Kovus Welt

Kilometer 4443: Die letzte Etappe nach Alice 31.12.2007
An unserem vierten Outbacktag fehlten eigentlich nur noch rund 400 Kilometer bis zu unserem letzten Ziel in diesem Jahr, Alice Springs. Nach einem weiteren Tankstopp in Wauchope und dem erneuten Schrecken über die unglaublichen Spritpreise hier im Landesinneren (wir zahlen hier so um die 1,80 Dollar für einen Liter Bleifrei, sonst zwischen 1,29 und 1,40 Dollar…) ging es über Ti-Tree und einem kleinen Stopp auf dem „südlicher Wendekreis“ – Rastplatz (hier ist eine kleine Infotafel und eine Linie die den Wendekreis markiert zu finden) dann direkt durch nach Alice, wo wir uns in der örtlichen Jugendherberge für 2 Nächte einnisten werden. Sehr nett und zentrumsnah direkt neben dem „Todd usually dry river“ gelegen soll es hier einfach ruhig und gelassen ins neue Jahr gehen. Schauen wir mal was Alice so mit sich bringt. Nach der Strecke die wir hinter uns haben brauchen wir dann sowieso erstmal etwas Entspannung, zumindest an Neujahr. Guten Rutsch!

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Kilometer 4033: Northern Territory und Devils Marbles 30.12.2007
Unglaubliche 800 Kilometer sind wir heute gefahren und haben jetzt Queensland endgültig verlassen. Ein großes Northern Territory Schild begrüßte uns mitten auf einer gigantischen Grasebene, in allen Richtungen nichts als Gras bis zum Horizont. Und wir konnten unsere Uhr dann auch gleich noch eine halbe Stunde zurück stellen – ab sofort sind wir nur noch 8,5 Stunden vor der deutschen Zeit.
Dann ging es auch gleich weiter, vorbei an „Three Ways“, was eigentlich nichts anderes ist als eine Kreuzung. Nur irgendwo auch wieder besonders, weil man sich hier doch schon bewusst sein muss, wo man denn hin abbiegt, „verfahren“ ist hier nicht – zumindest sind die Konsequenzen hier „gravierender“… Im Prinzip gibt es nur 3 Richtungen, nach Norden geht’s nach Darwin, nach Osten geht’s zurück nach Townsville und nach Süden geht’s in Richtung Alice Springs. Nur dass man halt ein bis zwei Tage einplanen muss, bis man dann irgendwo auch wirklich ankommt. Schon seltsam. Nachdem wir also „links“ abgebogen sind, waren es nur noch etwa 140 Kilometer bis wir im Dunkeln bei den Devils Marbles angekommen sind. Die Devils Marbles sind im Prinzip ein Haufen lustiger Steinkugeln, die hier im Nichts einfach plötzlich auftauchen und rumliegen – entstanden wohl aus Lava die jahrtausendelang der Witterung ausgesetzt war. Direkt in der Nähe gibt es einen sehr netten Selfregistration – Campingplatz, unsere ausgesuchte Nächtigungsmöglichkeit für heute. Da wir im Dunkeln angekommen sind, konnten wir nur erahnen was um uns herum zu sehen war. Die sternenklare Nacht ohne Mond hat auch nicht viel von unserer Umgebung preisgegeben. Und die superschnellen sandgelben großen Spinnen die hier überall rum rennen haben uns dann nach einer Notration kalter Dosenbohnen (unser Gaskocher war alle…) schnell ins Bett verschwinden lassen. Um dann am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang sofort feststellen zu können, dass wir in einem riesigen Haufen roter Steinmurmeln geschlafen haben, die in der aufgehenden Sonne einen wunderbaren orangeroten Farbton vertreten. Sehr schön!

