Kovus Welt

Kilometer 8232: Eyre Peninsula Teil 2 - Streaky Bay 31.01.2008
Ein Frühstück, einen Einkaufsstopp in Pt. Lincoln und das übliche Tanken später, fanden wir uns dann auch bald schon wieder auf einer wundervollen australischen Landstraße wieder, diesmal die Eyre Peninsula wieder hoch, weiter Richtung Westen. Heute Abend wollen wir die Eyre Peninsula hinter uns gebracht haben, schon komisch wenn man sich vorstellt, dass diese Halbinsel ungefähr halb so groß ist wie Deutschland und wir das ganze Ding in 2 Tagen überfahren, man möchte manchmal vieles noch genauer sehen – aber für alles fehlt einfach die Zeit. Das wäre eine Lebensaufgabe.
Ungefähr an der südlichen Spitze von Pt. Lincoln beginnt dann irgendwann auch bald die große australische Bucht, ungefähr auf Höhe von Cape Carnot. Über 1100 Kilometer die Küste entlang in den Westen endet der Kontinent dann nur noch über Steilküste im Meer, das längste zusammenhängende Kliff der Welt. Teilweise endet das Land einfach abrupt und es geht 90 Meter in die Tiefe, wo meterhohe Wellen am Kontinent knabbern. Unglaublich - und nichts für Leute, die Probleme mit Höhen haben… aber wunderschön. Ich liebe Steilküste!
Wir sind einfach irgendwann links zu einem Lookout abgebogen, den Hügel hochgefahren und hatten von hier einen atemberaubenden Blick nach unten aufs Meer, die Klippen und die gigantischen Wellen. Und auf der anderen Seite weiter im Inland konnte ein wölkchenblauer Salzsee bewundert werden, der halb mit Wasser gefüllt war und an dessen Rändern sich das Salz zu kleinen Stränden formiert hat.
Ein paar Stunden später haben wir dann noch bei Murphys Hackstacks angehalten, einer Ansammlung von Felsformationen auf einer Hügelspitze, in etwa Uluru in extraklein – aber trotzdem ganz nett. Vor allem mit dem endlos weiten Land im Hintergrund.
Abends brauchten wir dann einfach mal wieder etwas Strom und wir haben die Nacht auf einem zivilisierten Campingplatz in Streaky Bay verbracht. Manchmal muss das sein. Und Streaky Bay klingt irgendwie lustig.

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Kilometer 7930: Eyre Peninsula Teil 1 - Lincoln National Park 30.01.2008
In Port Augusta versüßten wir uns den Tag noch mit einem letzten günstigen Tankstopp, um dann über den Lincoln Highway den Weg bis zur südlichen Spitze der Eyre Halbinsel zu finden. Bis nach Port Lincoln, wo wir uns in der örtlichen Touristeninformation über den nahe gelegenen Lincoln Nationalpark informierten und uns mit Karten zudeckten. Dann folgten wir der asphaltierten Straße ein paar Kilometer weiter südlich, bis wir hier den Eingang zum Nationalpark passierten, hier ist auch gleich die Selbstregistrierstelle (ich habe nun übrigens raus gefunden, dass diese Selbstregistrierboxen wo man das Geld rein wirft auch „honest“ Boxen heißen… sehr passend – ich wüsste gerne mal wie viele Leute wirklich so ehrlich sind und wie viele es riskieren die Strafe zu zahlen, wenn sie erwischt werden bei Nichtbezahlung… ). Der Lincoln Nationalpark selbst ist im Prinzip eine kleine Halbinsel südlich von Port Lincoln und man kann mit einem normalen 2WD Auto ohne Probleme fast alle tollen Stellen des Parks erreichen. Sicherlich gibt es hier und da mal ein Schlagloch, aber insgesamt sind die 20 – 30 Kilometer „dirt road“, die man fahren muss um an die tollen Punkte zu gelangen, prima befahrbar. 4WD wäre natürlich noch optimaler, aber ist hier wirklich nicht von Nöten. Es gibt ein Dutzend Campingplätze an verschiedenen Stellen des Parks und wir haben uns für den September Beach an der Ostküste der Halbinsel entschieden. Direkt hinter der Düne konnten wir hier unser Lager errichten und kurz vor Sonnenuntergang gab es dann noch ein 3 Minuten Bad im absolut eiskalten Wasser auf unserem eigenen kleinen Privatstrand (hier war kein Mensch…).

