde in welche Stadt sie eher ziehen würden – täte auch wirklich Melbourne siegen. Mir egal. Ich mag beide Städte.
Sydney also. Hat bei mir sowieso schon einen Bonus, da es hier einfach viele Dinge gibt, die klassisch für Australien sind. Das ist ähnlich wie mit dem Uluru. Tausend Mal gesehen auf irgendwelchen Bildchen, dann steht man plötzlich davor und „oho“ – das gibt’s ja wirklich! Da staunt man dann schon und freut sich dass man da ist. Das steigert das Erlebnis natürlich und gibt einer Stadt wie Sydney eine Art „Vorsprung“. Soll mir aber egal sein, eine subjektive Meinung ist eh alles was ich hier schreibe und somit kann ich beruhigt sagen: Sydney ist mindestens genau so schön wie Melbourne! Und dazu gleich erstmal ein paar Bilder!
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Einen kleinen Zwischenstopp in Canberra haben wir noch eingelegt, der Hauptstadt Australiens. Irgendwann vor langer Zeit als Planstadt mitten in den australischen Busch geklatscht (weil sich Sydney und Melbourne nicht einigen konnten wer denn nun Hauptstadt werden darf) ist dieses kleine Städtchen eine fragwürdige Attraktion. Mir selbst hat der Nachmittag den ich dort war mit der Besichtigung des Regierungsgebäudes absolut gereicht. Sicherlich mag ich der kleinen Stadt unrecht tun, wenn ich sie hier nur ganz kurz anschneide und sage sie hat nichts zu bieten – dafür habe ich sie nicht ausreichend inspiziert. Es tut ihr aber bestimmt nicht weh, wenn ich behaupte, dass 2 Tage wohl absolut ausreichend sein würden, um das Wichtigste zu sehen. Das war auch der Besichtigungszeitrahmen, der mir von einigen Freunden als Obergrenze empfohlen wurde und so auch ursprünglich geplant war (wenn ich hier denn noch in flexibler Weise mit dem Auto angereist wäre…). Nun musste ich mich sowieso an den Plan der Tour halten und die Organisatoren dieser Tour werden vom Tourismuszentrum Canberras ganz bestimmt nicht geschmiert, soviel ist sicher. So schnell weg wie möglich war da eher die Devise.
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Die Zeit wird langsam knapp, der Juni ist fast vorüber und ich bin immer noch in Melbourne. Wie also weiter kommen? Für die vorletzte Etappe musste ich mich noch ein letztes Mal auf eine Tour begeben – irgendwie wollte ich ja noch nach Sydney kommen und auf dem Weg waren noch ein paar Dinge die ich unbedingt sehen wollte. Dazu gehörten auf der einen Seite der Wilsons Promontory National Park – der südlichste Punkt des australischen Festlandes - als auch das „Hochgebirge“ des Kontinents – die Snowy Mountains. Sicherlich wären noch ein Dutzend andere Dinge sehenswert gewesen, aber ohne Auto sind sogar schon diese zwei Wunschorte problematisch zu erreichen. Es gibt zwar ein einigermaßen vernünftig nutzbares Bus- und Bahnsystem zwischen Melbourne und Sydney – aber diese Busse und Züge fahren natürlich nicht in Nationalparks oder auf hohe Berge. Das alte Problem also und die Bequemlichkeiten der letzten zwei Touren haben mich ein weiteres Mal zu einer solchen überzeugt.
Und was kann man sagen? Nun ja, diese Tour war auch wieder ganz okay, aber im Vergleich zu den beiden Vorangegangenen nicht ganz so gut. Irgendwie war ich ein bisschen enttäuscht, weil doch viele Dinge des Programmplans nur in sehr kurzer Zeit abgetan wurden. So wäre ich z.B. gerne viel länger im Wilsons Promontory NP gewesen – aber das Wetter hat mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war kalt und windig, also hat die Tourleitung entschieden kurzen Prozess zu machen und nach knapp einer Stunde gleich weiter zu fahren. Ich wäre gerne dort wandern gegangen, so schlimm war das Wetter nun auch nicht, beim Anblick meiner Mitreisenden aber wurde mir schnell bewusst, dass ich wohl so ziemlich die einzige Person im ganzen Bus gewesen wäre, die auf Wandern Lust gehabt hätte – egal bei welchem Wetter. Es war wieder einmal eine nette Gruppe - aber manchmal habe ich das Gefühl, dass in diesen Bussen viele junge Leute nur deshalb sitzen, weil sie sich nicht eingestehen wollen, dass sie eigentlich gar kein Interesse an der Natur oder Landschaft Australiens haben. Und wahrscheinlich würden sie am liebsten fliegen und nur die großen Städte sehen. Aber wenn dann jemand zu Hause fragt, was man denn in Australien Tolles gesehen hat und die einzige Antwort die man geben kann ein Bericht über das einhundertste Trinkgelage im Partyhostel um die Ecke ist, könnte der Eindruck entstehen, man sei nur zum Besäufnis um die halbe Welt geflogen. Aber jedem so wie er mag. Deswegen möchte ich die Schuld eigentlich auch weniger den Tourenleitern geben, diese sind meistens naturbegeistert bis zum bitteren Ende, aber wenn das Publikum nicht mitspielt, kann man wohl nicht viel machen.
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Nach meiner Rückkehr von Tasmanien blieben mir noch 3 volle Tage für eine weitere Erkundung Melbournes. Was wollte also noch gemacht werden? Nun, sehen wollte ich auf jeden Fall noch das Melbourne Aquarium. Außerdem wollte ich einen kleinen Abstecher in den Südosten einplanen, denn dort hatte ich bisher noch fast gar nichts angeschaut. Zu sehen sind dort der botanische Garten, der Shrine of Remembrance (ein Kriegsdenkmal für die gefallenen Australier des ersten Weltkrieges) und natürlich das Gouvernment House, obwohl sich dieses irgendwie doch sehr stark hinter einem großen Zaun versteckte.
Übrigens kann man in Melbourne auch ohne den Kauf eines Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel prima in der Stadt hin und herfahren. Entweder man nimmt die gratis Straßenbahn, mit der man im Prinzip den ganzen Tag um das gesamte CBD in beiden Richtungen herumfahren kann. Oder noch besser: Man steigt in den kostenlosen Touristenbus ein, der tagsüber im 20 Minuten – Takt eine für Besucher interessante Route abfährt, durch den botanischen Garten und hoch bis zum Melbourne Museum. Sehr praktisch und wie gesagt: Absolut gratis. Lässt sich prima als Hop on Hop off nutzen!
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Nach dem freien Sonntag, den ich mir gestern gegönnt habe, wollte ich vor meiner morgigen Abreise heute doch noch mal etwas sehen. Ich hatte mich schon von vornherein darauf festgelegt, auf jeden Fall einmal auf Mt. Wellington zu klettern – einen netten 1271 Meter Berg in greifbarer Nähe Hobarts. Man kann auf den Berg auch mit dem Auto fahren oder eine Tour da hoch machen, aber mein Tourenbedürfnis ist gerade ausreichend gesättigt und somit gönnte ich mir ein absolut günstiges kleines Busticket zur Fern Tree Taverne, dem günstigsten Punkt um mit einem der vielen auf den Gipfel führenden Wanderwege zu starten. Der Bus braucht knappe 20 Minuten aus der Innenstadt zu diesem Punkt und ich würde dringend anraten diesen zu nutzen, viel Natur gibt es vorher eh nicht zu sehen und Hobarts Straßen sind nun auch nicht von so unbedingt spannender Natur, als dass man dieses Stückchen auf keinen Fall verpassen dürfte. Von Fern Tree hat man eigentlich viele Möglichkeiten weiter empor zu klettern, ich entschied mich für den Pipeline Track über Silver Falls, den Middle Track, Radfords Track bis zu den Springs. Ein kleiner Zwischenstopp auf Picknick – Bänken kann hier eingelegt werden, wirklich viel hat man allerdings noch nicht hinter sich – also am besten gleich weiter laufen. Von hier fängt der Weg an spannend zu werden, gelegentlich kann man auf der rechten Seite schon einen kleinen Vorgeschmack aufs unter einem liegende Hobart erhaschen, das motiviert beim Aufstieg. Über den Pinnacle Track und den Zig Zag Track geht es dann immer höher dem Gipfel entgegen, bis man den Summit mit seiner hässlichen weißen Betonantenne schließlich erreicht. Nun kann man nur noch hoffen, dass man nicht einen dieser Tage erwischt hat, wo der ganze Berg von einer Wolke umhangen ist – dann hat man nämlich nicht wirklich viel vom atemberaubenden 360 Grad Rundumblick mit dem man hier konfrontiert wird. Ein winziges Hobart zwischen all den Wasserstraßen und Hügeln war da nur die halbe Freude. Auf der anderen Seite konnte man tief in die zentraleren Gebirgsregionen hinein schauen und ein kleines Tal gleich nebenan war von einem Haufen Wolkenwatte aufgefüllt, in welchem sich die Sonne spiegelte. Ein wirklich schöner Ausblick. Nach einer Stunde Aufenthalt machte ich mich langsam wieder auf den Rückweg, meine gratis Wanderkarte aus dem Touristeninformationszentrum hatte noch viele andere Wege zu bieten. So wählte ich für den Abstieg den Organ Pipes Rundweg (vorher muss man über den Zig Zack Track zurück zur T – Kreuzung laufen – das einzige Wegstück das man doppelt begeht…), welchen ich am Junction Cabin einfach abgebrochen hab, weil mir der direkte Weg in die Stadt ohne Busrückfahrt (ich hatte wenig Lust einem gerade so verpassten Bus hinterher zu winken und dann eine Stunde auf den nächsten zu warten) plötzlich sinnvoller erschien. Also über den Myrtle Gully Track, die Old Farm Road und die Brauerei immer in Richtung dessen, was ich als Hobart vermutete. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war ich tatsächlich wieder in meinem Hostel. Geschätzte Kilometerzahl etwa 15, ohne Höhenmeter. Eine tolle Wanderung, unbedingt nachmachen – falls man mal in Hobart sein sollte. Aber vorher abschätzen, ob der Berg am Wunschtag die Tendenz zum Wolkensammeln aufweist, wie schon angemerkt: Mit Wolken ist es totaler Unfug auch nur daran zu denken.
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Und da war auch schon wieder der letzte Tag der Tour angebrochen. Touren vergehen irgendwie schnell. Man macht zwar extrem viel, die einzelnen Tage kommen einem extrem lang vor und man hat nach Tag 3 schon Probleme aufzuzählen was man alles gesehen hat, aber trotzdem kommt es einem am Ende vor, als wäre die gesamte Zeit an einem vorbeigerast. Das Gefühl hab ich allerdings mittlerweile bei fast allem (und wahrscheinlich am Ende meiner Australienzeit auch in Bezug auf den ganzen Trip), ich bin immer noch der Meinung, dass nach jedem Lebensjahr das man hinter sich gebracht hat, sich die Welt ein bisschen schneller dreht. Und dann noch schneller! Egal.
Übernachtet haben wir auf den heutigen Tag in Strahan, in super luxuriösen Cosy Cabin Hüttchen. Noch zu erwähnen wäre, dass ich neben dem Tourguide die einzige männliche Person auf unserer Tour war – so hatte ich ein komplettes kleines Häuschen für mich allein, bei Under Down Under wird noch strikt nach Geschlecht getrennt! Der letzte Tag sollte hauptsächlich von der Fahrt durch den Franklin Gordon Wild Rivers Nationalpark dominiert werden. Wie der Name vermuten lässt, kann man hier wilde Flüsse bewundern! Umgeben von nassem grünen Urwald und meterhohen Farnen kämpften wir uns hier durch das Dickicht. Das war nun übertrieben. Beendet wurde die Tour mit einem letzten Abstecher in den Mt. Field NP, übergroße Bäume wachsen hier in die Höhe. Natürlich sind es die größten Bäume in der ganzen südlichen Hemisphäre!!! Das wurde mir allerdings schon mindestens 2 Mal in Australien erzählt, und je öfter mir das zu verklickern versucht wird, je mehr zweifle ich an dem Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen (vor allem weil es nur einen ersten Platz geben kann und Australien definitiv nur in der südlichen Hemisphäre anzutreffen ist), und ob die Bäume in den Regenwäldern Südamerikas nicht noch höher sind. Man möge das für mich recherchieren!
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Ich hab mir besseres Wetter und das Ende des Regens für den nächsten Morgen am Cradle Mountain gewünscht. Nun ja, der Regen hat aufgehört. Dafür haben wir nun Schnee! Darüber, ob man das als besseres Wetter einstufen kann, lässt sich sicherlich diskutieren. Schnee ist nicht sofort nass und es taucht die Landschaft in ein nettes Weiß, also möchte ich dies einfach mal als Besserung akzeptieren. Und so war es auch… (Und das obwohl heute Freitag ist. Und der 13.te des Monats. Aber das hat ja nichts zu sagen!)
Unsere 2 Stunden Wanderung um Lake Dove heute Morgen wurde durch die im 5 Minuten Rhythmus auftretenden Schneestürme in eine tolle Atmosphäre getaucht. Cradle Mountain konnte man trotz der Wolken natürlich immer noch nicht sehen, das ganze Umland jedoch war so sicherlich in einer Weise zu bewundern, in der es nicht jeder der hier hoch fährt zu Gesicht bekommt. Und teilweise hatten wir wirklich bis zu 3 Zentimeter Schnee auf unserem Weg um den See herum, mal lag fast gar nichts, manchmal konnten wir Schneebälle werfen. Mir hat es gefallen. Ich glaube ich muss hier jedoch trotzdem noch einmal her kommen um das Ganze im Sommer zu sehen. Wer weiß, vielleicht laufe ich ja doch noch mal irgendwann den Overland Track. Lust dazu hätte ich schon, ist nur leider nicht gleich um die Ecke.
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Weiter geht’s. Gestern stand ein optionaler Besuch in einem Wildpark an, den ich gern wahrgenommen hab (Natureworld). Dieser Park unterstützt unter anderem die Rettung des vom Aussterben bedrohten tasmanischen Teufels. Der steht eigentlich unter Schutz, allerdings gibt es eine böse Tumorerkrankung – welche die aktuellen Bestände bedroht. Viele der hier gehaltenen Tiere kommen aus Autounfällen und es wird versucht diese in dem Park wieder gesund zu pflegen. Der Park selber war sehr nett gestaltet, sehr große Gehege bzw. ein großes Freiareal. Kann ich empfehlen. Auch der Eintrittspreis ist mehr als fair.
Das weitere Ziel des gestrigen Tages war die Bay of Fires, ein Strand bei dem ich vergessen habe, warum er so heißt. Ich dachte immer es sind die roten von Flechten bewachsenen Felsen die man dort findet, aber ich glaube da unterliege ich einem Irrtum. Es war schön dort, aber wirklich etwas Besonderes konnte ich nicht entdecken. Ich glaube ich bin einfach zu „strandgesättigt“.
Ab heute Morgen hat sich dann leider das Wetter extrem verschlechtert. In strömendem Regen ging es in Richtung Cradle Mountain NP (Weltnaturerbe), wo wir bei unserer Ankunft nicht wirklich etwas machen konnten. Das war insofern sehr schade, da es für mich den Höhepunkt der ganzen Tour verkörperte, nun das ganze jedoch ins Wasser zu fallen drohte. Für einige Minuten konnten wir uns am Lake Dove aufhalten, das Wetter war jedoch für jegliche weitere Erkundung zu Fuß einfach zu schlecht. Cradle Mountain konnte man natürlich auch nicht sehen, alles war in Wolken versunken und das drückte die Stimmung doch schon etwas. Übernachtet haben wir allerdings in einer sehr gemütlichen beheizten Hütte am Nationalparkrand, das hat uns zumindest für die heutige Nacht etwas Wohlbehagen geschenkt.
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Hey, gestern war der 9. Juni. In einem Monat sollte ich schon wieder in Deutschland sein (vorausgesetzt das Flugzeug stürzt nicht ab oder ähnlich schlimme Dinge ereignen sich…). Das wollte gesagt werden! Ansonsten sollte gestern meine sechstägige Tasmanien Tour mit Under Down Under starten. Dafür wurden wir morgens von unserem Tourguide mit einem der üblichen Tourenbusse eingesammelt und es ging es als allererstes auf die Tasmanische Halbinsel, wo unsere Gruppe sich der ehemaligen Strafkolonie Port Arthur stellen durfte – ein Ruinendorf das von 1833 – 1877 als Erziehungsgefängnis genutzt wurde und das heute den Besuchern einen Einblick in die grausamen Methoden von damals bietet. Ein bisschen Ähnlichkeit zum Fremantle Prison (siehe Bericht vom 27.03.2008) hatte es schon, allerdings ist das Fremantle Prison ein geschlossenes Gefängnis mit Dach und hoher Mauer gewesen - Port Arthur hingegen nutzte die natürlichen Gegebenheiten der abgelegenen und schwer zugänglichen Halbinsel als Gefängniszaun aus und die Insassen vom Fremantle Prison waren wohl schon etwas schlimmere Jungs als die in Port Arthur. Gefangen auf der Halbinsel sollten wir hier den Hauptteil unseres heutigen Tages verbringen, danach kurvten wir noch ein bisschen zwischen einigen eher natürlichen Sehenswürdigkeiten hin und her, bis der erste Tag mit der Rückfahrt und einer erneuten Übernachtung in Hobart beendet werden wollte.
Heute Morgen haben wir uns dann in Richtung Ostküste begeben, die Tour ist im Prinzip so aufgebaut, dass man die ersten 3 Tage die Ostküste hoch fährt und dann die zweiten 3 Tage die Westküste runterreist. Man kann die Tour auch nur halb buchen, also nur Westküste oder Ostküste sehen, sehr flexibel. Das Hauptevent des heutigen Tages sollte auf jeden Fall die Wineglass Bay sein, eine Bucht im Freycinet NP, wohl eins der berühmtesten Naturwahrzeichen von Tasmanien und wohl auch eins der meistfotografierten (selten irgendwas über Tasmanien gesehen oder gelesen wo von dem Ding nicht mindestens ein Foto dabei war…). Wenn man den Namen einfach mal grob übersetzt, soll die Bucht wohl so aussehen wie ein Weinglas, weil sie so eine perfekt runde Form besitzt. Dem ist wohl auch so, allerdings muss man für diesen Schluss wahrscheinlich erst ein Foto aus dem Weltall machen, vom Aussichtspunkt (den wir erklettert haben) kam mir die Erkenntnis mit dem Vergleich eines Weinglases erst als ich mich daran erinnert habe wo ich gerade war. War trotzdem sehr nett. Runter zum Strand sind wir auch noch geklettert. Und dann natürlich das ganze wieder zurück.