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Kilometer 3266: Mt Isa 29.12.2007
Heute Abend sind wir planmäßig in Mt Isa angekommen, einem kleinen Nest im Nirgendwo (diesmal richtiges „Nirgendwo“) etwa auf halbem Wege auf der Straße von Townsville nach Alice. Diese Stadt existiert eigentlich nur aufgrund der vielen Minen, die es hier in der Gegend gibt und deren Bergarbeiter, die ja irgendwo wohnen müssen. Durch das Zentrum fließt ein kleiner Fluss, der die Minen von den Wohnungen der Bergarbeiter trennt. Rund 25.000 Einwohner hat dieser kleine Ort – hat bei uns allerdings einen recht netten Eindruck hinterlassen. Wenn man Postkarten herstellen täte mit dem Aufdruck „Mt Isa“ müsste man zwar irgendwie immer ein riesiges Tuch über den Industrieteil auf der Westseite des Flusses legen um auch nur einen einzigen Touristen hierher zu locken, aber irgendwo gehört das fest zur Stadt und macht wahrscheinlich das Besondere aus. Zumindest als wir mit einigen anderen Touristen zum Sonnenuntergang auf dem Stadtaussichtspunkt standen und beobachtet haben, wie sich die Sonne langsam ihren Weg in Richtung Hügel bahnt, davor eine Kulisse aus Industrieschornsteinen, Förderbändern und sonstigen Bergbaukomplexen. Das ist auch mal ein anderes Australien, vor allem hier im Outback, wo es sonst nichts anderes gibt als unberührte Landschaft.

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Kilometer 2730: Das Ende der Ostküste 28.12.2007
Nein, die gibt’s weiterhin – aber heute haben wir nach einer kleinen Exkursion nach Ayr in den Morgenstunden (einige Erledigungen waren hier noch hinter mich zu bringen…) die Ostküste verlassen. Fast 3 Monate Ostküste, und sogar nur den nördlichen Teil über Brisbane geschafft – so stand das ganz bestimmt nicht in meinem großen Masterplan. Aber Pläne sind hier sowieso großer Mumpitz… kommt eh alles anders als man denkt. Nun schauen wir mal, wie lange unser derzeitiger Plan anhält. Und der sieht übrigens folgendermaßen aus: Nach einem großen Schluck Benzin werden wir Karre bitten uns in Richtung Westen zu fahren. In der Hoffnung, am Silvestertag in Alice Springs anzukommen und dieses absolute Lieblingsfest meiner Person (Achtung Ironie) dort zu verbringen. Planende.
Schauen wir mal was kommt.

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Kilometer 2157: Townsville 27.12.2007
Eine viel schönere Stadt! Wenn man sie mit hässlicheren Städten vergleicht. Zum Beispiel Cairns. Nein, aber wirklich: Townsville lässt gar nicht vermuten, dass es ein wirklich nettes Örtchen ist. Mit 150.000 Einwohnern sogar recht groß, erkennt man hier schnell, dass es nicht wirklich nur ein Hub für Touristen ist wie die Stadt mit C oder um flink mal nach Magnetic überzusetzen, sondern dass diese Stadt schon viel länger existiert und dementsprechend mehr Geschichte hat. Ich bin zwar kein Historiker, aber diese Stadt bietet auch so einfach viel mehr: Viele alte Gebäude in der Innenstadt, gemütliche Viertel, eine absolut geniale Promenade mit kleinen Cafes und Bars, ein sauberer Strand, hier und da ein Flüsschen, ein richtiger Hafen, Magnetic Island auf dem Horizont über dem Wasser bei Tag und Nacht sichtbar usw. Es ist einfach netter als C. So einfach ist das.
Als wir die Nacht vor unserer Fahrt nach Magnetic hier waren, gab es sogar eine Art Weihnachtsmarkt. Nun ja. Australischer Weihnachtsmarkt. „Stable on the Strand“. Oder auch „Town of Bethlehem“. Da gehe ich nicht so nah drauf ein – sonst warten wohl viele Jahre Fegefeuer auf mich… es war auf jeden Fall ziemlich lustig anzusehen. Viele seltsam verkleidete Leute, eine mit echten Menschen besetzte Krippe (da lag sogar ein echtes Baby im Fell… den ganzen Tag. Ich brauche nicht erwähnen wie heiß es hier ist… oder??), Erzählungen, Bettler an allen Ecken (zum Spenden für einen guten Zweck) und rings herum alles was das Konsumherz begehrt (keine gebrannten Mandeln und Glühwein sondern Pizza und Cola). Aber irgendwo war es doch sehr nett gemacht und alles sehr freundlich. Und es war das erste Mal, dass tatsächlich etwas Weihnachtsstimmung aufgetaucht ist. Nach Sonnenuntergang gab es direkt neben dem Meer eine kleine Bühne, auf welcher Gruppen aus allen Regionen der Welt (die aber alle hier in Townsville leben und arbeiten) Weihnachtslieder aus ihrer Welt vorgespielt, vorgesungen oder vorgetanzt haben. Alles in allem hat mir das ganze wirklich gut gefallen. Aber doch irgendwo anders. Aber warum auch nicht?