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Kilometer 7489: Und wieder unterwegs – Mt. Remarkable 29.01.2008
Gegen Mittag war es nun soweit, ich machte mich auf den Weg in Richtung Adelaide Innenstadt um dort Chris und Franzi von einem Backpackerhostel aufzusammeln, die beiden mitsamt Gepäck irgendwie ins Auto zu quetschen und dann das Lenkrad in Richtung Norden zu steuern. Im Prinzip 300 Kilometer Highway Nr. 1, die gleiche Strecke, die ich schon vor 3 Wochen runter nach Adelaide genommen hatte, zurück durch die goldgelb verbrannte Feldlandschaft die man hier momentan vorfindet. Bis zum Mt. Remarkable Conservation Park, einem Teil der Flinders Ranges. Hier nutzten wir den Reserveratscampingplatz um unsere erste Nacht auf dem Weg in den Westen zu verbringen – auf einem der exklusivsten Selbstregistrierungscampingplätze bisher – sogar warme Duschen gibt es hier. Der Müll wird hier vorbildlich getrennt, am Abend hüpften auf dem ganzen Campingplatz Kängurus rum und am nächsten Morgen weckte uns der Parkranger mit einem Hinweiszettel für ein absolutes Feuerverbot am Folgetag (sonst sind nur Gaskocher erlaubt, an einigen speziellen Tagen wo das Risiko für einen Waldbrand besonders hoch ist, darf dann gar nix benutzt werden was etwas mit Feuer zu tun hat).

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Kilometer 7160: Der letzte Tag in Adelaide 28.01.2008
Die 3 Wochen hier sind unglaublich schnell vergangen und ich bin momentan gar nicht richtig in der Stimmung um weiter zu reisen. Ich habe hier in Adelaide unglaublich viel unternommen und gesehen und es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen. Etwas schreibfaul bin ich hier leider auch geworden, aber ich denke das wird sich bald wieder ändern. Morgen geht es nämlich planmäßig weiter, denn Chris und Franzi - zwei Leidengenossen aus meiner Zeit in Ayr treffen nun in Adelaide ein und wir haben vor, ab morgen gemeinsam die über 3000 Kilometer lange Strecke in Richtung Perth zu bestreiten. Was das wohl wird?
Auf jeden Fall kann ich guten Gewissens reisen, denn ich habe tatsächlich noch alles in Adelaide erledigt was zu erledigen war und mein neuer Rückflugtermin lautet nun: 08. Juli 2008! Somit liegt das Bergfest immer noch vor mir und die Planungen werden hoffentlich etwas stressfreier ab nun. Außerdem wäre ein kleiner Arbeitseinschub in Kürze eh mal wieder ganz angenehm und der neu gewonnene Zeithorizont täte dies ja durchaus erlauben… schauen wir mal wo man was zu welcher Zeit für das meiste Geld am besten von den Bäumen rupfen kann…

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Kilometer 7160: 3 Wochen entspannen in Adelaide 09.01.2008
Heute sind Steffi und ich nach unseren letzten gemeinsamen 300 Kilometern endlich in Adelaide angekommen, der Stadt in welcher sich unsere Wege trennen werden. Steffi wird von hier nach Neuseeland fliegen und ich werde mich auf den Weg nach Westen aufmachen, so wie ich es von Anfang an geplant hatte, Westaustralien stand schon immer in großen roten Buchstaben auf meinem Reisewunschzettel und bisher habe ich diesem Punkt wenig Beachtung geschenkt. Aber das wird sich bald ändern. Bevor es jedoch soweit ist, werde ich mich allerdings noch etwas in Adelaide aufhalten, denn hier kann ich bei Freunden wohnen, die ich schon fast mein ganzes Leben lang kenne und die vor einigen Monaten von Europa nach Australien ausgewandert sind und nun hier leben. Was für eine schöne Gelegenheit, sie gleich mal in ihrer neuen Heimat zu besuchen … (hoffentlich nerve ich sie nicht zu sehr…).