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5 - 7 Grad! 2 Tshirts, Pulli, Windjacke, lange Hose, dicke Socken. Der Atem kondensiert beim Ausatmen sofort und die Finger sterben fast von alleine ab. Willkommen im sonnigen Australien! …
Gestern mit dem Flieger in Hobart angekommen hab ich mir heute David (aus UK, den ich gestern Abend in meinem Hostelzimmer kennen gelernt hab) geschnappt und bin mit ihm auf eine Erkundungstour durch Tasmaniens Hauptstadt Hobart gezogen. Ein Dorf im Vergleich zu Melbourne (irgendwas bei 200.000 Einwohner), aber Tasmanien ist ja auch Australiens „Natural State“, so steht es auf jeden Fall auf den Nummernschildern, auf denen jeder Staat für seine Besonderheit wirbt. Da darf die Hauptstadt dann auch ausnahmsweise mal kleiner sein. Gemütliche Straßen, ein schöner alter Hafen um die Ecke, für Australien recht ungewöhnlich alte Gebäude die das Stadtbild verschönern würden – wenn denn die Dutzend hässlichen 70er Jahre Hochhäuser nicht wären, die hier und da mitten in den Stadtkern gerammt wurden. Ansonsten aber schon eine Stadt, die nicht wirklich eine typische australische Ausstrahlung besitzt. Das ist nun positiv gemeint. Allein das hügelige und fjordartige Umland der ganzen Stadt und die nicht immer 100%ig geraden Straßen machen schon viel aus. Besonders bemerkenswert fand ich es, dass ich am heutigen Morgen (Sonntag!) doch tatsächlich beim Aufstehen das Glockenläuten der umgebenden Kirchen vernehmen konnte. Wow!
David und ich sind dann einfach mal in Richtung Battery Point gelaufen, am Hafen entlang in Richtung Kriegsdenkmal und über den botanischen Garten und einem Abstecher auf den höchsten Punkt der Tasman Bridge zurück ins Stadtzentrum. Das hat uns dann doch irgendwie fast den ganzen Tag gekostet, aber so ein Wintertag in Tasmanien ist ja auch nicht wirklich lang.
Was mir gerade noch einfällt: In der nächsten Nacht hat um 2 Uhr plötzlich der Feueralarm geläutet, das ganze Hostel wurde evakuiert und wir mussten eine Viertelstunde draußen mit Flip Flops, T-Shirt und kurzer Hose stehen und warten bis die Feuerwehr die Situation kontrolliert hatte. Alles was bisher tagsüber noch nicht abgefroren war, ist es spätestens jetzt. Einige Reisekollegen hatten irgendetwas in ihrem Zimmer abgefackelt und dieser kleinen Feuerparty verdankten wir den nächtlichen Austritt. Hurra!
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Kovu in der Riesenstadt. Okay, es gibt größere Städte, aber Melbourne ist mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern doch schon ein ganz schön großer Klotz. Ein schöner Klotz, wohlgemerkt. Nachdem ich gestern Abend feststellen musste, dass man sogar in der absoluten Nebensaison für das Hostel, das an erster Stelle im Lonely Planet gelistet ist, immer noch eine Reservierung machen sollte, bin ich gefrustet mit meinem Köfferchen weiter gezogen und im Flinders Station abgestiegen. Das war auch okay, ein großer Hochhausbetonklotz dessen Fenster mal wieder geputzt werden könnten, aber dafür war es günstig und so zentral gelegen wie es zentraler nicht sein könnte. In meinem Zimmer hat jemand gewohnt, der sich da seiner Aussage nach schon seit 2 Jahren eingenistet hat – arbeitet jede Woche ein paar Stunden für das Hostel, muss dafür keine Miete zahlen und arbeitet ansonsten jeden Tag von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends noch irgendwo anders. Er sagte zu mir, dass es ihm gefällt in einem Hostel zu wohnen und die Wohnungen in Melbourne seien auch nicht unbedingt die günstigsten. Sachen gibt’s. Das wäre definitiv kein Leben für mich. Aber jedem so wie es ihm beliebt.
Zurück zum Thema Melbourne. Das erste was hier erledigt werden wollte, war die Organisation für Tasmanien. Das war erfreulicherweise recht schnell gemacht - Tour, Flug und Hostel gebucht, fertig. Ich werde vorerst nur 3 Nächte in Melbourne bleiben, am Samstag wird mein Flug nach Hobart gehen und dann werde ich für insgesamt 10 Tage auf Tasmanien verweilen um danach nach Melbourne zurückzufliegen und mir die Stadt noch etwas mehr im Detail anzuschauen. Vielleicht noch weitere 3 Tage, vielleicht auch mehr. Mal schauen.
Auf jeden Fall ging es für mich nun erstmal wieder auf einen meiner typischen Stadterkundungsbummel, Stadtplan in der Tasche und Richtung X angepeilt, egal wohin. Rumlatschen, Fotos machen, Dinge anschauen. Und so weiter… wie immer eigentlich. Mal schauen was Melbourne so kann.
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Gleich morgens fuhren wir von unserem Übernachtungsort Princetown die Great Ocean Road weiter in Richtung Osten, wo wir den Otway Fly Treetop Walk besuchten, im Prinzip wieder eine dieser begehbaren Stahlkonstruktionen, die in einen Regenwald reingebaut wurde – ähnlich dem was Chris und ich uns im Februar schon im Valley of the Giants angeschaut hatten. Ein bisschen grüner und feuchter war es hier, übersäht mit Dutzenden Farnen - dafür waren die Bäume nicht ganz so hoch wie die Riesen in Südwestaustralien. Danach ging es über eine kleine Piste nach Apollo Bay. Ab hier startet der ursprüngliche Teil der Great Ocean Road so wie man sie sich im Bilderbuch vorstellt – eine enge und kurvige Straße, die sich irgendwie an den Konturen der Steilküste orientiert und entlang schlängelt. Das heutige Wetter war nicht wirklich berauschend, es war wolkig und doch ziemlich kalt und windig – hat aber nicht geregnet. Das war irgendwo nett, es hat der ganzen Atmosphäre nicht geschadet, da dadurch auch das Meer nicht besonders still sondern ziemlich aufgewühlt und unruhig war und dies dem gesamten Ambiente einen rauen Touch verliehen hat. Felsen, dunkelgrüner Eukalyptuswald bis zur Küste und eine Straße treffen auf Wind, Wetter und das Meer das unentwegt an allem zehrt.
Gegen frühen Abend machten wir uns über Geelong auf den Weg in Richtung Melbourne, dem Ende meiner dreitägigen Tour und dem Zeitpunkt, an dem ich mich selber fragen musste, ob mir der Umstieg auf eine durchorganisierte Tour gefallen hat. Und ich muss sagen: Es war wirklich sehr nett. Sicherlich ist man nicht so flexibel und unabhängig wie mit dem eigenen Auto. Zudem sind Touren teurer und man sieht mehr Dinge in weniger Zeit, dafür wohl leider auch nicht immer so intensiv. Allerdings ist man auf einer Tour in einer größeren Gruppe von Leuten und nicht immer auf den gleichen kleinen Personenkreis fixiert. Man kann sich einfach mal zurücklehnen und den Tourguide den Bus fahren lassen, aus dem Fenster schauen, Fotos machen oder einfach nur schlafen oder lesen. Das Programm steht eh irgendwo in groben Zügen fest, man muss sich nicht durch Touristeninformationszentren fragen und im idealen Fall kann einen der Guide sowieso noch mehr über Hintergründe von allem aufklären. Man macht auch keine riesigen Wanderungen auf denen man nach halbem Wege enttäuscht feststellen muss, dass man sich überschätzt oder die verbleibende Resttageszeit falsch eingeschätzt hat. Irgendwo kann man alles etwas lockerer angehen, es wird doch schon auf einen aufgepasst und geschaut, dass alles glatt geht. Es ist mehr Perfektion im Ablauf, dafür weniger Unvorhergesehenes und Improvisationsbedürftiges. Oder sagen wir es etwas anders: Es ist mehr Urlaub und Entspannung, dafür allerdings weniger Abenteuer. Nun muss man sich nur noch fragen, was einem wichtiger ist, oder am besten: Wie man von beidem gleich viel bekommt.
Ich für meinen Teil habe mittlerweile beschlossen, dass ich auch auf Tasmanien eine organisierte Tour machen werde. Das soll nicht der neue Standard werden, ist aber eine gute Alternative. Ich könnte auch einen Camper für die gleiche Zeit mieten, wäre kostentechnisch gesehen vergleichbar – dann wäre ich allerdings sehr wahrscheinlich alleine und müsste auf kalten Campingplätzen frieren. Besser nicht. Und wenn ich bedenke, dass das Ende meiner Reise doch langsam immer näher rückt, habe ich sowieso nichts gegen etwas Entspannung am Schluss, Stress wird es zurück in Deutschland sowieso bestimmt wieder irgendwo geben. Gratis!
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Gleich in den Morgenstunden sind wir mit der Gruppe auf eine Erhebung gekraxelt, die sich „the Pinnacle“ nennt – eine Felsspitze über dem Tal von Halls Gap, von welcher aus man das Dörfchen und das gesamte Umland imposant überblicken kann. Dann ging es weiter, raus aus den Grampians, Richtung Süden und über Warrnambool endlich auf die Great Ocean Road –auf welche ich mich schon eine sehr lange Zeit gefreut hatte. Ich liebe Felsküsten und Küstenstraßen. Hier gibt es beides vereint, optimal. Schade, dass ich das mit Karre nicht selbst… lassen wir das. Dieses Mal werde ich gefahren und das Tolle daran ist: Ich kann beim Fahren sogar Fotos machen! Auch die Great Ocean Road hat wie alle anderen Steilküstenstraßen vorher (Nullarbor, Kalbarri NP) die Angewohnheit, den Besucher alle 5 Minuten erneut auf einen Parkplatz mit einer weiteren fotowürdigen Attraktion zu locken: Bay of Islands (Hier haben wir doch tatsächlich einen Southern Right Wal gesehen!!), Bay of Martyrs, London Bridge, Loch Ard Gorge und Twelve Apostles. Es gab für uns zusätzlich die Möglichkeit, einen kleinen Hubschrauberrundflug über die Twelve Apostles zu machen, da hab ich nicht nein gesagt, zumal ich noch nie in einem Hubschrauber gesessen hab und das schon immer mal machen wollte. Warum also nicht hier, kostete 60 Dollar, war kurz aber sehr schön! Ich glaube ich habe selten an einem Tag so viele Fotos gemacht (Uluru nicht mitgezählt…). Mal sehen was nach meiner Selektion davon übrig bleibt und auf dieser Seite landet.
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Zurück zum Thema Bustouren! Ab heute mache ich eine dreitägige Bustour mit Adventure Tours Australia, über die Grampians und die Great Ocean Road geht es bis nach Melbourne. Ich habe mich lange drum gedrückt, aber nachdem mich das Auto- und Fahrradglück verlassen hat, ist dies wohl nun neben dem langweiligen Greyhoundbus die einzige Möglichkeit vorwärts zu kommen. Mal schauen was das wird. Wenn man lange mit ein paar Leuten in einem kleinen Auto unterwegs war, fängt man an von diesen ganzen Touren die durch Australien kurven genervt zu sein, weil deren Reisebusse immer genau dann auf Parkplatz X von Nationalpark Y aufkreuzen, wenn man selbst gerade erst dort angekommen ist. Und das bedeutet dann immer Z Leute plus man selbst an einem wunderschönen Ort, der am besten zu erleben ist, wenn absolut gar niemand da ist. Definitiv mindestens Z Leute zuviel. Das mag nun arrogant klingen, ist aber nicht böse gemeint – soll nur die Tatsache ausdrücken, dass Natur nun mal schöner in unberührter Form ist und die Reisebusse leider eine Neigung zur Omnipräsenz aufweisen. Nun ja. Zeiten ändern sich und der arrogante Auto – Backpacker der alles für sich allein haben will wurde abgestraft und muss nun selbst in einem dieser Busse sitzen!
Los ging es fast mitten in der Nacht, zumindest für meine momentanen Verhältnisse. Über die Adelaide Hills (die motorisiert doch viel angenehmer zu erleben sind…) und viele kleine Örtchen fahren 3 Engländer, 2 Schotten, 2 Franzosen, eine Dänin, der Tourguide und meine Wenigkeit stets nach Osten. Bis zur Grenze nach Victoria und darüber hinaus erreichen wir gegen frühen Nachmittag die Grampians, einen sehr hügeligen Nationalpark. Eine Wanderung auf den so genannten Hollow Mountain und die Bewunderung der leicht plätschernden McKenzie Falls – schon ist der schöne erste Tag wieder vorbei. Um 5:30 Uhr ist stockfinstere Nacht, es ist wirklich Winter hier – falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte... Übernachten tun wir in Halls Gap in einem sehr netten kleinen Ferienhäuschen, das wir als Gruppe für uns ganz allein haben. Bisher gefällts!
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Mit dem heutigen Tag werde ich mich endgültig aus Adelaide verabschieden, die Fahrradtour mitgerechnet war ich nun 3 Mal hier, aber mir gefällt es hier ja auch! Um mich final noch mal an meine wunderbare Fahrradidee zu erinnern, haben wir heute noch eine Mini - Fahrradtour vom Stadtzentrum bis zur Küste gemacht, diesmal mit geliehenen Fahrrädern – denn die gibt es komischerweise in Adelaide umsonst für einen ganzen Tag zu mieten. Und das ganze mit Schloss, Fahrradhelm und Karte! Und die Fahrräder waren wirklich absolut in Ordnung! 100 Mal besser als die Gurken, die wir auf Rottnest Island hatten wofür wir auch noch bezahlen mussten! Ist irgendeine vom City Council finanzierte Aktion, aber unglaublicherweise darf dafür nicht geworben werden – deswegen weiß davon niemand und niemand benutzt die Räder. Wahrscheinlich genau der Grund, warum die Räder in so einem tollen Zustand waren. Nun ja, wenn man also mal nach Adelaide kommt und man Begeisterung für Schmerzen in Bein und Po für Lau aufbringen kann, dann mal nach Adelaide City Bikes erkundigen oder ergoogeln. Das wollte ich noch gesagt haben. Und natürlich noch ein paar letzte Bilder aus dieser Stadt, in der es nun doch schon ganz schön herbstlich aussieht.
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Ich war wohl zu naiv zu glauben, dass ich mit einem Fahrrad von Adelaide bis Melbourne oder sogar noch weiter fahren könnte. Und das in der Zeit die noch übrig war. Und mit dem ganzen Gepäck, das ich mit mir herumschleppe. Nun ja, leider war das ganze Unternehmen zum Scheitern verurteilt, die gewonnene Flexibilität wurde durch die vielen nicht so angenehmen Aspekte dieser Tour zunichte gemacht und nach Tag 2 habe ich mir selbst die philosophische Frage „Was mache ich hier eigentlich??“ gestellt, deren Unvermögen sie zu beantworten das klägliche Ende meiner Tour in Murray Bridge zur Folge hatte.
Das Fahrrad wog mitsamt dem ganzen Gepäck eine halbe Tonne, ich war noch nicht mal mehr in der Lage das gesamte Rad am Sattel zu packen und hochzuheben. Gefahren hat sich das ganze Ding wie ein Motorrad, wenn das Rad kippte, dann kippte Kovu mit und fiel. Über den Sicherheitsaspekt hierbei möchten wir gar nicht erst reden. Jede kleine Bodendelle wurde durch das Gewicht zu einem sehr schmerzhaften Erlebnis in Po und Rücken. Nach Tag 2 konnte ich nicht wirklich mehr richtig laufen, jeder Tritt in die Pedale war ein Horror und am Ende habe ich alle 10 Minuten einen Stopp machen müssen. Die Adelaide Hills am ersten Tag waren eine Herausforderung und ich musste sehr damit kämpfen die 100 Kilometer der ersten Etappe bis Victor Harbor vor der Dunkelheit zu schaffen. Am zweiten Tag wurde es jedoch noch schlimmer. Die Dame von der Rezeption meines Hotels meinte am Vortag auf meine Frage hin ob es weiterhin so gebirgig bleibt: „It’s all flat“! Nun ja, es war tatsächlich flach. Hat aber an der Tatsache von extremem Gegenwind leider nicht viel geändert – ich wäre lieber noch einmal durch die Adelaide Hills gefahren, da gab es nach jedem Hügel immer wieder die entspannende Abfahrt. Die entfällt bei flachem Terrain und permanentem Gegenwind ungünstigerweise.
Soviel zu meinen Ausreden, aber was solls. Ich selbst bin die einzige Person, bei der ich mich für diese idiotische Idee entschuldigen muss… in Kürze heißt es dann wieder: Kovu macht Bustouren!
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Es ist kalt! Sehr kalt! ....
Im Januar irgendwie übersprungen, nun doch noch angeschaut! Flinders Ranges!
Melanie (ihre Wohnung belagere ich gerade während meines Aufenthaltes in Adelaide), Russell (ein Freund von Melanie aus Perth) und ich haben uns gestern zur Mittagszeit dafür entschieden, anstatt einem extrem teuren Zweitagestrip nach Kangaroo Island einfach mal die 400 Kilometer nach Norden in die Flinders Ranges zu fahren und die Natur dort zu genießen. Nach einem netten Übernachtungsstopp in Melrose sind wir heute direkt in den Flinders Ranges Nationalpark gefahren. Ohne 4WD ist man auch hier wieder etwas eingeschränkt was die Möglichkeiten angeht. Zwar kann man die meisten ungeteerten Straßen auch mit einem 2WD befahren, wenn man allerdings ein absolut neues Auto wie Melanie besitzt und einem der Lack des eigenen Autos etwas wert ist, sollte man die meisten Pisten hier doch eher meiden. Mit Karre wäre ich diese Straßen ohne Bedenken gefahren, da war der Lack aber auch mittlerweile egal…
Machte aber überhaupt nichts, denn die Straße zu einer der Hauptattraktionen, Wilpena Pound (eine amphitheaterartig wirkende Erhebung bis auf 1000 Meter) ist komplett asphaltiert. Hier haben wir uns auf den Mt Ohlssen Bagge Walk getraut, eine nette 3 Stunden Wanderung direkt vom Visitor Information Center aus auf den östlichen Rand vom Wilpena Pound, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die gesamte Umgebung hat. Im Information Center gibt es eine sehr gute Karte für Wanderungen in der Umgebung die meines Erachtens auf jeden Fall mitgenommen werden sollte. Es gibt hier eine große Anzahl an Wanderungen die man machen kann, unsere war mit Abstand eine der kürzeren und mit mehr Zeit kann man hier noch viel mehr machen.
Heute Abend werden wir zurück nach Melrose fahren um dann am nächsten Morgen noch Mt. Remarkable zu besteigen, einen 995 Meter Berg gleich nebenan.