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Kilometer 2157: Magnetic Island 25.12.2007
Um uns Weihnachten irgendetwas ganz Besonderes zu gönnen, haben Steffi und ich uns wie schon im letzten Eintrag erwähnt auf einen 4 – Tages Trip nach Magnetic Island eingelassen. Mit der Mittagsfähre ging es auf direktem Weg vom Townsville – Hafen die 20minütige Fahrt rüber auf die andere Seite. Magnetic ist nicht wirklich weit von Townsville entfernt, irgendetwas bei 8 Kilometern und der schnelle Katamaran schafft diese Distanz doch in recht kurzer und schmerzloser Zeit. Vor zwei Tagen angekommen bleiben uns am heutigen Tag noch zwei weitere Tage, doch viel zu erzählen gibt es dazu nicht. Eigentlich faulenzen wir den ganzen Tag, Heiligabend gab es etwas ganz Besonderes: Vegetarischer Grillabend! Nun ja. Ab heute steht dann wieder das übliche auf dem Speiseplan. Nudeln. Mit Tomatensauce. Jeden Tag ein anderes Extragemüse in der Sauce, doch heute sogar zwei oder drei verschiedene (!!!). Die Schwester von Steffi nannte diesen Qualitätsstandard was das Essen angeht neulich am Telefon wohl „Reis mit Scheiss“. Das fand ich toll, deswegen erwähne ich es jetzt mal einfach. Wer mir einen entsprechenden Reim mit dem Wort „Nudeln“ oder „Pasta“ findet bekommt einen Schokokeks!
Ansonsten wirklich nicht viel zu erwähnen, außer dass ich mich bei einem 3stündigen Bad im Stingernetz im Meer heute einen saftigen Sonnenbrand auf dem Kopf geholt habe. Aber das interessiert nicht wirklich jemanden, deswegen fällt dieser Bericht einfach mal kürzer aus als viele andere. Maggi ist eine sehr schöne Insel. Aber halt doch ziemlich klein… ach ja. Und morgen wird es regnen, da können wir eh nur rumsitzen…

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Frohe Weihnachten!!! 24.12.2007
Nun, auch wenn hier bei 30 Grad und durchschnittlich 9 Stunden Sonnenschein am Tag unter den Palmen auf Magnetic Island immer noch keine Weihnachtsstimmung aufgekommen ist, wünsche ich trotzdem allen die das hier lesen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Anbei ein Foto vom superhübschen Weihnachtsbaum in Cairns (!!!) … Die Berichte von Townsville und Magnetic Island werde ich wohl erst nach Weihnachten schaffen, Internet ist hier rar und teuer.