Wie auch immer. Karre braucht sowieso dringend mal eine Verschnaufpause und darf sich nun 3 Wochen auf der Straße vor dem Haus die Sonne auf die Haube scheinen lassen. Außerdem muss ich dem kleinen Auto dringend einen Ölwechsel verpassen und den von einem Steinschlag zerschlagenen Blinker auswechseln. Und mein Rückflug, der momentan am 01. April geht muss dringend umgebucht werden (ich konnte damals den Rückflug nicht auf einen späteren Termin legen, da man nicht mehr als ein Jahr in die Zukunft buchen kann und ich das Ticket irgendwann zwischen April und Mai 2007 gekauft habe…). Ich habe öfter mal darüber nachgedacht, schon im April zu fliegen und nichts umzubuchen, allerdings ist April nicht mehr weit hin und es ist noch so viel zu sehen – das ist somit nicht vereinbar mit meinem allgemeinen Zeitplan.

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Kilometer 6836: Port Augusta 08.01.2008
Heute Abend haben wir in Port Augusta einen lustigen Australier kennen gelernt, der seit 9 Monaten auf seinem Motorrad in Richtung Melbourne fährt. Allerdings mit der Besonderheit, dass er das Motorrad in London gekauft hat und über Europa und Asien bis nach Australien gefahren ist. Port Augusta ist einer seiner letzten Stopps, bevor er in den nächsten 2 Tagen seine letzte Etappe antritt. Wenn man solche Leute trifft, dann kommt einem die eigene Tour plötzlich irgendwo etwas lächerlich vor, weil bei so einer Reise doch anscheinend noch ganz andere Begegnungen mit Ländern und Menschen entstehen, als bei einer kleinen Autotour durchs sichere Australien. Es geht halt immer noch ein Stückchen extremer, und die Geschichten die er zu erzählen hatte klangen nach mehr. Vielleicht muss ich doch noch mal einen Motorrad Führerschein machen… oder reicht auch einfach ein Fahrrad?

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Kilometer 6274: Unter Tage in Coober Pedy 07.01.2008
Unser nächster Stopp sollte uns gestern ins wunderschöne Coober Pedy führen, einem Ort auf halbem Weg von Alice nach Adelaide. Aus Coober Pedy kommt heute fast jeder Opal der Welt, der ganze Ort ist umgeben von Opalfeldern und eigentlich sind diese der einzige Grund für die Existenz von Leben hier. Schon viele Kilometer vorher, zeichnet sich eine gewisse Änderung der sonst hier sehr kargen Wüstenlandschaft ab, in Form von hunderten kleiner Sandhäufchen links und rechts vom Straßenrand, bis zum Horizont soweit das Auge blicken kann. Der Alptraum eines jeden Vorgartenbesitzers vor Maulwurfhügeln, die den eigenen Rasen durchlöchern wird hier in überdimensionaler Form Wirklichkeit. Kein Fleckchen im Umkreis von 60 Kilometern ist hier unangetastet gelassen worden, überall hat man mindestens einmal zum Spaten gegriffen um wenigstens ein kleines Probehäufchen auszuschaufeln, bevor der Griff zum großen Bagger anstand sobald das Probehäufchen Erfolg versprach.