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Es ist getan. Nach über 20000 Kilometern und über 4,5 Monaten, die mich Karre um diesen Kontinent gefahren hat, habe ich mich am gestrigen Tage leider von meinem geliebten Auto trennen müssen (Anm.: Die Kilometer in der Überschrift sind ungleich der Gesamtkilometer vom Auto, da ich während meiner Arbeitszeit in Donnybrook jeden Tag zur Arbeit gefahren bin und diese nicht in die Gesamtkilometer der eigentlichen Reise mit eingerechnet habe…). Verscherbelt habe ich es an einen der lokalen Autohändler hier, nicht wirklich viel bekommen habe ich von diesem, aber ich habe leider nicht die Zeit und auch nicht die Nerven hier noch eine Woche damit zu verbringen, das Auto für mehr Geld an irgendwelche armen Backpacker zu verkaufen. Nun darf ich wieder mit meinem riesigen blauen Rucksack durch die Gegend rennen, so wie ich es in den ersten 3,5 Wochen meiner Zeit hier in Australien schon getan habe.
Von gestern auf heute haben Caro, Frank1 und ich noch eine Nacht in einem Backpackerhostel hier in Darwin geschlafen – die nächste Nacht werde ich am Flughafen verbringen, denn ich habe für morgen früh um 3 Uhr einen Flug von Darwin nach Adelaide gebucht. In Adelaide werde ich planmäßig wieder ein paar Wochen bleiben, ich brauche definitiv Urlaub vom Urlaub (so komisch das auch klingen mag… aber die letzte Woche war für mich alles andere als Entspannung…). Wahrscheinlich werde ich beim Aussteigen aus dem Flugzeug einen Kälteschock bekommen, in Adelaide merkt man den australischen Winter etwas stärker – es sind zwischen 15 und 17 Grad momentan und nach 8 Monaten Hochsommer ist das dann doch schon ein ganz schöner Temperatursprung nach unten! Schauen wir mal.
Um die arme Stadt Darwin nun nicht ganz unkommentiert dastehen zu lassen (kann Darwin ja nichts dafür, dass ich meine Reisepläne das Auto angehend hier so drastisch ändern musste und das die Fähigkeit zur Begeisterung für Dinge durchaus eingeschränkt hat) noch ein paar Zeilen zu dieser kleinsten aller Hauptstädte:
Darwin gefällt mir. Wahrscheinlich, weil es alles andere als hektisch ist. Kein Wunder, bei irgendwas um 100.000 Einwohner. Durch das übliche quadratische Stadtzentrum kann man ohne Probleme von einer Seite zur anderen spazieren und alles was man braucht liegt gleich um die Ecke. Also irgendwie praktisch und gemütlich zugleich. Vor allem die vielen grünen Flecken außen rum sind schön. Das einzige was stört ist irgendwie der Flughafen. Der ist einfach zu nah am Stadtzentrum. Schön, wenn man mal zum Flughafen muss und der gleich um die Ecke liegt. Aber nicht schön, wenn rund um die Uhr ständig die Jumbos beim Abheben die Wände wackeln lassen. Ein Nachtflugverbot gibt es hier anscheinend nicht (wäre eigentlich praktisch, dann würde mein Flug auch nicht mitten in der Nacht gehen…).
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Nach einer wunderbaren Nacht in Adelaide River auf dem Showground Campingplatz (5 Dollar pro Person und Nacht – sehr empfehlenswert!) ging es heute Morgen sofort in den Litchfield Nationalpark, die letzte Etappe vor Darwin. Dieser Nationalpark ist ein beliebter Tagesausflug für Touristen aus Darwin kommend, gute Straßen verbinden hier fast jede Attraktion und man ist hier ganz bestimmt an keiner dieser Sehenswürdigkeiten alleine. Es ist eher eine Schnitzeljagd mit den ganzen Touristenbussen die man hier spielt, gewonnen hat der, der die besten Fotos von Attraktionen ohne lästige Menschenmassen machen kann. Gar nicht so einfach…
Wir haben uns auf die riesigen Termitenhügel, die Wangi-, Tolmer und Florence Wasserfälle beschränkt – mehr Zeit konnten wir leider nicht aufbringen. Leider lagen diese Dinge alle auch im Hauptfokus der sonstigen Reisebusse, schön war es trotzdem (vor allem da wir zur perfekten Jahreszeit hier sind! Nach der Regenzeit sind die Wasserfälle logischerweise am schönsten…!) – auch wenn man sich das Wasser im Pool der Florence Falls beim Baden mit ca. 35 anderen Leuten teilen musste.
Am späten Nachmittag sind wir dann die letzten 100 Kilometer nach Norden gefahren und haben in der Abenddämmerung Darwin erreicht – unsere Endstation auf unserer Westküstentour. Carolin wird von hier aus an die Ostküste fliegen und versucht irgendwie einen Job auf einer Cattle Station zu bekommen. Frank 1 will auch an die Ostküste und dort irgendwas ernten. Was ich genau mache wird sich morgen entscheiden…
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Karre fährt wieder. Unter gewissen Umständen. Die Reparatur der Lichtmaschine inklusive Abschleppgebühren hat mich ein erschreckendes Vermögen gekostet, aber die Alternativen waren noch weniger erfreulich. Ich hätte das Auto für ungefähr einen Dollar in Kununurra verkaufen können, aber das hätte uns auch nicht wirklich weiter gebracht, Bustickets kosten hier auch unglaublich viel und irgendwie wollten wir ja doch noch nach Darwin kommen.
Frank 2 ist übrigens am gestrigen Tage in Kununurra ausgestiegen, er hat ein Angebot für einen Job in der Nähe von Port Headland und fährt mit dem Bus in die entgegengesetzte Richtung zurück. Also haben wir uns nur noch zu dritt auf die 500 Kilometer Tour nach Katherine gewagt, um am heutigen Tage mit unserem vorletzten Besichtigungsprogramm vor Darwin zu starten: Nitmiluk Nationalpark inklusive Nitmiluk Gorge und Edith Falls.
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Gut, dass wir die Straße in Richtung Wolfe Creek Crater nicht befahren konnten – sonst hätten wir unsere zweite Autopanne nämlich an einem Ort gehabt, an dem uns wahrscheinlich endgültig das Lachen vergangen wäre (für alle die den Film nicht kennen: Es gibt einen australischen Horrorfilm mit dem Namen „Wolfe Creek“ und deren Hauptdarsteller erfahren mit ihrer Autopanne an genau diesem Ort nicht wirklich einen Glücksgriff in Sachen Schicksal…).
Wie auch immer. Karre ist kaputt. Und wo sind wir? 70 Kilometer südlich von Kununurra im absoluten Nirgendwo. Leider ist die nächste Werkstatt dieses Mal nicht wie in Shark Bay einen Kilometer entfernt und leider kann man von hier auch sowieso absolut niemanden anrufen. Am Vorabend haben wir bereits bei unserer Ankunft auf unserem gewählten Rastplatz festgestellt, dass irgendwas mit der Lichtmaschine nicht in Ordnung war. Dies wurde am nächsten Tag dann zu einem großen Problem, denn das Auto wollte einfach nicht mehr anspringen. Die Batterie war absolut leer und nach zwei Versuchen, das Auto mit einem Startkabel (ungefähr alle 5 Minuten kam mal ein Auto vorbei und von denen hatte ungefähr jeder Vierte ein Startkabel…) irgendwie wieder permanent zum Fahren zu bewegen, mussten wir einsehen, dass es absolut keinen Sinn hatte. Die Lichtmaschine war definitiv kaputt.
Einige Panikattacken später hatten wir dann doch irgendwie das Glück, dass der einmal am Tag vorbeifahrende Greyhoundbus direkt neben uns anhielt und uns anbot, nach Kununurra mitzufahren um irgendwie Hilfe zu erhalten. Diese Chance mussten wir wahrnehmen. In Kununurra schickte ich dann den örtlichen Abschleppservice auf ein für meine Person wirklich teures Abschleppvergnügen zurück in Richtung Süden, um das kränkelnde Auto aufzusammeln.
Und schon hieß es wieder: Warten auf die Reparatur und somit Zeit vertrödeln in einem Ort, der ohne Transportmittel nichts bietet außer einen Konsumtrip im Supermarkt. Kennen wir das nicht irgendwoher? Hilfe!
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Broome – ein Musterbeispiel für eine Touristenhochburg. Für uns eher mal wieder ein Zivilisationszwischenstopp, der nach Karijini dringend notwendig war. Karre sollte hier tatsächlich die erste Autowäsche über sich ergehen lassen (… seitdem ich das Auto besitze!!!). Außerdem mussten wir uns hier ein bisschen über die Straßenlage in den Kimberleys informieren, allerdings war das Ergebnis dieser Informationsrunde mehr als ernüchternd. Uns war schon klar, dass wir die Gibb River Road auf keinen Fall machen könnten, allerdings hatten wir gehofft wenigstens die kleine Runde via Windjana Gorge absolvieren zu können – aber auch dieses Offroad Abenteuer wäre für Karre nicht machbar gewesen. Nun gut. Lassen wir die Kimberleys also einfach mal ausfallen und fahren über den Highway 1 fleißig drum rum.
Neben einigen kleinen Attraktionen in Broome ging es dann 2 Tage später direkt wieder weiter in Richtung Osten, wo wir im Geikie Gorge Nationalpark wenigstens ein bisschen Kimberleyrandluft schnuppern durften. Ein süßer kleiner Nationalpark mit einer netten Straße die ganz prima für normale Autos gepflastert wurde bietet dem frustrierten 2WD Enthusiasten hier wenigstens eine kleine Alternative zu den Kimberleys. Ein sehr schönes Flussbett, dessen begrenzende Felswand besonders im Abendrot wunderbar schimmert ist hier zu bewundern. Wir waren genau zu dieser Tageszeit anwesend, allerdings schon fast etwas zu spät denn die Dunkelheit hat uns bei unserer kleinen Wanderung die wir hier machten fast schon etwas zu früh ertappt. Machte aber nichts, dafür hatten wir den Nationalpark fast für uns alleine und konnten ohne Bedenken den tollen Echoeffekt im Flussdelta auskosten, wenn man hier laut genug schreit und niemand in der Nähe ist hört man seine eigene Stimme noch 4 Sekunden später nachhallen.
Auf unserer Rückfahrt gab es dann tatsächlich die erste richtige Schlangenbegegnung für mich in Australien, unglaublich dass man dafür erst fast einmal um den Kontinent rumreisen muss, aber das wurde mir ja schon im Voraus prognostiziert. Australien ist voller Schlangen, aber meistens hört man nur noch ein Rascheln oder sieht etwas langes Dunkles im letzten Moment weghuschen. Die heutige Schlange, die sich mitten auf der Straße in suizidhafter Weise räkelte und sich nur sehr langsam und gemächlich fortbewegen wollte, gönnte uns ein paar nette Schnappschüsse mit der Kamera im Lichtkegel von Karre, wohl bewusst mit sicherem Abstand und maximalem Zoom um nichts zu riskieren. Ob sie giftig war weiß ich nicht, meine Schlangenkenntnisse sind für eine Bestimmung ganz bestimmt nicht ausreichend. Auf jeden Fall war es süß anzusehen, wie sie sich langsam und nicht wirklich selbstsicher ihren Weg durchs Dickicht erzischelte.
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Wieder einige 100 Kilometer weiter offenbart sich uns eine Art Landschaft, die ich in Australien noch nicht so oft sehen durfte: Berge! Nicht wirklich wie die Alpen, allerdings sind wir auf unserer Fahrt weiter ins Inland doch in etwas höhere Regionen vorgestoßen und die höchsten Erhebungen messen hier bis zu 1200 Meter! Ganz schön hoch für Australien. Der Karijini Nationalpark ist recht groß bemessen und man muss doch ganz schön viel hin und her fahren wenn man die meisten Dinge sehen möchte. Das Hauptproblem ist da eigentlich nur noch, dass außer der Hauptdurchgangsstraße fast alles nur Piste ist und man so extrem lange braucht – je nach Beschaffenheit der Straße. Insgesamt sind wir hier fast 300 Kilometer Piste gefahren, nur um von A nach B und zurück nach C zu kommen. Angeschaut haben wir uns den Hamersley Gorge (sehr nett, aber ich würde dem riesigen Umweg nicht noch mal fahren – die anderen Schluchten sind eigentlich noch schöner…), den Weano Gorge (absolut genial, vor allem der Spiderwalk wo man in der Schlucht nur mit Badehose wandern kann weil man sich im Prinzip im Fluss selbst fortbewegt war absolut toll - leider habe ich davon keine Bilder da zuviel Wasser für die Technik…), den Joffre Gorge (ebenso schön wie im Weano Gorge kann man hier toll in den Schluchten schwimmen, ist aber nicht so abenteuerlich wie der Weano Gorge) und den Dales Gorge (der ist auch genial, ist aber eher ein Walk mit einigen kleinen grün bewachsenen Tümpeln zwischendurch, in denen man auch prima baden kann, durchsetzt mit kleinen Wasserfällen hier und da…). Um neben den ganzen Schluchtenwanderungen noch etwas Abwechslung zu erfahren, haben wir uns am Morgen unseres zweiten Tages hier im Park noch die Besteigung von Mt. Bruce gegönnt, einen 9 Kilometer - Marsch auf den zweithöchsten Berg Westaustraliens (1235 Meter), welcher mit einer absolut genialen Aussicht auf das komplette Umland belohnt wird.
Karijini ist irgendwo ein Stück Australiens so wie man es sich wirklich vorstellt. Karre hatte selbst nach Uluru und Kings Canyon noch nie so viel an sich haftenden roten Staub, im Prinzip war nach unserer Rückkehr von diesem Ort wirklich alles rot. Rote Hose, rotes T-Shirt, rote Teller, Töpfe, Sitze, Fenster. Überall hängt der feine rote Sand und ich werde wahrscheinlich noch die nächsten zwei Wochen putzen müssen um die gröbsten Spuren davon zu entfernen.
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Gestern Abend sind wir nach dem Tauchen noch in den Cape Range Nationalpark gefahren, welcher von Exmouth gesehen aus gleich um die Ecke liegt. Über den nördlichsten Punkt der Halbinsel fährt man einfach die Straße entlang zurück in Richtung Süden – der Cape Range Nationalpark ist im Prinzip der westliche Teil der Halbinsel und wird im Osten durch eine Hügelkette begrenzt. Wie in Coral Bay liegt vor der Küstenregion von Cape Range gleich der Ningaloo Marine Park. Recht viele Naturcampingplätze gibt es hier, allerdings mussten wir gleich in unserer ersten Nacht feststellen, dass wir doch evtl. besser eine Reservierung hätten machen sollen – durch die Ferienzeit ist momentan ziemlich viel los hier und aufgrund der Anzahl der Campingplätze sind wir eigentlich davon ausgegangen, dass noch viel frei ist. Nun ja, wir sind nun schlauer.
Ein großes Programm braucht man sich hier gar nicht zusammenstellen, fast alle Campingplätze liegen direkt am Meer und man kann hier noch besser Schnorcheln gehen als in Coral Bay. Außerdem ist es viel zu heiß um groß rum zu laufen, wir haben uns als einzige Inlands-Attraktion Yardie Creek angeschaut. Ganz nett, aber ich mag das Meer dann doch lieber. Beim Schnorcheln bin ich übrigens auf zwei recht große Rochen gestoßen, die sich tagsüber hier im etwa 1 Meter tiefen Wasser gerne sonnen. Einen davon habe ich ganz genau unter die Lupe genommen, Auge in Auge lagen wir unter Wasser auf dem sandigen Boden und er hat sich überhaupt nicht an meiner Anwesenheit gestört, nur als ich angefangen habe ihn zu streicheln war er wohl etwas genervt und ist davon geschwommen.
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Rochen
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Nach dem gestrigen Tag habe ich nun endlich meinen Advanced Tauchschein vervollständigt. Heute ging es dafür zur Belohnung noch auf zwei Spaßtauchgänge, ohne irgendwelche Übungen zwischendurch. Unser Divecenter bietet hier in Exmouth das so genannte Navy Pier zum Tauchen an, im Prinzip ein Schiffsanlegestelle, die irgendwann mal von Amerikanern errichtet wurde, um eine U-Boot Kommunikationsanlage in die Landschaft nebenan klatschen zu können (13 über 300 Meter hohe Funktürme, die man wirklich nicht übersehen kann… ). Die Funktürme stehen immer noch, das Pier auch - die Funktürme werden wohl noch benutzt, das Pier eher weniger, auf jeden Fall zum größten Teil nur noch für nichtmilitärische Zwecke wie die unseren. Unter dem gigantischen Metallgerüst hat sich im Laufe der Jahre ein wunderbares Riff gebildet. Natürlich ist das ganze etwas künstlich entstanden, ohne Menschenhand wäre hier wohl nicht unbedingt so viel zu sehen, aber die Natur hat sich hier zurückgeholt was ihr genommen wurde und so bevölkern nun gigantische Fischschwärme die Umgebung um die Metallstangen. Auch einige Riffhaie konnten wir hier am Boden ruhen sehen, diese blieben seltsamerweise absolut unbeeindruckt von unserer Anwesenheit dort liegen und ließen sich nicht stören. Die Sicht war nicht unbedingt atemberaubend, die Gezeiten hatten viel Krempel im Wasser aufgewühlt, das hat dem Ganzen allerdings nicht wirklich geschadet, denn das Tauchen zwischen den messerscharfen Korallenstangen war wirklich toll und aufregend, meiner Meinung nach jedoch auch ganz schön fordernd, denn die Strömung war am heutigen Tag ebenso stark und manches Mal musste man doch ganz schön aufpassen. Einerseits um ja keine Korallen zu zerstören, andererseits weil es sonst wirklich schmerzhaft hätte werden können.
Die Fotos die ich gemacht habe sind mal wieder ziemlicher Unfug, da schlecht belichtet oder verwackelt, aber vielleicht werde ich noch einmal ein Video auf Youtube hochladen…
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Riffhai
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Gestern in Exmouth angekommen war unser erstes Hauptanliegen das Finden einer geeigneten Tauchschule, denn Caro und die beiden Franks wollten ihren Open Water Tauchschein hier machen. Ich hingegen hatte mir vorgenommen, meinen Advanced Tauchschein zu vollenden für den ich in Queensland im Dezember ja schon den Tiefen- und den Wracktauchgang gemacht hatte.
Das ganze startet für mich erst am Sonntag, am heutigen Tag war ich deswegen erstmal auf einem Tauch- / Schnorcheltrip mit dem Schwerpunkt Wahlhaie. Walhaie durchstreifen das Ningaloo Riff jedes Jahr irgendwann zwischen März und Juli und man hat hier die Gelegenheit einen Tag lang auf die Suche nach ihnen zu gehen und mit ihnen zu schwimmen, wenn man einen findet. Tauchen ist nicht erlaubt, nur schwimmen und schnorcheln und das ganze erfolgt unter strikter Aufsicht und mit jeder Menge Auflagen, zum Schutz der Tiere vor nervigen Menschen wie mir und das ist auch gut so.