Liebe Gruesse von Magnetic Island,
Kovu

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Kilometer 1778: Cairns und Mission Beach 21.12.2007
Eine enttäuschende Erfahrung sondergleichen gab es am heutigen Tag: Cairns. Hat uns ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen und schon zur Mittagszeit als wir hier angekommen sind waren wir uns sicher, dass wir keine einzige Nacht bleiben werden sondern nur den Tag hier verbringen. Das einzig Schöne was es hier zu sehen gab war die Strandpromenade, die war ganz nett. Aber alles andere war mehr als gewöhnlich. Das übliche quadratische Straßensystem und nicht wirklich etwas am Straßenrand, wo man den Drang zum Herauskramen der Kamera gehabt hätte. Tut mir leid, dass ich das so sagen muss – aber Cairns ist ein einziger Haufen von Buchungszentren für Rifftouren, gemischt mit Backpackerhostels und Hotels. Und auf den ganzen Plakaten für die Touren steht dann doch tatsächlich noch so etwas wie „very small groups… only 42 persons“. Bitte was? Eine Schnorchel- oder Tauchtour mit 42 Gästen ist hier „small“ ??? Was ist denn dann „medium“ oder „large“??? Nein danke, aber mehr als 12 Leute sollten es auf einem Tauchboot echt nicht sein, sonst wird es bösartig. Nun gut, dafür dass die Tourenveranstalter ihre Touren so voll stopfen kann die Stadt Cairns nix für – aber der Anblick dieser Stadt passt irgendwie einfach dazu, dass sich alles hier um das Geldverdienen mit dem Riff dreht und dies die einzige Daseinsberechtigung für die Existenz der Stadt zu sein scheint. Ach, und ja. Der internationale Flughafen. Den hätte ich fast vergessen. (Falls ich diese Stadt allzu oberflächlich bewertet haben sollte, ist jeder ambitionierte Cairns – Fan dazu eingeladen mich vom Gegenteil zu überzeugen. Danke. Ende und aus.)
Am Abend sind wir dann gleich mal schnell weiter gefahren. Weiter Richtung Süden, Townsville entgegen. Um eine gewagte Nacht im Partyzentrum Mission Beach zu verbringen, die gar nicht so schlimm war wie befürchtet. Zumindestens war es hier schöner als in Cairns, auch wenn der Strand vor unserem Campingplatz sehr dreckig war.

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Kilometer 1658: Daintree River, Cape Tribulation und Cape Kimberley 20.12.2007
Touri – Tag! Daintree National Park und Cape Tribulation sind irgendwie die absoluten Touristen Abstiege, diese Erkenntnis hat man spätestens in dem Moment wenn man schon 1000 Kilometer südlich Informationsbroschüren zu Touren etc. in allen Touriinfocentern findet. Hier hat man zwar sehr schöne Natur, der Dschungel ist dichter als überall anders und endet direkt am Strand, allerdings ist dieses ganze Touristendrumherum nicht ganz mein Fall, einfach zuviel los hier. An der Straße zum Daintree Village findet man alle 100 Meter eine weitere „Croc – Safari – Bootstour“, man kann sich vor den Dingern kaum noch retten. Und als wir dann mit unserem Auto per Autofähre über den Daintree River übergesetzt haben, hat man die Ausflugsbötchen auch schon direkt gesehen. Kleine überdachte Plastikkähne mit 10 Sitzreihen a 5 Personen in einer Reihe werden hier über den Fluss geschippert in der Hoffnung Krokodile zu erspähen. Dann muss aus dem Boot ausgestiegen werden, gleich wieder rein in den Bus und schon geht’s weiter in Richtung Cape Tribulation. Auch ein sehr schönes Plätzchen, aber die ganzen Overlanderbusse begegnen einem hier auch immer wieder. Nun gut, wir sind letztlich auch hier gelandet und somit auch ein Teil des Massentourismus, aber ehrlich gesagt fahre ich im nächsten Leben dann doch lieber einen weiteren Tag zum Archer Point und genieße die Ruhe dort. Vielleicht sollte ich das hier nicht schreiben, sonst gibt’s da bald auch Croctouren und Massenveranstaltungen… (aber in Relation zu den Besucherzahlen dieser Seite ist das dann doch eher unwahrscheinlich ;) ).
Ach ja. Am Ende des Tages sind wir doch tatsächlich auf dem Campingplatz vom Koala – Resort in Cape Kimberley gelandet. Koala hat an der Ostküste manchmal den schlechten Ruf von bösartigen Backpackerpartysaufgelagen unter unzumutbaren Bedingungen, aber das was wir hier vorgefunden haben war sehr hochwertig. Eine schöne Campingwiese unter hohen Bäumen am Strand, sehr gute Sanitäranlagen, eine gut ausgestattete Campingküche und ehrlich gesagt ein sehr ruhiger Platz um auszuspannen. Vielleicht ist das zu anderen Jahreszeiten anders, aber heute war es sehr nett hier. Lob.