Im Örtchen selber ist auch alles anders. Coober Pedy zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass viele der hier vorhandenen Einrichtungen unter der Erde liegen. Im Sommer wird es hier doch recht warm, in den Räumen unter der Erde ist es allerdings angenehm kühl und es lässt sich gut aushalten. Bestätigen können wir das, weil wir uns für zwei Nächte in einem Untergrundbackpackerhostel entschieden haben, die wir auf keinen Fall bereuen. So wohlklimatisiert, allerdings ohne den ständigen Klimaanlagenluftzug, hatten wir es schon lange nicht mehr, auch wenn die Räume nicht besonders einladend waren, da kein Fenster, keine Tür und eine Felswand direkt neben dem Kopfkissen. Aber was zählt ist die Temperatur, beim Schlafen hat man eh die Augen zu!
Da Coober Pedy und seine Umgebung wie schon erwähnt so traumhaft schön sind, haben wir uns für den heutigen Tag auch gleich zu einer Tour in die Breakaways entschieden, ein Naturreservoir das hier für seine extremen Landschaftsformen bekannt geworden ist. Im Touristenoffice musste dafür eine Genehmigung gekauft werden und schon ging es mit Karre etwa 20 Kilometer nördlich, um dort über eine Piste zu fahren und sehr farbkontrastreiche Felsformationen, den längsten Zaun der Welt (den Dogfence, ein Zaun zum Schutz der Schafherden vor den Dingos des Nordwestens der über 5000 Kilometer lang ist) und endloses Nichts bewundern zu können. Wirklich schön anzusehen, aber doch irgendwo eigenartig da hier nicht wirklich viel der Versinnbildlichung von Leben entspricht. Pflanzen und Wasser gibt es hier in der Region so gut wie gar keine, in Coober Pedy steht nicht ein einziger Baum. Vielleicht ein Grund, warum dies ein beliebter Drehort für einige Endzeitfilmproduktionen geworden ist.

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Kilometer 5298: Uluru und Kata Tjuta 05.01.2008
Aufstehen um 5 Uhr! Brrrr! Dusche ausfallen lassen und direkt ins Auto steigen. Einreihen in die Autokolonne. Naja, so schlimm war es nicht ganz, aber als wir am Sonnenaufgangsplatz im Uluru NP angekommen sind, war hier doch schon übermäßig viel los. Ein bisschen verloren gegangen ist die Romantik da schon, aber der Anblick war wie erwartet genial. Großer grauer Fels wird immer rötlicher und jede einzelne Farbnuance wird mit einem Foto quittiert (nein, das war nicht romantisch ausgedrückt… Man neigt hier wirklich zu übermäßigem Chipverbrauch – gut, dass man heutzutage nach 36 Bildern nicht jedes Mal den Film wechseln muss. Sonst hätte ich wirklich ein Problem, alleine vom Gewichtsaspekt. Ich nähere mich mit dem heutigen Tag der 4.500 Bilder – Grenze, seit meiner Abreise in Deutschland).
Nach etwa 45 Minuten war das große Spektakel dann vorbei, die Busse reisten ebenso schnell wie sie gekommen waren wieder ab und wir machten uns auf den Weg zu unserem Ausgangspunkt für den Basewalk (eine Wanderung drum herum). Nicht ohne am Startpunkt für die Besteigung des Uluru anzuhalten und mit anzuschauen wie sich eine große Menschenmasse den Fels hoch quält. Generell wird darum gebeten, dass man Uluru nicht besteigt. Daran wollten wir uns halten, deswegen haben wir es nicht gemacht. Es war aber immer noch eine große Menge Menschen anwesend, die es trotzdem getan haben. Nun ja. Muss jeder selbst wissen.