Unterstützt werden diese Touren aus der Luft, mit kleinen Einpropellermaschinen wird das Riff überflogen und nach Walhaien abgesucht. Sobald ein Walhai gefunden wurde, werden die GPS Koordinaten an das Tauchboot durchgegeben und der Walhai wird angesteuert, in der Hoffnung, dass er nicht auf dem Weg dorthin einfach abtaucht, was durchaus oft passiert. Ist man dann doch irgendwann angekommen und der Walhai noch dort, muss alles ganz schnell und trotzdem vorsichtig vorgehen, man möchte den armen Hai nicht erschrecken aber die Schwimmer wollen ihn ja doch irgendwie sehen. Und da kann ich momentan nur einen Kommentar zu abgeben: Das ganze Unterfangen ist ganz sicher nichts für alte Leute oder langsame Schwimmer. Selbst mit Flossen ist das ganze ein absolut anstrengendes Erlebnis, im Prinzip sprintet man die ganze Zeit neben dem Hai her und merkt gar nicht wie man sich verausgabt da es einfach nur atemberaubend (auch im wahrsten Sinne des Wortes…) ist neben ihnen entlang zu schwimmen und sie zu beobachten. Wenn der Hai mit seinen absolut ruhigen und langsamen Schwimmbewegungen dann nach 30 – 60 Sekunden trotzdem bewiesen hat, dass er mit wenig Aufwand einfach unschlagbar schnell ist und langsam im dunklen Blau des Meeres entschwindet, stellt man plötzlich fest, dass man so derart außer Atem ist, dass man am liebsten gleich in Ohnmacht fallen möchte. Das ganze macht man ungefähr 5 - 7 Mal, dann ist man reif fürs Bett. Die Haie waren die ganze Zeit ziemlich unbeeindruckt von unserer Anwesenheit und über unsere hektischen Versuche mit ihnen gleichauf zu bleiben schmunzeln sie wahrscheinlich immer noch…
Einige Videos habe ich von der ganzen Sache gemacht (Fotos machen braucht man gar nicht erst versuchen… zumindest nicht mit meiner Kamera...), ist mal wieder nicht besonders oscarverdächtig und eine ruhige Hand hab ich auch nicht wirklich dabei, aber ich denke dafür, dass ich nebenher einen Schwimmsprint hingelegt habe ist es ganz okay…
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Walhai 1
Walhai 2
Walhai 3
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Nach einem Zwischenstopp in Carnavon am gestrigen Tag sind wir heute mit dem Auto bis nach Coral Bay durchgefahren. Leider war der direkte Weg nach Coral Bay durch die Überflutungen immer noch gesperrt, so mussten wir leider den nördlich gelegenen Highway nehmen und dann an der Kreuzung Coral Bay / Exmouth wieder nach Süden fahren - waren ja nur schlappe 150 Kilometer Umweg…
Ob es sich gelohnt hat weiß ich nicht wirklich – Coral Bay ist schön und nett gelegen, aber irgendwo doch nur ein (überbevölkertes) Touriresort am Strand – man hat gar keine große Wahl wenn man hier campen möchte. Es gab in unserem Camp 4 Buch noch einen Campingplatz weiter südlich der mit Sicherheit um einiges schöner gewesen wäre – leider war der aufgrund der Überschwemmungen nur sehr schwer oder wohl auch gar nicht erreichbar. Nun ja, trotz allem hat man hier das Ningaloo Riff direkt vor der Haustür und man kann im Prinzip direkt vom Strand aus im Riff Schnorcheln gehen, was wir am nächsten Morgen auch gleich getan haben.
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Wir sitzen fest. Und das nun schon seit 5 Tagen. Von Donnerstag bis Samstag hat es hier so viel geregnet, dass wir frustriert auf einem Campingplatz in Denham abgestiegen sind und die Tage mit Kartenspielen schneller vergehen lassen mussten – denn wenn es regnet kann man hier als Camper mal überhaupt nichts machen. Die Straßen in Richtung Norden sind zum größten Teil alle gesperrt und hier in der Umgebung kann man auch nichts anschauen da alles überflutet ist. Als wir uns dann Samstagmorgen entschieden haben, trotz etwas Restregen doch noch etwas zu unternehmen, kam zu allem Übel noch die Tatsache hinzu, dass Karre nicht mehr starten wollte. Also musste ich den Mechaniker rufen und das arme kleine weiße Auto wurde dann von diesem spontan abgeschleppt, am Montagabend könnte ich mich melden und mal fragen was los sei. Das habe ich heute getan, Karre ist repariert, hat auf meine Anfrage sogar noch einen Satz neue Keilriemen bekommen und fährt nun wieder. Hoffentlich passiert so etwas nicht noch mal, mein Portemonnaie wurde durch diese ganze Geschichte ganz schön erleichtert und ich mag mir gar nicht ausmalen, was es kostet wenn ich mich irgendwann mal aus dem Outback abschleppen lassen muss! Dass Karre hier in Denham stehen geblieben ist, wo es Telefon und Mechaniker gibt, war dann doch irgendwo Glück im Unglück.
Nun ja, morgen versuchen wir mal endgültig von hier wegzukommen, man wünsche uns viel Erfolg dabei. Wenigstens waren einige der Camper hier auf dem Campingplatz ziemlich freundlich und haben uns heute nach Monkey Mia ins Delfinresort gefahren und sogar wieder abgeholt – obwohl das über 25 Kilometer entfernt ist. Wirklich nett war das, so konnten wir wenigstens den heutigen Tag vernünftig nutzen. Das Delfinresort selbst war gar nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe – irgendwie sieht man da immer nur Bilder von, wie tausende Touristen am Strand stehen und Fotos von den Delfinen machen während sie gefüttert werden. Bei uns war das ganze sehr relaxt, die Delfine waren trotzdem da obwohl es gerade nichts zu essen gab und haben sich im sehr flachen Wasser gewälzt. Das war schön anzusehen, trotzdem mag ich lieber Haie!!
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Nachdem wir das Fürstentum am gestrigen Morgen wieder verlassen hatten und über die nächst beste Piste wieder den Weg auf eine geteerte Straße gefunden haben, waren wir auch fast an unserem eigentlichen Ziel für die nächsten zwei Tage angelangt: Dem Kalbarri Nationalpark, östlich der gleichnamigen Stadt am Meer gelegen. Einige Kilometer vor der Stadt kann man bereits vom Highway abfahren und einige schöne und direkt an der Küste des Nationalparks gelegene Aussichtspunkte anschauen. Diese haben mich etwas an das Nullarbor erinnert, nur dass es hier nicht ganz so tief und steil runter geht, das Kliff ab halber Höhe nur noch seicht abfällt und außerdem die Farbe der Felsen etwas anders ist.
Kalbarri (die Stadt) selber ist meiner Meinung nach wieder nur so groß und gut mit Zivilisation bestückt, weil der Nationalpark eine Menge Touristen anzieht und diese versorgt werden wollen. Recht schön am Meer und an der Mündung des durch den ganzen Nationalpark fließenden Murchison Rivers gelegen gibt es hier wie immer alles was man braucht zu recht erschwinglichen Preisen. Meiner Meinung nach wird es mit jedem Kilometer den wir nach Norden fahren günstiger, aber der Eindruck mag auch täuschen. Auf jeden Fall gab es das Kilo Möhren wieder für 1,09 Dollar und nicht für 3,49 wie neulich im Woolworth in der Nähe von Perth! Das ist doch schon mal was. Der Sprit hingegen wird natürlich wieder teurer.
Gegen Ende des gestrigen Tages haben wir uns dann noch in den (zu bezahlenden) Teil des Nationalparks gewagt und 3 Stunden vor der Abenddämmerung noch die „Z Bend“ Wanderung gemacht. 25 Kilometer recht gute Piste sind dafür zu befahren – dafür gab es dann aber auch tolle Blicke auf die von der Abendsonne angestrahlten orangeroten Felsformationen rund um die Murchison River Schlucht. Ein paar nette Klettereien später durch eng geschnittene Felsspalten und wir standen direkt an dem hier doch recht reißenden knallgrünen Fluss, der so gut zu den roten Steinen und dem tiefblauen Himmel passt. Leider konnten wir nicht so lange dort verweilen, da die Sonne doch schon recht nah am Horizont stand und wir unseren Rückweg nicht erst in kompletter Dunkelheit antreten wollten.
Eine Übernachtung auf einem tollen Campingplatz in Kalbarri selbst später (mit gratis Internet!) fanden wir uns auch schon erneut auf der gleichen gelben Piste wieder – heute wollten wir noch die Loop – Wanderung machen, die mit 4 Stunden etwas länger angesetzt war. Hier wartete erneut ein toller Track auf uns – diesmal ein Rundweg, der zur einen Hälfte oben auf den Klippen lang läuft, dann aber recht bald direkt nach unten an den Fluss führt wo wir toll baden konnten.
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Ein paar Erledigungen am Morgen, ein großer Einkauf bis das Auto wieder aus allen Nähten platzte und schon ging es wieder auf den Highway Nr. 01 in Richtung Norden – unser heutiges Ziel sollte etwas ziemlich Seltsames werden…
Irgendwo zwischen Northampton und Kalbarri sind wir vom Highway abgefahren und haben dann mittels einer Pistenstraße Australien verlassen und die Grenze zum Fürstentum Hutt River überschritten. Hier hat Farmer Leonard George Casley vor über 30 Jahren für seine Farm die Unabhängigkeit von Australien erklärt und irgendwie habe ich jetzt nach einigen Recherchen im Internet immer noch nicht raus gefunden ob man dieses Fürstentum nun als souveränes Land ansehen kann oder nicht. Die Diskussionen darüber sind kontrovers und ich habe gerade wenig Zeit mich damit genauer zu beschäftigen. Man möge das für mich erledigen. Fakt ist jedoch: Das war seit langem das Verrückteste was ich hier auf dem australischen Kontinent gesehen habe. Nach dem Grenzschild und einer Brücke über den Hutt River sind wir nur noch um die Kurve gefahren und dann sahen wir auch schon das Eingangstor zur Hutt River Farm, die offizielle Hauptstadt des Landes. Es war schon Abenddämmerung und die offizielle Öffnungszeit für Besucher war für den heutigen Tag leider schon verstrichen. Etwas düster und verlassen sah das ganze für uns aus, bis dann plötzlich Prinz Leonard höchstpersönlich vor uns stand und uns erklärt hat wo wir campen könnten, wo die Toiletten sind und dass zwischen 10 und 11 der Generator abgeschaltet wird und dann gar nichts mehr geht. Prima. Also Abendessen gekocht und dann relativ bald schlafen gegangen.
Am nächsten Morgen durften wir uns dafür jedoch umso mehr freuen – nämlich über eine persönliche Führung des Prinzen durch sein Königreich! Es gibt hier eine Post, eine eigene Währung mit Scheinen und Münzen, eigene Briefmarken, Postkarten, ein Gouvernment Office wo die Ein- und Ausreiseformalitäten erledigt werden (ja man kann sogar einen Stempel in den Pass für das „Visum“ erhalten… - ich bin nun stolzer Besitzer eines solchen Stempels, interessanterweise trägt dieser Stempel das Datum des heutigen Tages… der 01. April… Nein! Das ist wirklich alles echt hier und kein Scherz!), ein Denkmal von seiner Hoheit, eine Kirche, einen Flaggenmast mit der Staatsfahne, einen Souvenirladen und die königlichen Sanitäranlagen allerhöchster Güte. Alles in allem gibt es hier alles was man für den modernen Staat braucht. Ich fand es toll. Auch wenn wir eigentlich doch nur im Nirgendwo auf einer Farm im Nichts sind…
(wer mir immer noch nicht glaubt, dass das wirklich existiert und nicht nur eine Attraktion für die Touristen darstellt, kann mal den folgenden Bericht lesen den ich gefunden habe… Klick)
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Nach unserer zweiten Nacht auf einer Raststätte ging es heute sofort weiter in Richtung Nambung National Park, wo wir uns eine recht bekannte Sehenswürdigkeit anschauen wollten – die Pinnacles. Im Prinzip eine kleine wüstenartige Region mit Büschchen und gelbem Wüstensand in welcher man bis zu 4 Meter hohe Felsformationen vorfindet, die Termitenhügeln sehr ähnlich sind, allerdings aus Kalkstein bestehen. Man kann sich nach dem Bezahlen der Nationalparkgebühr entscheiden, ob man mit dem Auto eine etwa 3 Kilometer lange Piste durch die Steine nimmt oder ob man das ganze zu Fuß erkunden möchte. Wir haben uns für die anstrengendere Alternative entschieden. Schön war, dass wir anfangs das gesamte Areal für uns alleine hatten, da so früh morgens kaum jemand hier war. Erst nach einer Stunde sind die ersten Tourenbusse eingetrudelt, viel mehr Zeit brauchten wir hier aber auch nicht wirklich.
Über Cervantes sind wir dann die Küstenstraße weiter hoch bis nach Geraldton gefahren, wo wir uns die nächsten zwei Tage ein wenig entspannen wollen. Reisen ist anstrengend, vor allem wenn man die letzten zwei Nächte auf Raststätten geschlafen hat und morgens keine Dusche zur Verfügung stand.
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Vor dem Frühstück wurden wir als allererstes einmal von den Rangern des nahe gelegenen Yanchep Nationalparks aufgesucht, die uns total freundlich nur darauf hinweisen wollten, dass wir doch bitte kein Feuer machen sollten. Wir hatten im ersten Moment etwas Angst, dass sie sich an unseren direkt neben der Raststätte errichteten Zelten störten – das hingegen war allerdings anscheinend überhaupt kein Problem. Und da wir natürlich auch kein Feuer gemacht hatten und dies sowieso auch nicht vorhatten, sind sie dann nach einer Minute auch gleich wieder weitergefahren. Nur mal „hallo“ sagen also. Warum auch nicht.
Mit dem Auto sind wir dann ein paar Kilometer zurück in den Yanchep Nationalpark hinein gefahren, leider ist auch dieser Park wieder irgendwo ein Opfer der Bevölkerung von Perth geworden. Absolut gut ausgebaut mit Parkplätzen, Souvenierläden und Barbequemöglichkeiten an allen Ecken hat man hier ein Fleckchen Natur das für Familien mit Sicherheit ideal ist, aber uns etwas aufgestoßen ist, da es irgendwie wie ein Vergnügungspark wirkt in welchem anstatt von Fahrgeschäften ein hübscher See und ein Koalagehege zu finden sind. Natürlich ist das toll, wenn die Familien hier mit ihren Kindern hinfahren können und Toiletten und Essen und überhaupt alles vorhanden ist und man trotzdem ein Stückchen saubere Natur erleben kann. Wir suchen allerdings dann doch irgendwo eher nach einem Nationalpark wo die Zivilisation möglichst weit weg ist und die Straße gerade so passierbar, je weniger Leute umso besser und irgendwo wenigstens noch ein Hauch von Abenteuer in der Luft schwebt. Nun ja, immerhin hab ich endlich meine ersten Koalas in Australien gesehen – wenn auch immer noch nicht richtig in der „freien Natur“ (Nationalpark hin oder her – die Koalas hatten definitiv eine Mauer um ihre Bäume drum herum gebaut bekommen und konnten bestimmt nicht 100%ig so wie sie wollten… Auch wenn das Koalas zu 99% bestimmt ziemlich egal sein wird, so aktiv wie diese Tiere sind…).
Gegen 3 Uhr sind wir dann über Lancelin und den Brand Highway mit einem kleinen eingelegten Badestopp Richtung Norden gefahren, die letzten Kilometer schon in stockfinsterer Nacht. Am Horizont ist uns allerdings irgendwann ein orangefarbener Fleck aufgefallen, der mit der Zeit immer größer wurde und von uns dann tatsächlich als Waldbrand identifiziert wurde, unglücklicherweise folgte der Straßenverlauf immer diesem Fleck und wir sahen uns schon mit dem Ende unserer Reise konfrontiert. Das Feuer lag direkt neben dem Highway und einige Feuerwehrleute standen dort rum, einer der Feuerwehrmänner entzündete hier kontrolliert den Busch. Das Legen von kontrollierten Gegenfeuern ist in Australien meistens der einzige Ausweg um ein Buschfeuer zu stoppen, so hatte es mir schon damals der Feuerwehrmann im Town of 1770 erklärt, als wir eine Stunde auf den Bus warten mussten (siehe Bericht vom 04.10.2007…). Dass ich das tatsächlich aber mal sehen sollte hätte ich nicht gedacht. Es war aber auf jeden Fall doch schon ziemlich Furcht einflößend. Meterhohe Flammen schlugen hier in den Himmel, die linke Seite der Straße glutrot, die rechte nicht brennende Seite der Straße vom Feuer hell erleuchtet, kilometerhoch in den Himmel ragende Rauchschwaden die vom Feuer selbst wieder angestrahlt und somit sichtbar waren, sogar in der Nacht. Im Feuer selbst konnte man ständig Äste und ganze Bäume erkennen, welche von der Glut so zerfressen wurden, dass sie auf einmal in einem großen Ascheschwall zu Boden fielen. Und als wir dann mit dem Auto direkt nebenher fuhren, wurde es so extrem warm, dass ich für einen kurzen Zeitpunkt Angst hatte, dass die Reifen platzen wuerden oder Aehnliches. Wie auch immer. Schön ist es nicht, dass der Busch brennt – beeindruckend war es trotzdem.
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Nach dem Auschecken aus dem Campingplatz sind wir mit dem Auto in die Innenstadt von Fremantle gefahren, um uns die alte Hafenstadt mit ihren historischen Gebäuden noch etwas näher anzuschauen. Unseren Fokus legten wir auf das Fremantle Prison, ein über 150 Jahre altes Gefängnis das 1991 geschlossen wurde und nun hauptsächlich für Besucher ohne kriminalistischen Hintergrund seine Pforten öffnet. Für recht wenig Geld kann man hier eine sehr interessante Führung durch das Gefängnis machen. Unser Führer sah wirklich aus wie ein Gefängniswärter und hat uns irgendwo fast wie Gefangene behandelt, das hat das ganze sehr realistisch wirken lassen. Wirklich zu empfehlen.
Nach Fremantle sind wir dann am Nachmittag noch einmal nach Perth rein gefahren, haben im alten Brauereiparkhaus östlich vom Kings Park geparkt und sind dann zu Fuß noch einmal richtig durch die Innenstadt spaziert (ohne etwas erledigen zu müssen…), bis wir dann im Dunkeln vom östlichen Kings Park Lookout einen tollen Blick auf die leuchtende Skyline erhaschen konnten.