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Kilometer 1283: Homerule Falls 2 und Wonga Beach 19.12.2007
Heute Morgen stand als erstes der 40 Minuten – Marsch zu den Homerule Wasserfällen auf dem Plan, über einen kleinen Pfad durch den Dschungel fanden wir uns irgendwann vor einem wunderschönen Wasserfall wieder. Längst nicht so groß wie die Wallaman – Fälle, eher aus kleinen Minifällen bestehend suchte sich das Wasser hier den Weg an einer großen Felswand entlang nach unten. Schwimmen war hier auch ohne Bedenken möglich, Krokodile gibt es hier keine. Und hochklettern konnte man die Fälle auch, war zwar an einigen Stellen etwas heikel, hat aber extrem viel Spaß gemacht und der Ausblick von oben war genial. Und die Wahrscheinlichkeit hier jemanden zu treffen ist auch sehr gering, wobei wir ein paar Australiern hier begegnet sind die hier gefischt haben.
Um ca. 14 Uhr mussten wir dann leider schon wieder ins Auto steigen, denn heute sollten die gesamten 200 Kilometer Kuhweidenstrecke wieder zurück gefahren werden, bis ca. 20 Km hinter Moosman, wo wir am Wonga Beach einen tollen Campingplatz am Meer gefunden haben.

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Kilometer 1235: Cooktown und Homerule Falls 18.12.2007
Nach dem Abbauen unseres Camps ging es die Piste zurück zur Hauptstraße und dann den letzten Streckenabschnitt bis nach Cooktown rein. Hier wussten wir irgendwie überhaupt nicht, was wir eigentlich anschauen sollten, denn Cooktown war noch kleiner als erwartet und das einzige was wir wussten war, dass Captain Cook hier 1770 mit seinem Schiff Endeavour gelandet war und auf den kleinen Hügel mit dem Namen „Grassy Hill“ gelaufen ist um von dort eine sichere Passage für sein Schiff durchs Riff zu erspähen und das Umland zu erkunden. Ein paar kleine Straßen und eine Mini – Promenade, das war irgendwie unser Eindruck von Cooktown – also fuhren wir als erstes zum Infocenter im Botanischen Garten der Stadt und ließen uns hier ausführlich beraten was man denn noch alles anschauen sollte. Unglaublich freundlich hat man uns hier weiter geholfen und mit Kartenmaterial überschüttet. Tausende Tipps wo man überall in der Umgebung hinfahren könnte waren auch noch dabei. Nur unser Informationsbedürfnis für Cooktown selber war immer noch nicht ganz befriedigt, hatten dann aber doch irgendwann einen Plan für den Tag: Grassy Hill über einen Walking Track besteigen und dann in der Stadt ins James Cook Museum gehen. Das sollte fürs erste reichen und so ging es im Botanischen Garten los, über Cherry Tree Bay auf den Hügel und wieder zurück in die Stadt. Das waren schon mal über 3 Stunden Lauferei, aber man hatte einen sehr schönen Ausblick auf Cooktown und die Endeavour – River Mündung von dort oben. Einen kleinen Leuchtturm gibt es dort auch. Empfehlenswert. Ebenso das (offizielle) James Cook Museum (es gibt zwei im Ort…). Nach einem letzten Besuch der Promenade, wo man alle 3 Meter über ein James Cook Denkmal stolpert, haben wir das Städtchen dann auch schon wieder verlassen und sind unserem letzten Tipp für heute entgegen gefahren, den Homerule Wasserfällen auf der Pistenstraße Richtung Süden (die 4WD Straße die bis nach Cape Tribulation runterführt die man nicht fahren kann ohne 4WD… bis zu den Wasserfällen war es aber kein Problem.). Einen sehr schönen Campingplatz im Wald gab es hier direkt an einem Fluss, für günstige 8 Dollar pro Person konnten wir hier schlafen bei sehr guten Sanitäranlagen und trinkbarem Wasser aus der Leitung (dieses wiederum kam natürlich aus dem Fluss… ebenso der Strom mittels Wassergenerator… praktisch).