Für die Umrundung zu Fuss haben wir etwa 2,5 Stunden gebraucht. Sehr schön kann man hier jede Seite vom Uluru ganz genau betrachten, aber es war auch mal wieder sehr heiß. Trotzdem absolut empfehlenswert. Gegen halb 11 waren wir dann wieder zurück auf dem Campingplatz, in den Mittagsstunden wollten wir einfach nirgendwo mehr rumlaufen, man hält es einfach nicht aus und da wir Kata Tjuta (die Olgas) noch am späten Nachmittag sehen wollten, wäre unser Sonnenpensum sowieso um das Vielfache überschritten worden sonst.
Nun ja, das Sonnenpensum wurde für mich trotzdem überschritten, denn Karre sollte erstmal nirgendwo mehr hinfahren. In den letzten Tagen war uns aufgefallen, dass unser Spritverbrauch ins Unermessliche gestiegen ist und von sonst etwa 10 – 12 Liter auf über 20 Liter angestiegen ist. Zuerst dachten wir das läge am Opal (es gibt hier in den Outbackregionen um Alice Springs herum einen Ersatztreibstoff für das klassische „Bleifrei“ mit dem Namen „Opal“. Opal hat die Eigenschaft, dass man es nicht schnüffeln kann. Eine Aktion vom Australischen Government um die Benzinschnüffelei hier in der Region einzudämmen … wirklich!), aber der Verbrauch wurde immer größer – auf den 50 Kilometern zum Sonnenaufgangbetrachten hatten wir etwa 20 Liter verbraucht. Nach einigen pseudoprofessionellen Blicken in den Motorraum durch meine Person entdeckte ich ein Tropfgeräusch, dessen Ursprung eine lecke Benzinleitung von Tank zum Motor war. Sobald man den Motor startete kam hier ungefähr die Hälfte des Benzins rausgesprudelt und tropfte auf dem Boden. Soviel zum hohen Verbrauch. Ein neues 12cm langes Gummischläuchen musste gefunden werden. Wo waren wir noch? Ach ja, in einem Konsumparadies im Nirgendwo, Supermärkte haben so was leider nicht und die Werkstatt war schon auf Notrufbetrieb, die hätte mit Sicherheit eine dicke Rechnung ausgestellt für so einen blöden Schlauch… Nach einigen Reperaturversuchen mit Kaugummi und Panzerklebeband musste ich dann leider den Überlaufschlauch vom Kühlwasserbehälter opfern. Abgekappt, eingebaut – war etwas eng aber ansonsten: Hält dicht. Fragt sich nur wie lange, ich bezweifle, dass das Teil für Benzin geeignet ist, also sollte ich wohl besser in naher Zukunft ein richtiges Schlauchstück besorgen… sonst darf ich wohl bald doch noch mal Kaugummi und Panzerklebeband zücken… Neuer Eintrag im Lebenslauf: „Kann Benzinleitungen reparieren“….
Um 3 Uhr ging es dann tatsächlich noch zu Kata Tjuta (den Olgas), einer weiteren riesigen Felsformation etwa 50 Kilometer westlich von Yulara. Und mindestens genauso schön anzusehen wie Uluru, nur wohl nicht ganz so weltberühmt. Kata Tjuta ist teilweise stark mit Gräsern und kleinen Pflanzen bewachsen, was einen sehr schönen Kontrast zu den roten Felsen ergibt. Kombiniert mit dem blauen Himmel kommt man sich vor wie in einer gigantischen Modelleisenbahnplatte, auf welcher jemand mit Lehm, Sprühkleber und Streugras eine Landschaft kreiert hat. Zwei Wege gibt es hier für die Besucher, einen Rundweg und einen weiteren Weg in eine Schlucht hinein. Beide haben wir erkundet, auch wenn der Rundweg ab dem ersten Aussichtspunkt aufgrund von zu hohen Temperaturen leider gesperrt war (es herrscht wohl Angst, dass die Leute hier einen Herzinfarkt bekommen, wohl begründet und schon öfter passiert – man überschätzt sich hier schnell und einige der Touristen die uns entgegen kamen sahen nicht so fit aus…).