Mit dem Auto ging es dann raus aus der Stadt, Richtung Norden wo wir zum ersten Mal unsere tolle Neuanschaffung ausprobieren wollten: Das Camp 4 Buch mit Australienkarte und Campingplatzbeschreibungen und Vorschlägen. 60 Dollar hat uns dieses Buch gekostet, mir wurde es allerdings bedingungslos empfohlen, da man die Kosten für diese Anschaffung wohl nach einigen Nächten wieder durch Übernachtungseinsparungen zurück erstattet bekommt – schauen wir mal ob das stimmt. Die heutige erste Nacht auf einem Rastplatz am Highway wird uns auf jeden Fall schon mal überhaupt nichts kosten, direkt an einem Waldstück gelegen gab es hier ab Mitternacht eine bedingungslose Ruhe – so unglaublich still war es glaube ich schon seit Monaten nicht mehr…
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69 Dollar haben wir für die 40minütige Fahrt nach Rottnest Island inklusive Leihgebühr für ein Fahrrad pro Person gezahlt, zuviel ist das bestimmt nicht. Auf jeden Fall ging es morgens um halb 10 los und eine Stunde später saßen wir bereits auf unseren kleinen klapprigen Leihrädern mit unserem absolut modischen Fahrradhelm. Fahrradhelmtragen ist in Australien übrigens Pflicht und tut man es nicht braucht man nicht lange auf das Bußgeld vom nächsten Polizisten warten, zumindest dort wo es Polizisten gibt…
Rottnest Island ist eigentlich ideal für eine Erkundung mit dem Fahrrad, eine kleine Sandinsel – ca. 10 Kilometer lang und 3 Kilometer breit – mit Steigungen, die mit einem herkömmlichen Fahrrad eigentlich kein Problem sein sollten (beim Leihfahrrad sieht das schon anders aus…). Leider auch wieder total überbevölkert hat man hier nur selten das Vergnügen alleine an einem Ort zu sein, sogar am äußersten westlichen Punkt wird man noch von anderen Touristen tot getrampelt. Deswegen haben wir uns für ein Stündchen an einem kleinen Strand der Südküste versteckt, den wir fast für uns ganz alleine hatten. Wenn man will kann man also auch hier seine Ruhe haben, man muss nur ein bisschen suchen.
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Heute war eigentlich eher ein Tag der Erledigungen. Jeder hatte irgendwie etwas zu tun in der Stadt, also fuhren wir wieder ins Zentrum um uns nicht wirklich Perth anzuschauen, sondern Einkäufe zu machen, ins Internetcafe zu gehen und vor allem um unsere Rottnest Island Tour für den nächsten Tag zu buchen. Ich selbst musste noch in das Emirates Office laufen, um mich höchstpersönlich der Umbuchungsgebühr für meinen Flug zu entledigen, was eine Freude. Nun ja.
Gegen Abend sind wir dann nach Fremantle weitergefahren, dort hatten wir einen Campingplatz gebucht um am nächsten Morgen schnell zur Fähre nach Rottnest Island gelangen zu können – fast alle Fähren nach Rottnest laufen vom Hafen in Fremantle die kleine Insel an.
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Nach dem Aufstehen haben wir uns heute erst noch einige Sachen in der Umgebung angeschaut, bevor wir uns auf den Weg in die große Millionenstadt nördlich von uns aufmachten. Als erstes ging es zum Preston Beach - einem Strand gleich um die Ecke von unserem Campingplatz. Danach fuhren wir an den Lake Clifton – einen ziemlich lang gezogenen See mit Thromboliten (von mir übersetzt, ich hoffe dieses Wort gibt es im Deutschen…), einer uralten und ziemlich lang lebenden Lebensform die seltsame Steinchen am Seerand bildet. Sehr interessant anzusehen da irgendwo skurril und unwirklich. Als letzten Zwischenstopp fuhren wir noch zum Lane Poole Conversation Reserve, einem großen Waldareal mit vielen Wanderwegen und Campingmöglichkeiten. Hier konnte man toll in einem kleinen Fluss baden, insgesamt aber wieder zu überfüllt – ist wohl auch einer der Rückzugspunkte für die Naturbegeisterten aus Perth, da einfach zu erreichen.
Gegen Nachmittag haben wir uns dann endgültig erstmal von der Natur verabschiedet und uns auf die immer größer werdenden Straßen nach Perth begeben, bis ins Stadtzentrum – wo wir Caro abgeholt haben und dann auf eine verzweifelte Suche nach einem Campingplatz gegangen sind. Nach einigen Telefonaten mit Campingplätzen haben wir eingesehen, dass es am heutigen Ostermontag wohl immer noch eine einzige Katastrophe ist – alles wo man in dieser Stadt übernachten kann ist anscheinend ausgebucht. Also haben wir uns dazu entschlossen, etwas weiter aus der Stadt raus zu fahren, in der Hoffnung dass man in einem der östlichen Nationalparks in den Perth Hills im schlimmsten Falle wild übernachten kann. Gerettet wurden wir dann in der mittlerweile stockfinsteren Nacht von einer plötzlich im Wald gefundenen Jugendherberge – wo wir freundlicherweise sogar zelten durften. Alles prima also, auch wenn uns hier mit 12 Dollar pro Person nicht ungedingt die günstigsten Übernachtungspreise entgegenrollten.
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Da auf meinem Reiseplan noch ein ganz schön großer Haufen Dinge steht die ich noch sehen will bevor ich zurück fliege, habe ich zu letztem Freitag meinen Traubenjob gekündigt und werde mich nun heute Nachmittag auf den Weg nach Norden machen – die Westküste hoch bis nach Darwin. Begleiten werden mich dabei Carolin vom Bodensee und Frank und Frank, zwei Holländer die ich hier im Hostel kennen gelernt habe. Carolin ist jedoch schon in Perth, von dort werden wir sie Montagabend aufsammeln und mitsamt Gepäck in das Auto laden – welches mit Sicherheit dann fast auseinander fallen wird – 4 Personen inklusive Taschen, Zelt und sonstigem Campingzubehör hat das Auto bisher noch nicht transportiert. Hoffentlich macht es das mit. Ich glaube noch nicht daran.
Nach einiger Packerei, dem Abbauen meines Zeltes (was einen deutlich sichtbaren schwarzen quadratischen Fleck auf dem Hostelrasen hinterlassen hat), einigen Abschiedszeremonien im Hostel und einem letzten Einkauf im örtlichen Supermarkt sind wir dann erstmal zu dritt in Richtung Perth gefahren und über Bunbury dann im Yalgorup Nationalpark abgestiegen, hier gibt es einen Naturcampingplatz mit primitiven Einrichtungen recht nah an einem Salzsee gelegen. Naturtechnisch gesehen war er eigentlich recht schön, allerdings aufgrund seiner Nähe zu Perth und der Tatsache, dass heute Ostersonntag war doch etwas überfüllt für unseren Geschmack.
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Ich darf Trauben pflücken (und essen…)! Morgens um 7 fahre ich nun jeden Tag mit dem Auto auf eine große Traubenfarm und pflücke Tafeltrauben. Zusammen mit drei Chinesen, einem Koreaner, einem Brasilianer, einer Engländerin und zwei Deutschen ernten und verpacken wir diese kostbaren süßen Früchte nun im Akkord. Und das geht so:
Gleich zu Beginn eines jeden Tages fahren wir mit dem Trecker und einem riesigen Haufen leerer Kisten in das Traubenfeld, das von einem gigantischen Netz umhüllt ist, um die Trauben vor Vögeln zu schützen. 92 etwa 300 Meter lange Reihen finden sich unter dieser gigantischen Netzkonstruktion, so ein Feld zu errichten kostet in etwa eine Million australische Dollar und benötigt mindestens 5 Jahre bis zur ersten Ernte. Die einzelnen Reihen selber sind wie kleine Tunnel, denn die Reben wachsen über die Reihen hinweg und bilden ein geschlossenes Blätterdach, unter welchem wir mit dem Trecker und dem Trailer gerade so durchfahren können. Das ist insofern praktisch, da kühl und sonnengeschützt zugleich. Die Sonnencreme kann da getrost weggelassen werden. Die Kisten werden in regelmäßigen Abständen links und rechts der Reihe abgeworfen und dann geht es mit kleinen Scheren ans Werk. Abschneiden, Traube festhalten und dann sorgsam in die Kiste legen. Momentan pflücken wir eine grüne kernlose Traube mit dem Namen „Dawn“, findet man mit Sicherheit auch bei uns im Supermarkt. Nachdem alle abgeworfenen Kisten gefüllt sind, wird der Trailer beladen und dann die Ernte in die Halle gefahren, wo die richtige Arbeit eigentlich erst beginnt. Von uns liebevoll auch der „Beautysalon“ genannt, müssen wir hier jede einzelne Traube in schöne Form schneiden, hässliche, zu gelbe oder faule Trauben entfernen, Blütenreste ausschütteln und evtl. noch den Stil kürzen. Alles, damit der Kunde im Supermarkt die Traube dann auch mag, hässliche Trauben kauft ja kein Mensch. Das „Schönmachen“ kostet ungefähr 3-mal soviel Zeit wie das eigentliche Pflücken und erst dann dürfen die Trauben auf den Drehtisch, von welchem sie von einigen Packern liebevoll in 10 Kg – Kisten verpackt werden. Die Kisten kommen dann ins Kühlhaus, wo sie auf fast 0 Grad heruntergekühlt werden und auf diesem Wege bis zu 6 Wochen gelagert werden können. Alle paar Tage kommt ein LKW und holt die fertige Ware dann palettenweise ab und verfrachtet sie nach Donnybrook (die Farm ist weiter außerhalb), von wo aus sie über Perth auf den Markt gelangen.
Interessant ist noch die Geschichte unseres Farmers, denn dieser ist eigentlich gar kein Australier sondern Engländer. In seiner Jugend war er bei der Military Police und unter anderem auch in Deutschland stationiert. Der Name meiner kleinen Heimatstadt Fallingbostel sagte ihm sogar was, dort war er wohl mal 1969. Wie klein doch die Welt ist. Danach war er Berufstaucher für Unterwasserarbeiten. Danach hatte er eine Glasereifirma in England und vor einem Jahr hat er all das verkauft und ist mit seiner ganzen Familie nach Australien ausgewandert – wenn man genügend Geldscheine vorzeigen kann, hat man in diesem Land seine permanente Aufenthaltsgenehmigung sicher. Von diesem Geld kaufte er diese Farm, ohne zuvor in seinem Leben jemals eine Traube gepflückt zu haben. Wie wir lernt er nun jeden Tag dazu, der alte Besitzer ist noch regelmäßig bei der Arbeit dabei und erklärt alles was man als Traubenanbauer wissen muss. Ich weiß nicht, ob das jemanden interessiert – aber ich fand es wieder einmal faszinierend was manchmal rauskommt, wenn man die Leute auf diesem Kontinent nach ihrer Vergangenheit befragt.
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Regel Nr. 01: Plane nichts, es kommt eh anders als man denkt…
Der ursprüngliche Plan war ja eigentlich in einigen Tagen in Perth zu sein und dort unsere gemeinsame Tour zu beenden, aber Chris wird sich nun doch schon am heutigen Tage von mir trennen. Und schuld bin ich. Oder doch er? Wahrscheinlich wir beide. Nach Donnybrook sind wir eigentlich nur gefahren, weil Chris dort zwei Freundinnen aus der Heimat für einen Tag besuchen wollte. In Donnybrook gibt es ein sehr großes Workinghostel, in welchem die besagten Personen zum aktuellen Zeitpunkt ihr Arbeitsdasein fristen. Im Bewusstsein, dass ich dort eh nicht arbeiten könnte (ich hatte bereits 4 Tage vorher schon telefonisch nach freien Betten und Arbeit gefragt) kamen wir in diesem verschlafenen Ernteörtchen an, nur damit ich feststellen konnte, dass zwar keine Betten mehr frei waren – jedoch noch genug Platz für ein Zelt auf dem Rasen zur Verfügung stand. Und nach einigen Diskussionen und Überlegungen habe ich mich dann tatsächlich dazu entschieden gleich hier zu bleiben und am nächsten Tag mit der Arbeit zu beginnen. Also setzte ich Chris in den Bus nach Perth, der Arme wird es mir sicherlich verzeihen, so weit ist es ja von hier aus nicht mehr.
Und nun werde ich wohl einige Zeit zum Dauercamper werden und nach über zwei Monaten Rumreiserei wieder ein bisschen Geld verdienen. Schauen wir mal was das wird und vor allem auf was für einer Farm ich landen werde… mit Sicherheit werden jedoch dann in den nächsten Wochen nicht mehr tägliche Berichte zu lesen sein, da es einfach wieder nicht täglich was zu erzählen geben wird.
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Nach dem Aufstehen machten wir mit dem Auto noch einen kleinen Abstecher zum Cape Leeuwin, der südwestlichsten Ecke Australiens, wo sich der südliche Ozean mit dem indischen Ozean trifft. Was ich mich immer noch frage: Das Cape ist weder der südlichste noch der westlichste Punkt Australiens. Wie definiert sich dann ein südwestlichster Punkt??? Man möge mich bitte aufklären. Zurück zum Thema. Am Cape Leeuwin gibt es einen kleinen süßen weißen Leuchtturm der an unserem Besuchstag natürlich gerade renoviert wurde und somit die 5 Dollar Eintritt für das Areal unserer Meinung etwas übertrieben waren. Aber was soll man machen – wenn man schon mal hier ist… einige Fotos gemacht, gefrühstückt auf einem Felsen am Meer und dann mit dem Auto die Küstenstraße in Richtung Norden hochgefahren, einen kleinen Badestopp mit tollen Wellen eingelegt und dann auf einem der hässlichsten Campingplätze bisher in Dunsborough übernachtet. Mehr gibt es über den heutigen Tag nicht zu erzählen, deswegen findet mein heutiger Text hier nun ein jähes Ende.
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Einige Kilometer hinter dem Shannon Nationalpark kommt irgendwann ein kleines Örtchen mit dem Namen Pemberton. Nichts wirklich Besonderes, allerdings sollten uns gleich zwei Ereignisse den Tag hier versüßen…
Das erste dieser Ereignisse war sogar geplant! Wir wollen uns einen der sagenumwobenen Kletterbäume genauer anschauen (Gloucester Tree) und sogar besteigen, obwohl viele Leute uns vorher schon davor gewarnt hatten, weil angeblich eine sehr heikle Angelegenheit. Die Kletterbäume haben eigentlich gar nicht den Sinn eines Kletterbaumes, ursprünglich dienten diese Bäume dem Zweck, Buschfeuer möglichst früh zu erkennen – also im Prinzip eine Feuerwacht in luftiger Höhe in den Baumwipfeln wo gelangweilte Freiwillige in früheren Tagen rum saßen und nach Rauchwolken Ausschau gehalten haben. In Zeiten von Flugzeugen, Satellitenbildern usw. braucht man solche Bäume allerdings gar nicht mehr wirklich und mittlerweile sind sie eigentlich nur noch eine Attraktion für Touristen, die überprüfen wollen, ob sie wirklich unter Höhenangst leiden. So wie wir. Also mit dem Auto die paar Kilometer in den Gloucester Nationalpark gefahren, wo uns von einer Schrankenwärterin sofort die 10 Dollar Nationalparkgebühr abgeknöpft wurde. Der Baum war etwa 100 Meter hinter dem Nationalparktor, aber nun ja. Sonst würde die Gebühr wohl freiwillig niemand zahlen, da meiner Meinung nach die meisten wirklich nur für den Baum kommen. Aber zurück zu diesem. Die Plattform auf dem Kletterbaum ist 60 Meter hoch und den Weg erkämpft man sich auf großen Eisennägeln, die wendeltreppenartig in den ca. 1,5 Meter dicken Stamm des Baumes geschlagen wurden und bis zur Plattform führen. Nun muss man sich eigentlich nur noch entscheiden, ob man klettert oder nicht. Gesichert wird hier nix, wenn man fällt dann fällt man und wenn man unten ankommt ist man ziemlich tot. Neben den Eisennägeln ist zwar eine Art Netz angebracht, aber wenn man wirklich mal abrutscht dann hält einen auch das nicht, denn das schützt eigentlich nur von der Seite und der Abstand zwischen den einzelnen Stufen ist so groß, dass man da locker durch passt, es sei denn man wiegt eine halbe Tonne, aber dann könnte das ganze Unterfangen eh kritisch werden, da die die Eisennägel nicht unbegrenzt belastbar sind, die biegen sich schon bei jedem Tritt ein bisschen nach unten (sind ja nur in den Baum geschlagen und eingedreht). Wie auch immer. Ich wollte da unbedingt hoch, Chris hat den sicheren Bodenplatz gewählt. Es dauert seine Zeit, man überwacht jeden Griff und jeden Schritt einzeln und sichert sich bei jeder Bewegung irgendwo gedanklich ab. Kommt man dann höher und höher wagt man gar nicht mehr den Blick nach unten, die Konzentration gebührt den Eisenstangen direkt vor sich und unter den Füssen. Noch weiter oben wird einem dann langsam warm, man fängt an zu schwitzen und das macht sich auch an den Händen bemerkbar. Dies wiederum macht das ganze noch heikler, weil man gelegentlich schon etwas abrutscht von den Eisenstangen. Wenn man dann ganz viel Glück hat, kommen einem am besten noch ein paar Leute beim Klettern von oben oder unten entgegen und man darf sich plötzlich irgendwie auf den 60 Zentimeter langen Eisenstangen zu zweit arrangieren. Am besten ist es meiner Ansicht nach als Runterkletternder außen auszuharren und den Hochkletternden innen vorbei zu lassen. Wenn man dann doch irgendwann oben ankommen sollte, kann man sich jedoch über einen tollen Ausblick durch die Baumwipfel freuen, auch wenn ich der auf den Baum genagelten Plattform nicht wirklich Glauben geschenkt habe. Ganz prima fühlt man sich allerdings erst, wenn man dort oben steht und dann von unten ein krächzendes Motorsägengeräusch hoch schallt, da hofft man dann nur, dass die Baumfäller wirklich wissen wo sie die Säge ansetzen (Ja, da war wirklich ein Motorsägengeräusch, irgendwo in der Nähe wurde ein Klohaus von wuchernden Ästen befreit… !). So ist das. höhenangsttechnisch gesehen muss ich im Nachhinein jedoch sagen, dass einige harmloser aussehende Dinge mir schon mehr Angst eingejagt haben – am Anfang ist die Kletterei schon übel und ein Blick nach unten nicht anzuraten, sobald man jedoch in die Astregionen des Baumes vorstößt, kann man nicht mehr direkt nach unten sehen und das ganze entschärft sich etwas.