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Kilometer 1215: Wild campen vor Cooktown – Archer Point 17.12.2007
Nach unserer kleinen Erholungspause in Port Douglas ging es heute über die Peninsula Development Road über das Innenland ein letztes Mal weiter Richtung Norden. Unser angepeiltes Ziel sollte Cooktown sein. Es gibt zwar von Port Douglas auch eine Straße die direkt am Meer entlang führt, allerdings ist diese Straße ab Cape Tribulation nicht mehr asphaltiert und es wird empfohlen hier auf jeden Fall einen Allradwagen mitzubringen, da man ansonsten Probleme bei dem Durchfahren von Creeks haben kann und einen 2WD wohl sowieso an seine Grenzen treiben würde. Und da ich nun mal keinen 4WD habe, haben wir die vernünftige Route gewählt, die zwar geschätzte 100 Kilometer länger, aber dafür sehr gut ausgebaut ist. Angeblich wurde der letzte Streckenabschnitt vor Cooktown erst gegen Ende 2005 asphaltiert. Über größtenteils schnurgerade Straßen geht es hier durch australisches Hinterland, recht trocken, viel Eukalyptus und kaum Wolken am Himmel. Und im Prinzip sind es 200km durch eine riesengroße Kuhweide. Die Kühe rennen hier nämlich lustig auf der Straße rum und recht oft muss man abbremsen um ihnen nicht im nächsten Moment auf dem Kühlergrill eine Mitfahrgelegenheit anzubieten.
Obwohl wir eigentlich in Cooktown in einem Caravanpark übernachten wollten, kam uns etwa 20 Kilometer vorher die Idee einfach mal sofort von der Hauptstraße abzubiegen und zu schauen was es da so anzugucken gibt. Auf der Karte war eine kleine Straße eingezeichnet die zu einem Ort namens „Archer Point“ führen sollte. Was wir uns darunter vorzustellen hatten wussten wir nicht und so fuhren wir die 11 Kilometer über eine Piste in Richtung Pazifik bis wir am Ende in einer wunderschönen Bucht am Meer gelandet sind, mit einem Leuchtturm auf dem Hügel und einer kleinen vorgelagerten Insel namens Rocky Island, ebenfalls mit einem kleinen Leuchtturm bestückt. Ein idealer Ort um wild zu campen, die Entscheidung dafür war recht schnell gefallen. Also wurde noch ein bisschen die Umgebung erkundet, dann das Zelt aufgebaut und auf dem Hügel direkt neben dem Leuchtturm der Sonnenuntergang und die Abenddämmerung genossen.

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Kilometer 937: Port Douglas und 3 Monate unterwegs… 15.12.2007
Nach einer recht verregneten Nacht wollten wir unbedingt noch einmal einen genaueren Blick auf den Koombooloomba Stausee werfen, auch wenn man hier nicht überall langgehen konnte weil das Ufer doch recht geröllartig war. Deswegen kehrten wir nach relativ kurzer Zeit wieder um, es war es einfach nicht wert sich hier irgendwo die Beine zu brechen. Der See war zwar schön, machte aber doch irgendwo einen künstlich geschaffenen Eindruck. Und wenn man genau hinschaute hat man gesehen wo der Regenwald doch etwas leiden musste unter dem Staudamm. Nun ja. Ob es so sinnvoll ist für regenerative Energien Regenwald zu holzen und zu fluten?? Ich weiß ja nicht, bin aber in Bezug auf dieses Beispiel wohl auch zu schlecht informiert um das ganze kommentieren zu können.
Auf jeden Fall machten wir uns zur Mittagszeit zurück auf den Weg Richtung Zivilisation. Diesmal sogar richtige Zivilisation, mit Supermarkt und Mobilfunkempfang und so. Um Wäsche zu waschen, ins Internet zu gehen und einfach mal ein bisschen die Beine hochzulegen oder in der Sonne am Strand das Hautkrebsrisiko ins Unermessliche zu treiben. Über die Atherton Tablelands ging es durch Atherton und Mareeba den Kennedy Highway hoch bis nach Port Douglas, einer Art Touriparadies am Meer – aber trotzdem irgendwo recht schön. Wohl eher für etwas wohlhabendere Touristen gedacht gefiel mir diese Stadt doch auf Anhieb. Ein kleines Zentrum mit den üblichen Einkaufsläden und an vielen Ecken Infopunkte zum Buchen von Rifftouren. Das Übliche, aber doch war es irgendwo schöner als einige andere der Ostküstentouristennester die ich zuvor gesehen hatte. Man findet hier sehr viel Grünflächen, Palmenalleen und auch der 4 Mile Beach war alles andere als überfüllt. Vielleicht ist hier außerhalb der Regenzeit mehr los, wobei die Regenzeit ja erst in ihren Kinderschuhen steckt. Auf jeden Fall wars nett, aber das ist natürlich auch wieder Geschmackssache.
Was wäre noch zu sagen? Ach ja: Mit dem heutigen Tag bin ich 3 Monate von zuhause fort. Die Zeit vergeht schnell...