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Kilometer 5298: Uluru! 04.01.2008
Schlappe 350 Kilometer weiter (das sieht auf der Karte immer so aus wie „oh, das ist ja gleich in der Nähe, fahren wir mal kurz hin – ja??“) sollen wir am heutigen Abend endlich auf das stoßen, was wohl fast jedem bei dem Wort „Australien“ als erstes einfällt. Uluru. Oder auch Ayers Rock, wobei die Bezeichnungen in der Sprache der Aborigines heute wieder gebräuchlicher sind. Ist wohl auch richtig so.
Wie auch immer. Nach Mittagszeit kamen wir endlich in Yulara an (sozusagen das „Basiscamp“, diese Bezeichnung ist jedoch recht unpassend…) und fanden uns am Ende der Welt in einem großen Haufen Zivilisation wieder, wenn man es so nennen möchte. Hier gab es plötzlich alles was man für ein ordentliches Konsumleben benötigt: Tankstelle, Supermarkt, Zeitschriftenladen, Post, Souvenirladen, Restaurant, Hotel, Campingplatz, Busshuttle, Polizeistation, Feuerwehr, Flughafen, Werkstatt, Mobilfunkempfang (!), Internet usw...Alles da. Und beim Preis bitte alles mit 3 multiplizieren. Unglaublich. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Den Preis schon, aber dass hier so ein großes Stückchen Infrastruktur für die Schönen und Reichen aufrechterhalten wird, hätte ich nicht gedacht. Aber liegt wohl daran, dass Uluru Bestandteil jeder Australien Pauschalreise sein mag, egal wie exklusiv. Nun ja. Schlecht war es nicht. Man kann hier gut leben, solange die Kasse stimmt. Man kann aber auch immer noch gut leben wenn man wie wir auf nicht ganz so hohem Lebensstandard mit dem Campingplatz vorlieb nehmen muss (oder will!) und Uluru bleibt mit Sicherheit genauso schön. Genau. Was wollte ich eigentlich erzählen?
Uluru! Gegen 6 Uhr machten wir uns in mittlerweile einigermaßen erträglicher Temperatur (nicht wirklich, aber bei dieser Hitze redet man sich ein, dass es ja schon total kühl geworden wäre zur Abendzeit…) in Richtung Nationalpark auf, von Yulara sind es ungefähr 18 Kilometer. Die Eintrittsgebühr von 25 Dollar für 3 Tage pro Person an der Pforte gezahlt und schon konnten wir weiterfahren. Ungefähr einen Kilometer. Fotostopp. Zwei weitere Kilometer. Fotostopp. Noch ein bisschen. Fotostopp. Fotostopp. Fotostopp. Und so weiter. Bis wir mit dem Auto direkt davor standen, einmal rum gefahren sind (mit Fotostopps versteht sich) und dann zum letzen Fotostopp zum Sonnenuntergangsplatz zurückgekehrt sind (nicht ganz, der offizielle Sonnenuntergangsplatz war uns etwas zu voll, ein paar Meter weiter die Straße runter kann man auch toll anhalten und niemand nervt einen beim Genießen…). Was kann ich sonst noch sagen: Ich hätte nicht gedacht, dass Uluru so atemberaubend toll aussieht und vor allem so gigantisch ist (ehrlich gesagt habe ich lange mit dem Gedanken gespielt ob ich überhaupt hier herkomme während der Australienzeit… gut, dass ich mich dafür entschieden habe…). Alleine wenn man drum herum fährt sieht er aus jeder Perspektive anders aus und man kommt sich doch recht klein vor, wenn man direkt davor steht. Und beim ersten Anblick kribbelt es schon ein bisschen. Toll!