Das zweite Ereignis am heutigen Tage war wie schon zu vermuten nicht geplant und es hat mal wieder etwas mit Karre zu tun. Diesmal: Kühlungsleck – ein kaputter Wasserschlauch hat Kühlwasser direkt aus dem Motorraum auf die Straße tropfen lassen und ich musste dementsprechend immer öfter Kühlwasser nachfüllen. So wild war es jedoch dann doch nicht, den Schlauch habe ich in einer Werkstatt in Pemberton für einige Dollar austauschen lassen und schon konnten wir in der Abenddämmerung diesen Ort verlassen und uns auf den Weg in Richtung Augusta machen, unserem ersten Ort an der richtigen „Westküste“.
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Die Bäume werden immer größer. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Australien solche Bäume gibt – zumindest nicht in den Nicht – Regenwaldregionen. Da wo es trocken ist, stellt man sich das ganze eher klein, karg und mickrig vor, allerdings wird man hier eines Besseren belehrt. Der Shannon Nationalpark ist im Prinzip ein Wald mit einer riesigen Fläche, bestückt mit gigantischen Eukalyptusbäumen die 70 Meter und höher werden können. Die Straßen schlängeln sich hier langsam durch das Dickicht, selbst die Leute die sonst nicht ständig mit Licht fahren schalten es hier gewiss an. Angenehm kühl ist hier die Luft und von hervorragender Qualität. Das scheint nicht nur meine Person zu genießen, sondern auch die Kängurus, die es hier anscheinend in Massen gibt haben wohl ihre Freude daran. Die zeigen sich hier nämlich nicht nur in den Morgen- und Abendstunden wenn es angenehm kühl ist, sondern den ganzen Tag über. Bevorzugt hüpfen sie direkt vor meiner Motorhaube von rechts nach links und jagen mir einen wahnsinnigen Schock ein und fordern meine Bremsen auf ihr Äußerstes, gleich zwei Mal hintereinander war es heute so knapp wie nie zuvor. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen hier bloß nicht schneller als 80 zu fahren, Warnschilder gibt’s hier komischerweise kaum welche. Wahrscheinlich weil sie den gewöhnlichen Australier eh nicht davon abhalten würden mit seinem großen 4WD mit 140 durch die Kurven zu jagen.
Die heutige Hauptattraktion (und auch die Kostspieligste) war der „Tree Top Walk“ irgendwo die Straße ab im „Valley of the Giants“, die Schilder kann eigentlich kein Mensch verfehlen. Recht touristisiert kann man hier über eine 600 Meter lange und in 40 Metern Höhe in den Bäumen aufgehängte Metallbrücke gehen und die Waldwelt von oben sehen. Das war wirklich ganz nett, auch wenn ich der Konstruktion nicht immer so voll und ganz vertraut habe, das liegt aber wohl eher an meinem Hang zur Höhenphobie und nicht an einer ingenieurstechnischen Pfuscherei der Erbauer. Und da dieser Event in ungefähr jedem Australienreiseführer der Welt erwähnt ist, ist es denke ich auch durchaus seine 8 Dollar Eintritt wert. Das passt schon.
Übernachtet haben wir dann auf einem Campingplatz direkt im Shannon NP unter großen Bäumen in weichem Laub. Das war angenehm, aber ich glaube in der Nacht war es noch nie zuvor so dunkel (und evtl. etwas unheimlich dadurch…).
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Direkt südlich von Albany liegt in einigen Kilometern Entfernung ein weiterer Nationalpark mit dem Namen Torndirrup. Hier kann man jede Menge wandern, die Hauptattraktion stellen jedoch „the Gap“ als auch „the Bridge“ dar - eine Steilküstenfelsformation und ein riesiger Felsen der sich im Laufe der Zeit zu einer großen Steinbrücke entwickelt hat. Nett anzuschauen, allerdings hat es uns außer für einige Fotos und ein bisschen Kletterei auf den Felsen nicht zu einem längeren Aufenthalt überzeugen können. War aber auch gar nicht geplant, der heutige finale Stopp sollte ein Campingplatz im West Cape Howe Nationalpark werden, genauer gesagt Shelley Beach – einem wunderschönen Strandcampingplatz mit genialen Wellen für uns im heutigen abendlichen Bad im Meer. Über eine kleine Straße mit dem tollen Namen „cosy corner road“ gelangt man durch einen Eukalyptuswald mit riesigen Bäumen irgendwann an diesen Ort. Die einzige Spur von Zivilisation sind hier ein paar Windräder auf einigen am Horizont zu erkennenden Hügeln – aber ich werde mich bestimmt nicht darüber beschweren, dass Australien tatsächlich mal auf regenerative Energieformen setzt. Ich glaube sogar, dass das das erste Mal gewesen ist, dass ich auf diesem Kontinent ein Windrad sehe. Also ich rede von so richtigen Windrädern, diese großen weißen Spargelstangen über dessen Aussehen sich die Atomkraftbefürworter lächerlicherweise immer aufregen… aber lassen wir das. Ein tolles Camping am Meer also. Mehr gibt’s nicht zu sagen.
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Albany ist schön. Diese Stadt hat es uns wirklich angetan, nicht nur weil es hier fast alles gibt was das Konsumherz erfreut, sondern auch weil sie anders als die australische Quadratstandardstadt ist. Über ein paar Kreisel kommt man in die Stadt herein, vorbei an Coles, Woolworth und dem sonstigen Einkaufstrubel, das Übliche. Dann allerdings wird die Straße klein und schleicht sich langsam einen kleinen Berg hinab, links und rechts gemütliche Lädchen und Cafes, es gibt sogar richtige (nach Kirche aussehende) Kirchen und ältere Häuser hier. Blickt man die Straße weiter entlang, schaut man direkt auf die Princess Bucht an welcher die Stadt liegt, kristallklares Wasser, hinter der Bucht wieder Land in hügeliger Form welches einen Nationalpark darstellt. Mit dem Auto kann man das ganze auch toll aus einer etwas luftigeren Perspektive sehen, man fährt einfach auf den Doppelhügel südöstlich hoch – hier gibt es auch einen Lookout und irgendein Kriegsdenkmal.
Gecampt haben wir am Middleton Beach, hier gibt es einen recht noblen Campingplatz direkt hinter der Düne, nett aber uns fast zu familiär. Und über den 6 km langen Scenic Drive über den Südhang des Aussichtshügels ist man sehr schnell wieder in der „Innenstadt“ von Albany.
Nun ja. Es gibt auch mal wieder eine Änderung der Reisegruppenkonstellation, Franzi wird hier in Albany aussteigen und den Direktbus nach Perth nehmen. Da waren wir noch zu zweit…
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Nach dem Frühstück gab es einen kleinen Infostopp in Ravensthorpe, wo wir die örtliche Touristendame nach Infos über den Fitzgerald NP ausquetschten, um dann zu erörtern ob sich der Besuch lohnt. Wir entschieden uns dann, nach Hopetoun an die Küste zu fahren und von dort über den Hamersley Drive durch den Nationalpark die Route zurück zum South Coast Highway zu nehmen, ein Umweg von unter hundert Kilometern. Das Wetter war zwar irgendwie kalt und windig (ein Phänomen das uns die letzten Tage schon begleitet, oft ist es morgens wolkig bis zur Mittagszeit und manchmal klart es dann auf…) aber der Nationalpark ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Pflanzenwelt hier ist schon sehr hübsch anzusehen, angeblich soll es zur Hauptblütezeit noch viel schöner sein – nun ja, man kann nicht überall zum richtigen Zeitpunkt sein.
Ein paar Kilometer hinter dem östlichen Parkgate stellt sich dann einem gleich der East Mt. Barren in den Weg, den man recht gemütlich hoch wandern kann wie wir es getan haben. Einen tollen Blick über den Park und angeblich bis nach Esperance soll man hier haben. Für uns leider nur eine recht diesige Sicht aufs nahe Meer und Umland, aber trotzdem schön. Noch einige Kilometer weiter die Straße entlang kann man irgendwo links abbiegen und gelangt dann zum Hamersley Inlet, ein dem Meer vorgelagerter Salzsee der vom Hamersley River gespeist wird. Hier gibt es zwei primitive Campingplätze von denen einer unser heutiges Zuhause werden sollte.
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Wie immer brauchten wir nach einigen Tagen mal wieder den üblichen Zivilisationskram und eine Menge Internet, dafür bot sich eine Nacht in Esperance von gestern auf heute schon förmlich an. Esperance selber bekommt von mir die Auszeichnung einer netten kleinen Stadt am Meer - viel Tourismus und alles was man braucht gibt es hier. Bevor wir hier angekommen sind, hörten wir von vielen Leuten, die hier schon mal waren nur absolut Positives - entsprechend war die Erwartungshaltung extrem hoch. Sagen wir es einfach so: Esperance und Umgebung: Genial und in Kombination unbedingt anschauen! Nur Esperance: Auch nett, aber ohne das Umland nur halb so schön.
Egal. Heute wurde dieses Kapitel dann trotzdem abgeschlossen, allerdings konnten wir aufgrund der vielen Erledigungen mit dem nicht mehr besonders langen Resttag nicht mehr viel anfangen. Also suchten wir uns einen etwas abgelegenen Campingplatz am Meer aus, der zwar nicht so weit von Esperance weg war, aber trotzdem nur durch eine 10 Kilometer lange Pistenstraße zu erreichen war die für Karre schon nah an der Grenze lag. Ein 4WD wäre hier wirklich nicht schlecht gewesen, Bodenwellen ohne Ende. Dafür war der Strand dann aber auch noch verlassener und die Wellen noch höher! Und auf dem Campingplatz gab es wirklich nur die nötigsten Einrichtungen und sehr seltsame Leute die alle danach aussahen als wäre dieser Campingplatz ihr Zuhause…
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70 Kilometer rote Piste trennten uns vom Cape Arid Nationalpark, dem östlichsten Punkt auf der Höhe von Esperance, den man mit einem 2WD Auto besuchen kann. Nicht viele Besucher kommen hierher, denn es ist einfach eine zu weite Strecke und die meisten Urlauber bleiben wohl im Cape Le Grand NP hängen. Dies ist wohl auch der Grund für die dort überfüllten Campingplätze und die regelrecht verlassenen Plätze hier im Cape Arid Park. Soll uns nicht stören, hier hatten wir eine schöne ruhige Nacht direkt am Thomas River, der hier ins Meer mündet und Strände für uns ganz allein, in der gleichen Schönheit die wir auch weiter westlich vorgefunden haben. Auch die Campinggebühren sind hier erheblich günstiger, überall hängen Zettel, dass das Spendensystem des Platzes auf dem wir waren (Shire Campsite) irgendwann abgeschafft und feste Gebühren für eine Übernachtung eingeführt werden sollten – allerdings ist es anscheinend bis heute nicht dazu gekommen. Und so kann man hier mit 2 Dollar pro Nacht und Person mit gutem Gewissen schlafen, man wirft das Geld einfach ohne Registrierung in eine Art Spardose (oder auch nicht??). Ich habe auf diesem Campingplatz jemanden getroffen, der hier schon seit Wochen wohnt und nicht danach aussah, als würde er bald abreisen wollen. Ein friedlicher Platz für diejenigen, die kein Problem damit haben, die Natur als einzige Gesellschaft auf längere Zeit anzusehen (und irgendwie das Problem mit der nicht vorhandenen Dusche lösen können...).
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Durch Norseman hindurch waren es nur noch 200 Kilometer bis Esperance, der Stadt am Meer die unser heutiges Ziel sein sollte, es dann jedoch irgendwie doch nicht war. Wir wollten eigentlich „außerhalb“ von Esperance zelten, allerdings war „außerhalb“ dann im übertragenen Sinne doch eine 40 Kilometer Fahrt in den Cape Le Grand Nationalpark hinein. Nicht bereut haben wir diese Entscheidung, denn angeblich soll es hier die schönsten Strände Australiens geben – und so war es auch. Nicht, dass ich mir anmaßen würde das beurteilen zu können, denn dafür fehlt mir eine entsprechende Vergleichsbasis – aber hier war es wirklich nett. Sogar bei bewölktem Himmel sah die Lucky Bay Bucht noch toll aus, die Bucht in der auch unser – leider überfüllter – Campingplatz lag. Am Strand war allerdings trotzdem nicht viel los. Auch nicht am nächsten Morgen, an welchem wir eine kleine Wanderung zur Nachbarbucht und zurück unternommen haben.
Gegen Nachmittag kletterten wir dann noch Frenchmans Peak hoch, ein kleines Felshügelchen mit steilem Aufstieg, einer großen Höhle auf der Spitze und einem prima Blick über einen Großteil des Nationalparks. Und als wir den Park eigentlich schon wieder verlassen wollten, konnten wir nicht widerstehen und fuhren noch schnell mit dem Auto zum Le Grand Beach, um festzustellen, dass es sich um einen 22 Kilometer – Strand handelt, der eigentlich gar nicht mehr zum Nationalpark gehört und mit dem Auto befahrbar ist. Leider nicht auf unserer Route gab es trotzdem ein paar Testfahrten mit Karre, und die Erinnerungen an Fraser Island kamen wieder hoch…
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Nicht wirklich viel berichten kann man über den heutigen Tag. Im Prinzip war es eine endlos lange und absolut langweilige Autofahrt ohne groß das Lenkrad bewegen zu müssen. Die einzige Abwechslung boten die gelegentlichen Krämpfe im Gaspedalfuß (warum hab ich ein Auto ohne Tempomat gekauft?) und die offiziell längste gerade Strecke Australiens die wir heute passierten: 146,6 Kilometer ohne eine einzige kleine Kurve nur geradeaus! Was eine Freude. .
Nun ja – zumindest gab es einen gratis – Campingplatz am Straßenrand mit einem süßen kleinen Plumpsklohäuschen und einer darin wohnenden altersschwachen Huntsman – Spinne…
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Heute sollte es endlich über die Grenze nach Westaustralien gehen. Nicht jedoch, ohne zuvor offiziell das Nullarbor zu betreten, das große Areal ohne Bäume (das bedeutet das Wort Nullarbor, kommt aus dem Lateinischen…). Ein paar Bäume gibt es manchmal trotzdem, jedoch wirklich nur sehr selten. Vor der Grenze folgt der Highway im Prinzip genau der Küste, über 100 Kilometer geht es wenige hundert Meter entfernt vom Kliff fast nur geradeaus. Und es gibt genau 7 Aussichtspunkte, die in unserer Karte verzeichnet waren – natürlich mussten diese ausnahmslos besucht werden um vor Ort eine große Fotosession zu starten. Eigentlich sind diese Lookouts vom Aufbau ziemlich gleich, man biegt von der Hauptstraße ab, folgt einem Pistenweg ein kurzes Stück und landet dann auf einem Parkplatz von wo aus man nur noch wenige Schritte vom eigenen Verderben entfernt ist. Dort tastet man sich so lange zum Abgrund vor, bis die zittrigen Knie dem Entdeckungsdrang eine Grenze setzen und bewundert ungläubig das Ende der Welt, ständig hoffend, dass das Felsstück auf dem man sich selbst befindet nicht das nächste Opfer der tobenden Wellenerosion weiter unten in der Tiefe ist.
Irgendwo an einer der letzten Tankstellen hatte uns ein Ehepaar noch schnell ihre letzten Obst und Gemüsevorräte anvertraut – denn an der Grenze nach Westaustralien gibt es einen Fruchtfliegenkontrollpunkt, an welchem man jegliches Obst, Gemüse, Obst- und Gemüseverpackungen usw. über Bord werfen muss. Somit kombinierten wir unsere eigenen Vorräte mit den geschenkten Lebensmitteln und bereiteten auf einer wenig belebten Raststätte wohl das gesündeste Fruchtfestmahl seit Monaten in unserem größten Kochtopf zu. Mhhh!
Nach der Grenze waren es dann nur noch etwas mehr als 10 Kilometer bis Eucla, unseres heutigen Übernachtstopps. Die Hauptattraktion an diesem Ort im Nichts ist übrigens die Tankstelle und eine Telegraphenruine weiter unten in Strandnähe.
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Den Ort Ceduna, den wir heute als letzten Außenposten vorm großen Nichts passierten, brauche ich eigentlich nicht wirklich erwähnen. Hier kann man einkaufen. Punkt. Das wars dann auch schon. Und hinter Ceduna kommt wirklich absolut gar nichts mehr. Auf jeden Fall was Städte und Ähnliches angeht.
Aber: Etwa 75 Kilometer hinter Ceduna liegt Penong und hier kann man vom großen Highway abfahren und landet dann auf einer Straße aus Salz. Getestet und für gut befunden von uns, prima zu befahren und schmeckt bei der Berührung mit der Zunge wirklich sehr salzig! Eine geniale Landschaft war hier vor uns zu sehen, links und rechts nur ganz karge Pflänzchen – eine weiße Straße und am Horizont riesige gelbe Sanddünen. So etwas hatten wir alle noch nicht gesehen und die Begeisterung ist schwer in Worte zu fassen. Fährt man weiter in Richtung Meer, wird es immer seltsamer. Wieder die Straße aus Salz, links ein Salzsee mit Wasser drin, rechts das ausgetrocknete Pendant dazu, diesmal die gelbe Düne direkt dahinter. Und als wir dann endlich am Cactus Beach angekommen waren kam noch ein knallblaues Meer dazu, mit unglaublich hohen Wellen und einem nicht empfehlenswerten Badeerlebnis (wir wären sehr gerne schwimmen gegangen aber es war einfach zu gefährlich…).
Cactus Beach ist ein inoffizielles Surferparadies mit einem sehr einfachen Campingplatz hinter der Düne, auf welchem zur Dämmerungszeit ein Campingplatzwärter kommt, die Mülltonnen leert und das Geld für die Übernachtung kassiert. Simpel aber genial. Das salzige Wasser für die Dusche wird mit einer windbetriebenen Pumpe durch die Gegend gepumpt, „no wind, no water“ ist hier die Devise. Aber an diesem Örtchen ist es sehr unwahrscheinlich, dass man an einem Tag mal keinen Drachen steigen lassen kann. Salzwasserduscherlebnis und somit die persönliche Körperhygiene sind somit garantiert!
Nun ja. Zurück zur Schönheit dieses Ortes. Wenn man von den genialen Ausblicken auf Meer und Wellen immer noch nicht genug hat, kann man sich noch auf den Weg zum Chadinga Conservation Reserve machen. Liegt gleich nebenan und verkörpert die hohen Sanddünen, die man bei dem kühlen Wind recht bequem hoch wandern kann. Der atemberaubende Blick über die entfernte Umgebung und die endlose Klifflandschaft erreicht hier seinen Höhepunkt. Den Sonnenuntergang am Abend werde ich nun nicht mehr kommentieren, sagen wir einfach, dass er zu allem anderen hier gepasst hat… Cactus Beach und die Umgebung kommt in meiner Liste der schönsten Orte Australiens definitiv auf einen Platz ganz an der Spitze!!!