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Kilometer 4921: Kings Canyon 03.01.2008
Nachdem es gestern knapp 500 Kilometer südwestwärts zum Kings Canyon ging und vom Tag nur noch genug Helligkeit für das Aufbauen des Zeltes und zum Zubereiten des Abendessens über war, mussten wir uns zu zwei Nächten Kings Canyon durchringen. Und das obwohl der Campingplatz im Kings Canyon Resort doch recht teuer war, prinzipiell gesehen der Teuerste bisher, allerdings mit Strom und einem phänomenalen Ausblick. Dafür war er auch 30 Kilometer näher am Kings Canyon als die billigere Alternative Kings Creek Station. Wie auch immer. Hat sich gelohnt.
So begab es sich dann, dass wir am heutigen Tage den Kings Canyon direkt besuchten, zur Auswahl stehen hier zwei verschiedene Touren – eine durch den Canyon direkt (kurz und schmerzlos mit Blick nach oben) oder den 3,5 Stunden langen Rim Walk oben auf dem Canyonrand mit Ausblick nach unten, im Prinzip ein Rundweg. Wir entschieden uns für letztere Alternative, Rundwege sind eh schöner und der erste Weg war uns etwas zu kurz. Nach dem Passieren der zig Warnschilder, dass wir doch ja genug trinken sollten und auf uns aufpassen und nicht zu nah an den Canyonrand gehen sollten usw. ging es einen recht steilen Aufstieg hoch, von hier bot sich schon ein atemberaubender Ausblick auf den Canyoneingang und das flache Hinterland. Den Canyonrand entlang ging es auf gleich bleibender Höhe immer weiter in die Schlucht hinein, mit Blick auf die 100 Meter tiefen Canyonwände, die aussehen als wären sie wie Butter mit einem Messer abgeschnitten. Absolut glatt, als hätte jemand mit einer Schleifmaschine nachgeholfen. Man sollte hier echt aufpassen, stützt man sich auf das nicht vorhandene Geländer, liegt man ein paar Sekunden später recht leblos auf dem Canyonboden. Da können die Knie doch schon recht weich werden wenn man am Abgrund steht. Am Ende der Schlucht gab es noch den Garten Eden zu bewundern – der Name passt doch recht gut – man findet hier mitten in der sonst recht karg bewachsenen Canyonumgebung plötzlich einen grünen Fleck mit Palmen und anderem Grünzeug, Wasser und Frösche. Im Garten Eden sammelt sich das Wasser, das die umgebenden Felsen bei Regen aufsaugen und ist auch ein Teil vom Kings Creek der zu nicht so trockenen Zeiten in den Canyon hinein sogar einen Wasserfall bilden kann. Für uns leider nicht zu bewundern mitten in der heißesten Zeit des Jahres. Usually dry halt. Ach ja… am Ausgangspunkt der Wanderung hing ein Thermometer, das zu Beginn der Wanderung 40 Grad und bei unserer Rückkehr sogar 44 Grad angezeigt hat. Soviel zum Thema es ist warm. Es ist warm!!

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Kilometer 4443: Und noch ein Tag Alice 01.01.2008
Es ist einfach zu warm. Nach einer netten Silvesternacht in Alice Springs, einem klitzekleinen Feuerwerk, welches wir vom Anzac Hill aus beobachten konnten kombiniert mit einem wunderbaren Sternenhimmel und einem ansonsten tollen Blick auf Alice bei Nacht haben wir heute prinzipiell so gut wie gar nichts gemacht. Bewegung ist bei Temperaturen zwischen 37 und 43 Grad einfach nur tödlich und man möchte eigentlich den ganzen Tag auf dem Bett des klimatisierten Hostelzimmers liegen und dösen. Trotzdem konnten wir uns gegen 16 Uhr doch noch einmal aufraffen und einen kleinen Spaziergang durch Alice machen, wahrscheinlich waren wir die einzigen Bekloppten, die sich hier vor Einbruch der Dunkelheit vor die Tür trauen…
Ach ja, frohes neues Jahr!

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