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Ein Frühstück, einen Einkaufsstopp in Pt. Lincoln und das übliche Tanken später, fanden wir uns dann auch bald schon wieder auf einer wundervollen australischen Landstraße wieder, diesmal die Eyre Peninsula wieder hoch, weiter Richtung Westen. Heute Abend wollen wir die Eyre Peninsula hinter uns gebracht haben, schon komisch wenn man sich vorstellt, dass diese Halbinsel ungefähr halb so groß ist wie Deutschland und wir das ganze Ding in 2 Tagen überfahren, man möchte manchmal vieles noch genauer sehen – aber für alles fehlt einfach die Zeit. Das wäre eine Lebensaufgabe.
Ungefähr an der südlichen Spitze von Pt. Lincoln beginnt dann irgendwann auch bald die große australische Bucht, ungefähr auf Höhe von Cape Carnot. Über 1100 Kilometer die Küste entlang in den Westen endet der Kontinent dann nur noch über Steilküste im Meer, das längste zusammenhängende Kliff der Welt. Teilweise endet das Land einfach abrupt und es geht 90 Meter in die Tiefe, wo meterhohe Wellen am Kontinent knabbern. Unglaublich - und nichts für Leute, die Probleme mit Höhen haben… aber wunderschön. Ich liebe Steilküste!
Wir sind einfach irgendwann links zu einem Lookout abgebogen, den Hügel hochgefahren und hatten von hier einen atemberaubenden Blick nach unten aufs Meer, die Klippen und die gigantischen Wellen. Und auf der anderen Seite weiter im Inland konnte ein wölkchenblauer Salzsee bewundert werden, der halb mit Wasser gefüllt war und an dessen Rändern sich das Salz zu kleinen Stränden formiert hat.
Ein paar Stunden später haben wir dann noch bei Murphys Hackstacks angehalten, einer Ansammlung von Felsformationen auf einer Hügelspitze, in etwa Uluru in extraklein – aber trotzdem ganz nett. Vor allem mit dem endlos weiten Land im Hintergrund.
Abends brauchten wir dann einfach mal wieder etwas Strom und wir haben die Nacht auf einem zivilisierten Campingplatz in Streaky Bay verbracht. Manchmal muss das sein. Und Streaky Bay klingt irgendwie lustig.
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In Port Augusta versüßten wir uns den Tag noch mit einem letzten günstigen Tankstopp, um dann über den Lincoln Highway den Weg bis zur südlichen Spitze der Eyre Halbinsel zu finden. Bis nach Port Lincoln, wo wir uns in der örtlichen Touristeninformation über den nahe gelegenen Lincoln Nationalpark informierten und uns mit Karten zudeckten. Dann folgten wir der asphaltierten Straße ein paar Kilometer weiter südlich, bis wir hier den Eingang zum Nationalpark passierten, hier ist auch gleich die Selbstregistrierstelle (ich habe nun übrigens raus gefunden, dass diese Selbstregistrierboxen wo man das Geld rein wirft auch „honest“ Boxen heißen… sehr passend – ich wüsste gerne mal wie viele Leute wirklich so ehrlich sind und wie viele es riskieren die Strafe zu zahlen, wenn sie erwischt werden bei Nichtbezahlung… ). Der Lincoln Nationalpark selbst ist im Prinzip eine kleine Halbinsel südlich von Port Lincoln und man kann mit einem normalen 2WD Auto ohne Probleme fast alle tollen Stellen des Parks erreichen. Sicherlich gibt es hier und da mal ein Schlagloch, aber insgesamt sind die 20 – 30 Kilometer „dirt road“, die man fahren muss um an die tollen Punkte zu gelangen, prima befahrbar. 4WD wäre natürlich noch optimaler, aber ist hier wirklich nicht von Nöten. Es gibt ein Dutzend Campingplätze an verschiedenen Stellen des Parks und wir haben uns für den September Beach an der Ostküste der Halbinsel entschieden. Direkt hinter der Düne konnten wir hier unser Lager errichten und kurz vor Sonnenuntergang gab es dann noch ein 3 Minuten Bad im absolut eiskalten Wasser auf unserem eigenen kleinen Privatstrand (hier war kein Mensch…).
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Gegen Mittag war es nun soweit, ich machte mich auf den Weg in Richtung Adelaide Innenstadt um dort Chris und Franzi von einem Backpackerhostel aufzusammeln, die beiden mitsamt Gepäck irgendwie ins Auto zu quetschen und dann das Lenkrad in Richtung Norden zu steuern. Im Prinzip 300 Kilometer Highway Nr. 1, die gleiche Strecke, die ich schon vor 3 Wochen runter nach Adelaide genommen hatte, zurück durch die goldgelb verbrannte Feldlandschaft die man hier momentan vorfindet. Bis zum Mt. Remarkable Conservation Park, einem Teil der Flinders Ranges. Hier nutzten wir den Reserveratscampingplatz um unsere erste Nacht auf dem Weg in den Westen zu verbringen – auf einem der exklusivsten Selbstregistrierungscampingplätze bisher – sogar warme Duschen gibt es hier. Der Müll wird hier vorbildlich getrennt, am Abend hüpften auf dem ganzen Campingplatz Kängurus rum und am nächsten Morgen weckte uns der Parkranger mit einem Hinweiszettel für ein absolutes Feuerverbot am Folgetag (sonst sind nur Gaskocher erlaubt, an einigen speziellen Tagen wo das Risiko für einen Waldbrand besonders hoch ist, darf dann gar nix benutzt werden was etwas mit Feuer zu tun hat).
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Die 3 Wochen hier sind unglaublich schnell vergangen und ich bin momentan gar nicht richtig in der Stimmung um weiter zu reisen. Ich habe hier in Adelaide unglaublich viel unternommen und gesehen und es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen. Etwas schreibfaul bin ich hier leider auch geworden, aber ich denke das wird sich bald wieder ändern. Morgen geht es nämlich planmäßig weiter, denn Chris und Franzi - zwei Leidengenossen aus meiner Zeit in Ayr treffen nun in Adelaide ein und wir haben vor, ab morgen gemeinsam die über 3000 Kilometer lange Strecke in Richtung Perth zu bestreiten. Was das wohl wird?
Auf jeden Fall kann ich guten Gewissens reisen, denn ich habe tatsächlich noch alles in Adelaide erledigt was zu erledigen war und mein neuer Rückflugtermin lautet nun: 08. Juli 2008! Somit liegt das Bergfest immer noch vor mir und die Planungen werden hoffentlich etwas stressfreier ab nun. Außerdem wäre ein kleiner Arbeitseinschub in Kürze eh mal wieder ganz angenehm und der neu gewonnene Zeithorizont täte dies ja durchaus erlauben… schauen wir mal wo man was zu welcher Zeit für das meiste Geld am besten von den Bäumen rupfen kann…
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Heute sind Steffi und ich nach unseren letzten gemeinsamen 300 Kilometern endlich in Adelaide angekommen, der Stadt in welcher sich unsere Wege trennen werden. Steffi wird von hier nach Neuseeland fliegen und ich werde mich auf den Weg nach Westen aufmachen, so wie ich es von Anfang an geplant hatte, Westaustralien stand schon immer in großen roten Buchstaben auf meinem Reisewunschzettel und bisher habe ich diesem Punkt wenig Beachtung geschenkt. Aber das wird sich bald ändern. Bevor es jedoch soweit ist, werde ich mich allerdings noch etwas in Adelaide aufhalten, denn hier kann ich bei Freunden wohnen, die ich schon fast mein ganzes Leben lang kenne und die vor einigen Monaten von Europa nach Australien ausgewandert sind und nun hier leben. Was für eine schöne Gelegenheit, sie gleich mal in ihrer neuen Heimat zu besuchen … (hoffentlich nerve ich sie nicht zu sehr…).
Wie auch immer. Karre braucht sowieso dringend mal eine Verschnaufpause und darf sich nun 3 Wochen auf der Straße vor dem Haus die Sonne auf die Haube scheinen lassen. Außerdem muss ich dem kleinen Auto dringend einen Ölwechsel verpassen und den von einem Steinschlag zerschlagenen Blinker auswechseln. Und mein Rückflug, der momentan am 01. April geht muss dringend umgebucht werden (ich konnte damals den Rückflug nicht auf einen späteren Termin legen, da man nicht mehr als ein Jahr in die Zukunft buchen kann und ich das Ticket irgendwann zwischen April und Mai 2007 gekauft habe…). Ich habe öfter mal darüber nachgedacht, schon im April zu fliegen und nichts umzubuchen, allerdings ist April nicht mehr weit hin und es ist noch so viel zu sehen – das ist somit nicht vereinbar mit meinem allgemeinen Zeitplan.
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Heute Abend haben wir in Port Augusta einen lustigen Australier kennen gelernt, der seit 9 Monaten auf seinem Motorrad in Richtung Melbourne fährt. Allerdings mit der Besonderheit, dass er das Motorrad in London gekauft hat und über Europa und Asien bis nach Australien gefahren ist. Port Augusta ist einer seiner letzten Stopps, bevor er in den nächsten 2 Tagen seine letzte Etappe antritt. Wenn man solche Leute trifft, dann kommt einem die eigene Tour plötzlich irgendwo etwas lächerlich vor, weil bei so einer Reise doch anscheinend noch ganz andere Begegnungen mit Ländern und Menschen entstehen, als bei einer kleinen Autotour durchs sichere Australien. Es geht halt immer noch ein Stückchen extremer, und die Geschichten die er zu erzählen hatte klangen nach mehr. Vielleicht muss ich doch noch mal einen Motorrad Führerschein machen… oder reicht auch einfach ein Fahrrad?
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Unser nächster Stopp sollte uns gestern ins wunderschöne Coober Pedy führen, einem Ort auf halbem Weg von Alice nach Adelaide. Aus Coober Pedy kommt heute fast jeder Opal der Welt, der ganze Ort ist umgeben von Opalfeldern und eigentlich sind diese der einzige Grund für die Existenz von Leben hier. Schon viele Kilometer vorher, zeichnet sich eine gewisse Änderung der sonst hier sehr kargen Wüstenlandschaft ab, in Form von hunderten kleiner Sandhäufchen links und rechts vom Straßenrand, bis zum Horizont soweit das Auge blicken kann. Der Alptraum eines jeden Vorgartenbesitzers vor Maulwurfhügeln, die den eigenen Rasen durchlöchern wird hier in überdimensionaler Form Wirklichkeit. Kein Fleckchen im Umkreis von 60 Kilometern ist hier unangetastet gelassen worden, überall hat man mindestens einmal zum Spaten gegriffen um wenigstens ein kleines Probehäufchen auszuschaufeln, bevor der Griff zum großen Bagger anstand sobald das Probehäufchen Erfolg versprach.
Im Örtchen selber ist auch alles anders. Coober Pedy zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass viele der hier vorhandenen Einrichtungen unter der Erde liegen. Im Sommer wird es hier doch recht warm, in den Räumen unter der Erde ist es allerdings angenehm kühl und es lässt sich gut aushalten. Bestätigen können wir das, weil wir uns für zwei Nächte in einem Untergrundbackpackerhostel entschieden haben, die wir auf keinen Fall bereuen. So wohlklimatisiert, allerdings ohne den ständigen Klimaanlagenluftzug, hatten wir es schon lange nicht mehr, auch wenn die Räume nicht besonders einladend waren, da kein Fenster, keine Tür und eine Felswand direkt neben dem Kopfkissen. Aber was zählt ist die Temperatur, beim Schlafen hat man eh die Augen zu!
Da Coober Pedy und seine Umgebung wie schon erwähnt so traumhaft schön sind, haben wir uns für den heutigen Tag auch gleich zu einer Tour in die Breakaways entschieden, ein Naturreservoir das hier für seine extremen Landschaftsformen bekannt geworden ist. Im Touristenoffice musste dafür eine Genehmigung gekauft werden und schon ging es mit Karre etwa 20 Kilometer nördlich, um dort über eine Piste zu fahren und sehr farbkontrastreiche Felsformationen, den längsten Zaun der Welt (den Dogfence, ein Zaun zum Schutz der Schafherden vor den Dingos des Nordwestens der über 5000 Kilometer lang ist) und endloses Nichts bewundern zu können. Wirklich schön anzusehen, aber doch irgendwo eigenartig da hier nicht wirklich viel der Versinnbildlichung von Leben entspricht. Pflanzen und Wasser gibt es hier in der Region so gut wie gar keine, in Coober Pedy steht nicht ein einziger Baum. Vielleicht ein Grund, warum dies ein beliebter Drehort für einige Endzeitfilmproduktionen geworden ist.
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Aufstehen um 5 Uhr! Brrrr! Dusche ausfallen lassen und direkt ins Auto steigen. Einreihen in die Autokolonne. Naja, so schlimm war es nicht ganz, aber als wir am Sonnenaufgangsplatz im Uluru NP angekommen sind, war hier doch schon übermäßig viel los. Ein bisschen verloren gegangen ist die Romantik da schon, aber der Anblick war wie erwartet genial. Großer grauer Fels wird immer rötlicher und jede einzelne Farbnuance wird mit einem Foto quittiert (nein, das war nicht romantisch ausgedrückt… Man neigt hier wirklich zu übermäßigem Chipverbrauch – gut, dass man heutzutage nach 36 Bildern nicht jedes Mal den Film wechseln muss. Sonst hätte ich wirklich ein Problem, alleine vom Gewichtsaspekt. Ich nähere mich mit dem heutigen Tag der 4.500 Bilder – Grenze, seit meiner Abreise in Deutschland).
Nach etwa 45 Minuten war das große Spektakel dann vorbei, die Busse reisten ebenso schnell wie sie gekommen waren wieder ab und wir machten uns auf den Weg zu unserem Ausgangspunkt für den Basewalk (eine Wanderung drum herum). Nicht ohne am Startpunkt für die Besteigung des Uluru anzuhalten und mit anzuschauen wie sich eine große Menschenmasse den Fels hoch quält. Generell wird darum gebeten, dass man Uluru nicht besteigt. Daran wollten wir uns halten, deswegen haben wir es nicht gemacht. Es war aber immer noch eine große Menge Menschen anwesend, die es trotzdem getan haben. Nun ja. Muss jeder selbst wissen.
Für die Umrundung zu Fuss haben wir etwa 2,5 Stunden gebraucht. Sehr schön kann man hier jede Seite vom Uluru ganz genau betrachten, aber es war auch mal wieder sehr heiß. Trotzdem absolut empfehlenswert. Gegen halb 11 waren wir dann wieder zurück auf dem Campingplatz, in den Mittagsstunden wollten wir einfach nirgendwo mehr rumlaufen, man hält es einfach nicht aus und da wir Kata Tjuta (die Olgas) noch am späten Nachmittag sehen wollten, wäre unser Sonnenpensum sowieso um das Vielfache überschritten worden sonst.
Nun ja, das Sonnenpensum wurde für mich trotzdem überschritten, denn Karre sollte erstmal nirgendwo mehr hinfahren. In den letzten Tagen war uns aufgefallen, dass unser Spritverbrauch ins Unermessliche gestiegen ist und von sonst etwa 10 – 12 Liter auf über 20 Liter angestiegen ist. Zuerst dachten wir das läge am Opal (es gibt hier in den Outbackregionen um Alice Springs herum einen Ersatztreibstoff für das klassische „Bleifrei“ mit dem Namen „Opal“. Opal hat die Eigenschaft, dass man es nicht schnüffeln kann. Eine Aktion vom Australischen Government um die Benzinschnüffelei hier in der Region einzudämmen … wirklich!), aber der Verbrauch wurde immer größer – auf den 50 Kilometern zum Sonnenaufgangbetrachten hatten wir etwa 20 Liter verbraucht. Nach einigen pseudoprofessionellen Blicken in den Motorraum durch meine Person entdeckte ich ein Tropfgeräusch, dessen Ursprung eine lecke Benzinleitung von Tank zum Motor war. Sobald man den Motor startete kam hier ungefähr die Hälfte des Benzins rausgesprudelt und tropfte auf dem Boden. Soviel zum hohen Verbrauch. Ein neues 12cm langes Gummischläuchen musste gefunden werden. Wo waren wir noch? Ach ja, in einem Konsumparadies im Nirgendwo, Supermärkte haben so was leider nicht und die Werkstatt war schon auf Notrufbetrieb, die hätte mit Sicherheit eine dicke Rechnung ausgestellt für so einen blöden Schlauch… Nach einigen Reperaturversuchen mit Kaugummi und Panzerklebeband musste ich dann leider den Überlaufschlauch vom Kühlwasserbehälter opfern. Abgekappt, eingebaut – war etwas eng aber ansonsten: Hält dicht. Fragt sich nur wie lange, ich bezweifle, dass das Teil für Benzin geeignet ist, also sollte ich wohl besser in naher Zukunft ein richtiges Schlauchstück besorgen… sonst darf ich wohl bald doch noch mal Kaugummi und Panzerklebeband zücken… Neuer Eintrag im Lebenslauf: „Kann Benzinleitungen reparieren“….
Um 3 Uhr ging es dann tatsächlich noch zu Kata Tjuta (den Olgas), einer weiteren riesigen Felsformation etwa 50 Kilometer westlich von Yulara. Und mindestens genauso schön anzusehen wie Uluru, nur wohl nicht ganz so weltberühmt. Kata Tjuta ist teilweise stark mit Gräsern und kleinen Pflanzen bewachsen, was einen sehr schönen Kontrast zu den roten Felsen ergibt. Kombiniert mit dem blauen Himmel kommt man sich vor wie in einer gigantischen Modelleisenbahnplatte, auf welcher jemand mit Lehm, Sprühkleber und Streugras eine Landschaft kreiert hat. Zwei Wege gibt es hier für die Besucher, einen Rundweg und einen weiteren Weg in eine Schlucht hinein. Beide haben wir erkundet, auch wenn der Rundweg ab dem ersten Aussichtspunkt aufgrund von zu hohen Temperaturen leider gesperrt war (es herrscht wohl Angst, dass die Leute hier einen Herzinfarkt bekommen, wohl begründet und schon öfter passiert – man überschätzt sich hier schnell und einige der Touristen die uns entgegen kamen sahen nicht so fit aus…).
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Schlappe 350 Kilometer weiter (das sieht auf der Karte immer so aus wie „oh, das ist ja gleich in der Nähe, fahren wir mal kurz hin – ja??“) sollen wir am heutigen Abend endlich auf das stoßen, was wohl fast jedem bei dem Wort „Australien“ als erstes einfällt. Uluru. Oder auch Ayers Rock, wobei die Bezeichnungen in der Sprache der Aborigines heute wieder gebräuchlicher sind. Ist wohl auch richtig so.
Wie auch immer. Nach Mittagszeit kamen wir endlich in Yulara an (sozusagen das „Basiscamp“, diese Bezeichnung ist jedoch recht unpassend…) und fanden uns am Ende der Welt in einem großen Haufen Zivilisation wieder, wenn man es so nennen möchte. Hier gab es plötzlich alles was man für ein ordentliches Konsumleben benötigt: Tankstelle, Supermarkt, Zeitschriftenladen, Post, Souvenirladen, Restaurant, Hotel, Campingplatz, Busshuttle, Polizeistation, Feuerwehr, Flughafen, Werkstatt, Mobilfunkempfang (!), Internet usw...Alles da. Und beim Preis bitte alles mit 3 multiplizieren. Unglaublich. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Den Preis schon, aber dass hier so ein großes Stückchen Infrastruktur für die Schönen und Reichen aufrechterhalten wird, hätte ich nicht gedacht. Aber liegt wohl daran, dass Uluru Bestandteil jeder Australien Pauschalreise sein mag, egal wie exklusiv. Nun ja. Schlecht war es nicht. Man kann hier gut leben, solange die Kasse stimmt. Man kann aber auch immer noch gut leben wenn man wie wir auf nicht ganz so hohem Lebensstandard mit dem Campingplatz vorlieb nehmen muss (oder will!) und Uluru bleibt mit Sicherheit genauso schön. Genau. Was wollte ich eigentlich erzählen?
Uluru! Gegen 6 Uhr machten wir uns in mittlerweile einigermaßen erträglicher Temperatur (nicht wirklich, aber bei dieser Hitze redet man sich ein, dass es ja schon total kühl geworden wäre zur Abendzeit…) in Richtung Nationalpark auf, von Yulara sind es ungefähr 18 Kilometer. Die Eintrittsgebühr von 25 Dollar für 3 Tage pro Person an der Pforte gezahlt und schon konnten wir weiterfahren. Ungefähr einen Kilometer. Fotostopp. Zwei weitere Kilometer. Fotostopp. Noch ein bisschen. Fotostopp. Fotostopp. Fotostopp. Und so weiter. Bis wir mit dem Auto direkt davor standen, einmal rum gefahren sind (mit Fotostopps versteht sich) und dann zum letzen Fotostopp zum Sonnenuntergangsplatz zurückgekehrt sind (nicht ganz, der offizielle Sonnenuntergangsplatz war uns etwas zu voll, ein paar Meter weiter die Straße runter kann man auch toll anhalten und niemand nervt einen beim Genießen…). Was kann ich sonst noch sagen: Ich hätte nicht gedacht, dass Uluru so atemberaubend toll aussieht und vor allem so gigantisch ist (ehrlich gesagt habe ich lange mit dem Gedanken gespielt ob ich überhaupt hier herkomme während der Australienzeit… gut, dass ich mich dafür entschieden habe…). Alleine wenn man drum herum fährt sieht er aus jeder Perspektive anders aus und man kommt sich doch recht klein vor, wenn man direkt davor steht. Und beim ersten Anblick kribbelt es schon ein bisschen. Toll!
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Nachdem es gestern knapp 500 Kilometer südwestwärts zum Kings Canyon ging und vom Tag nur noch genug Helligkeit für das Aufbauen des Zeltes und zum Zubereiten des Abendessens über war, mussten wir uns zu zwei Nächten Kings Canyon durchringen. Und das obwohl der Campingplatz im Kings Canyon Resort doch recht teuer war, prinzipiell gesehen der Teuerste bisher, allerdings mit Strom und einem phänomenalen Ausblick. Dafür war er auch 30 Kilometer näher am Kings Canyon als die billigere Alternative Kings Creek Station. Wie auch immer. Hat sich gelohnt.
So begab es sich dann, dass wir am heutigen Tage den Kings Canyon direkt besuchten, zur Auswahl stehen hier zwei verschiedene Touren – eine durch den Canyon direkt (kurz und schmerzlos mit Blick nach oben) oder den 3,5 Stunden langen Rim Walk oben auf dem Canyonrand mit Ausblick nach unten, im Prinzip ein Rundweg. Wir entschieden uns für letztere Alternative, Rundwege sind eh schöner und der erste Weg war uns etwas zu kurz. Nach dem Passieren der zig Warnschilder, dass wir doch ja genug trinken sollten und auf uns aufpassen und nicht zu nah an den Canyonrand gehen sollten usw. ging es einen recht steilen Aufstieg hoch, von hier bot sich schon ein atemberaubender Ausblick auf den Canyoneingang und das flache Hinterland. Den Canyonrand entlang ging es auf gleich bleibender Höhe immer weiter in die Schlucht hinein, mit Blick auf die 100 Meter tiefen Canyonwände, die aussehen als wären sie wie Butter mit einem Messer abgeschnitten. Absolut glatt, als hätte jemand mit einer Schleifmaschine nachgeholfen. Man sollte hier echt aufpassen, stützt man sich auf das nicht vorhandene Geländer, liegt man ein paar Sekunden später recht leblos auf dem Canyonboden. Da können die Knie doch schon recht weich werden wenn man am Abgrund steht. Am Ende der Schlucht gab es noch den Garten Eden zu bewundern – der Name passt doch recht gut – man findet hier mitten in der sonst recht karg bewachsenen Canyonumgebung plötzlich einen grünen Fleck mit Palmen und anderem Grünzeug, Wasser und Frösche. Im Garten Eden sammelt sich das Wasser, das die umgebenden Felsen bei Regen aufsaugen und ist auch ein Teil vom Kings Creek der zu nicht so trockenen Zeiten in den Canyon hinein sogar einen Wasserfall bilden kann. Für uns leider nicht zu bewundern mitten in der heißesten Zeit des Jahres. Usually dry halt. Ach ja… am Ausgangspunkt der Wanderung hing ein Thermometer, das zu Beginn der Wanderung 40 Grad und bei unserer Rückkehr sogar 44 Grad angezeigt hat. Soviel zum Thema es ist warm. Es ist warm!!
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Es ist einfach zu warm. Nach einer netten Silvesternacht in Alice Springs, einem klitzekleinen Feuerwerk, welches wir vom Anzac Hill aus beobachten konnten kombiniert mit einem wunderbaren Sternenhimmel und einem ansonsten tollen Blick auf Alice bei Nacht haben wir heute prinzipiell so gut wie gar nichts gemacht. Bewegung ist bei Temperaturen zwischen 37 und 43 Grad einfach nur tödlich und man möchte eigentlich den ganzen Tag auf dem Bett des klimatisierten Hostelzimmers liegen und dösen. Trotzdem konnten wir uns gegen 16 Uhr doch noch einmal aufraffen und einen kleinen Spaziergang durch Alice machen, wahrscheinlich waren wir die einzigen Bekloppten, die sich hier vor Einbruch der Dunkelheit vor die Tür trauen…
Ach ja, frohes neues Jahr!
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An unserem vierten Outbacktag fehlten eigentlich nur noch rund 400 Kilometer bis zu unserem letzten Ziel in diesem Jahr, Alice Springs. Nach einem weiteren Tankstopp in Wauchope und dem erneuten Schrecken über die unglaublichen Spritpreise hier im Landesinneren (wir zahlen hier so um die 1,80 Dollar für einen Liter Bleifrei, sonst zwischen 1,29 und 1,40 Dollar…) ging es über Ti-Tree und einem kleinen Stopp auf dem „südlicher Wendekreis“ – Rastplatz (hier ist eine kleine Infotafel und eine Linie die den Wendekreis markiert zu finden) dann direkt durch nach Alice, wo wir uns in der örtlichen Jugendherberge für 2 Nächte einnisten werden. Sehr nett und zentrumsnah direkt neben dem „Todd usually dry river“ gelegen soll es hier einfach ruhig und gelassen ins neue Jahr gehen. Schauen wir mal was Alice so mit sich bringt. Nach der Strecke die wir hinter uns haben brauchen wir dann sowieso erstmal etwas Entspannung, zumindest an Neujahr. Guten Rutsch!
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Unglaubliche 800 Kilometer sind wir heute gefahren und haben jetzt Queensland endgültig verlassen. Ein großes Northern Territory Schild begrüßte uns mitten auf einer gigantischen Grasebene, in allen Richtungen nichts als Gras bis zum Horizont. Und wir konnten unsere Uhr dann auch gleich noch eine halbe Stunde zurück stellen – ab sofort sind wir nur noch 8,5 Stunden vor der deutschen Zeit.
Dann ging es auch gleich weiter, vorbei an „Three Ways“, was eigentlich nichts anderes ist als eine Kreuzung. Nur irgendwo auch wieder besonders, weil man sich hier doch schon bewusst sein muss, wo man denn hin abbiegt, „verfahren“ ist hier nicht – zumindest sind die Konsequenzen hier „gravierender“… Im Prinzip gibt es nur 3 Richtungen, nach Norden geht’s nach Darwin, nach Osten geht’s zurück nach Townsville und nach Süden geht’s in Richtung Alice Springs. Nur dass man halt ein bis zwei Tage einplanen muss, bis man dann irgendwo auch wirklich ankommt. Schon seltsam. Nachdem wir also „links“ abgebogen sind, waren es nur noch etwa 140 Kilometer bis wir im Dunkeln bei den Devils Marbles angekommen sind. Die Devils Marbles sind im Prinzip ein Haufen lustiger Steinkugeln, die hier im Nichts einfach plötzlich auftauchen und rumliegen – entstanden wohl aus Lava die jahrtausendelang der Witterung ausgesetzt war. Direkt in der Nähe gibt es einen sehr netten Selfregistration – Campingplatz, unsere ausgesuchte Nächtigungsmöglichkeit für heute. Da wir im Dunkeln angekommen sind, konnten wir nur erahnen was um uns herum zu sehen war. Die sternenklare Nacht ohne Mond hat auch nicht viel von unserer Umgebung preisgegeben. Und die superschnellen sandgelben großen Spinnen die hier überall rum rennen haben uns dann nach einer Notration kalter Dosenbohnen (unser Gaskocher war alle…) schnell ins Bett verschwinden lassen. Um dann am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang sofort feststellen zu können, dass wir in einem riesigen Haufen roter Steinmurmeln geschlafen haben, die in der aufgehenden Sonne einen wunderbaren orangeroten Farbton vertreten. Sehr schön!
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Heute Abend sind wir planmäßig in Mt Isa angekommen, einem kleinen Nest im Nirgendwo (diesmal richtiges „Nirgendwo“) etwa auf halbem Wege auf der Straße von Townsville nach Alice. Diese Stadt existiert eigentlich nur aufgrund der vielen Minen, die es hier in der Gegend gibt und deren Bergarbeiter, die ja irgendwo wohnen müssen. Durch das Zentrum fließt ein kleiner Fluss, der die Minen von den Wohnungen der Bergarbeiter trennt. Rund 25.000 Einwohner hat dieser kleine Ort – hat bei uns allerdings einen recht netten Eindruck hinterlassen. Wenn man Postkarten herstellen täte mit dem Aufdruck „Mt Isa“ müsste man zwar irgendwie immer ein riesiges Tuch über den Industrieteil auf der Westseite des Flusses legen um auch nur einen einzigen Touristen hierher zu locken, aber irgendwo gehört das fest zur Stadt und macht wahrscheinlich das Besondere aus. Zumindest als wir mit einigen anderen Touristen zum Sonnenuntergang auf dem Stadtaussichtspunkt standen und beobachtet haben, wie sich die Sonne langsam ihren Weg in Richtung Hügel bahnt, davor eine Kulisse aus Industrieschornsteinen, Förderbändern und sonstigen Bergbaukomplexen. Das ist auch mal ein anderes Australien, vor allem hier im Outback, wo es sonst nichts anderes gibt als unberührte Landschaft.
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Nein, die gibt’s weiterhin – aber heute haben wir nach einer kleinen Exkursion nach Ayr in den Morgenstunden (einige Erledigungen waren hier noch hinter mich zu bringen…) die Ostküste verlassen. Fast 3 Monate Ostküste, und sogar nur den nördlichen Teil über Brisbane geschafft – so stand das ganz bestimmt nicht in meinem großen Masterplan. Aber Pläne sind hier sowieso großer Mumpitz… kommt eh alles anders als man denkt. Nun schauen wir mal, wie lange unser derzeitiger Plan anhält. Und der sieht übrigens folgendermaßen aus:
Nach einem großen Schluck Benzin werden wir Karre bitten uns in Richtung Westen zu fahren. In der Hoffnung, am Silvestertag in Alice Springs anzukommen und dieses absolute Lieblingsfest meiner Person (Achtung Ironie) dort zu verbringen. Planende.
Schauen wir mal was kommt.
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Eine viel schönere Stadt! Wenn man sie mit hässlicheren Städten vergleicht. Zum Beispiel Cairns. Nein, aber wirklich: Townsville lässt gar nicht vermuten, dass es ein wirklich nettes Örtchen ist. Mit 150.000 Einwohnern sogar recht groß, erkennt man hier schnell, dass es nicht wirklich nur ein Hub für Touristen ist wie die Stadt mit C oder um flink mal nach Magnetic überzusetzen, sondern dass diese Stadt schon viel länger existiert und dementsprechend mehr Geschichte hat. Ich bin zwar kein Historiker, aber diese Stadt bietet auch so einfach viel mehr: Viele alte Gebäude in der Innenstadt, gemütliche Viertel, eine absolut geniale Promenade mit kleinen Cafes und Bars, ein sauberer Strand, hier und da ein Flüsschen, ein richtiger Hafen, Magnetic Island auf dem Horizont über dem Wasser bei Tag und Nacht sichtbar usw. Es ist einfach netter als C. So einfach ist das.
Als wir die Nacht vor unserer Fahrt nach Magnetic hier waren, gab es sogar eine Art Weihnachtsmarkt. Nun ja. Australischer Weihnachtsmarkt. „Stable on the Strand“. Oder auch „Town of Bethlehem“. Da gehe ich nicht so nah drauf ein – sonst warten wohl viele Jahre Fegefeuer auf mich… es war auf jeden Fall ziemlich lustig anzusehen. Viele seltsam verkleidete Leute, eine mit echten Menschen besetzte Krippe (da lag sogar ein echtes Baby im Fell… den ganzen Tag. Ich brauche nicht erwähnen wie heiß es hier ist… oder??), Erzählungen, Bettler an allen Ecken (zum Spenden für einen guten Zweck) und rings herum alles was das Konsumherz begehrt (keine gebrannten Mandeln und Glühwein sondern Pizza und Cola). Aber irgendwo war es doch sehr nett gemacht und alles sehr freundlich. Und es war das erste Mal, dass tatsächlich etwas Weihnachtsstimmung aufgetaucht ist. Nach Sonnenuntergang gab es direkt neben dem Meer eine kleine Bühne, auf welcher Gruppen aus allen Regionen der Welt (die aber alle hier in Townsville leben und arbeiten) Weihnachtslieder aus ihrer Welt vorgespielt, vorgesungen oder vorgetanzt haben. Alles in allem hat mir das ganze wirklich gut gefallen. Aber doch irgendwo anders. Aber warum auch nicht?
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Um uns Weihnachten irgendetwas ganz Besonderes zu gönnen, haben Steffi und ich uns wie schon im letzten Eintrag erwähnt auf einen 4 – Tages Trip nach Magnetic Island eingelassen. Mit der Mittagsfähre ging es auf direktem Weg vom Townsville – Hafen die 20minütige Fahrt rüber auf die andere Seite. Magnetic ist nicht wirklich weit von Townsville entfernt, irgendetwas bei 8 Kilometern und der schnelle Katamaran schafft diese Distanz doch in recht kurzer und schmerzloser Zeit. Vor zwei Tagen angekommen bleiben uns am heutigen Tag noch zwei weitere Tage, doch viel zu erzählen gibt es dazu nicht. Eigentlich faulenzen wir den ganzen Tag, Heiligabend gab es etwas ganz Besonderes: Vegetarischer Grillabend! Nun ja. Ab heute steht dann wieder das übliche auf dem Speiseplan. Nudeln. Mit Tomatensauce. Jeden Tag ein anderes Extragemüse in der Sauce, doch heute sogar zwei oder drei verschiedene (!!!). Die Schwester von Steffi nannte diesen Qualitätsstandard was das Essen angeht neulich am Telefon wohl „Reis mit Scheiss“. Das fand ich toll, deswegen erwähne ich es jetzt mal einfach. Wer mir einen entsprechenden Reim mit dem Wort „Nudeln“ oder „Pasta“ findet bekommt einen Schokokeks!
Ansonsten wirklich nicht viel zu erwähnen, außer dass ich mich bei einem 3stündigen Bad im Stingernetz im Meer heute einen saftigen Sonnenbrand auf dem Kopf geholt habe. Aber das interessiert nicht wirklich jemanden, deswegen fällt dieser Bericht einfach mal kürzer aus als viele andere. Maggi ist eine sehr schöne Insel. Aber halt doch ziemlich klein… ach ja. Und morgen wird es regnen, da können wir eh nur rumsitzen…
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Nun, auch wenn hier bei 30 Grad und durchschnittlich 9 Stunden Sonnenschein am Tag unter den Palmen auf Magnetic Island immer noch keine Weihnachtsstimmung aufgekommen ist, wünsche ich trotzdem allen die das hier lesen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Anbei ein Foto vom superhübschen Weihnachtsbaum in Cairns (!!!) … Die Berichte von Townsville und Magnetic Island werde ich wohl erst nach Weihnachten schaffen, Internet ist hier rar und teuer.
Liebe Gruesse von Magnetic Island,
Kovu
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Eine enttäuschende Erfahrung sondergleichen gab es am heutigen Tag: Cairns. Hat uns ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen und schon zur Mittagszeit als wir hier angekommen sind waren wir uns sicher, dass wir keine einzige Nacht bleiben werden sondern nur den Tag hier verbringen. Das einzig Schöne was es hier zu sehen gab war die Strandpromenade, die war ganz nett. Aber alles andere war mehr als gewöhnlich. Das übliche quadratische Straßensystem und nicht wirklich etwas am Straßenrand, wo man den Drang zum Herauskramen der Kamera gehabt hätte. Tut mir leid, dass ich das so sagen muss – aber Cairns ist ein einziger Haufen von Buchungszentren für Rifftouren, gemischt mit Backpackerhostels und Hotels. Und auf den ganzen Plakaten für die Touren steht dann doch tatsächlich noch so etwas wie „very small groups… only 42 persons“. Bitte was? Eine Schnorchel- oder Tauchtour mit 42 Gästen ist hier „small“ ??? Was ist denn dann „medium“ oder „large“??? Nein danke, aber mehr als 12 Leute sollten es auf einem Tauchboot echt nicht sein, sonst wird es bösartig. Nun gut, dafür dass die Tourenveranstalter ihre Touren so voll stopfen kann die Stadt | |