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Kilometer 723: Tully Falls, oder so ähnlich… 14.12.2007
Nach dem Frühstück und dem Zeltabbau sind wir noch auf den Schmetterlingsregenwaldpfad gegangen – im Prinzip ein kleiner 20 Minuten Rundweg vom Campingplatz aus und zum Campingplatz zurück. Liebevoll angelegt mit einem Haufen Erklärungsschildern zu hier vorkommenden Schmetterlingsarten geht es hier über kleine Brücken durch den Urwald. Wirklich viel gesehen haben wir leider nicht, aber der Weg war wirklich nett.
Danach sind wir noch mal an den Tully Fluss gelaufen, mir fällt gerade wieder nur ein Wort ein: Traumhaft. Recht rasant schlängelt sich dieser reißende Regenwaldfluss seinen Weg hier durch das Tal. Durch einen Haufen riesiger Felsen und vorbei an kleinen Sandbänken mit tausenden kleinen Kröten die hier auf dem Boden hüpften. Wir mussten aufpassen wo wir unsere Füße hinsetzten.
Wenig später setzten wir uns dann wieder ins Auto und fuhren den ganzen Weg wieder aus dem Tully Gorge hinaus. Wieder zurück nach Tully, wieder auf den Highway und wieder weiter nach Norden bis nach Innisfail, wo wir nach einem kurzen Konsumtrip im Woolworth vom Bruce Highway abbogen und über den Palmerston Highway, Millaa Millaa, Ravenshoe (angeblich die höchste Stadt Queenslands…) auf die Tully Falls Road einbogen. Denn irgendwie konnten wir das mit dem Hydrokraftwerk immer noch nicht ganz glauben. Irgendwo mussten doch diese Wasserfälle sein, schließlich waren sie ja in unserer Karte eingezeichnet und die Herren bei den Wallaman Wasserfällen schwärmten ja auch davon. Nun ja. Nach einer tollen Fahrt durch den Dschungel über eine schnell befahrbare einspurige Asphaltstraße mit gelegentlichen Schlaglöchern und einer darauf folgenden Piste (insgesamt etwa 24 Kilometer), kam ein Schild „Tully Falls 6 Kilometer“. Toll! Voller Freude die Fälle endlich entdeckt zu haben, schlugen wir diesen Weg ein, um dann nach etwa 2 Kilometern ein Schild zu entdecken welches besagte, dass wir auf keinen Fall weiter fahren dürften. Prima. Soviel zu den Fällen. Hinter dem Schild kam übrigens eine weitere Hydroanlage bzw. zumindest etwas das stark danach aussah. Was auch immer mit den Tully Falls passiert war, uns war es ab sofort egal. Wir fuhren die 2 Kilometer zurück und nahmen die andere Abzweigung zum Koombooloomba Damm, wohl irgendeinem Stausee. Hat bestimmt auch was mit dem Tully Hydrokraftwerk zu tun. Es gab hier direkt einen Campingplatz am See (bzw. eine kostenlos zu nutzende Wiese ohne alles mit dem Hinweis dass man hier campen könne…) und es war wieder einmal eine schöne Nacht in der Wildnis fern von allem anderen.

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Kilometer 491: Tully Gorge 13.12.2007
Um etwa 14 Uhr waren wir mit unserer Wasserfallerkundungstour durch und verließen diese Gegend, fuhren über Ingham und den Bruce Highway dann weiter Richtung Norden bis nach Tully. Dort nahmen wir dann die Straße Richtung Tully Gorge, weil uns irgendjemand bei den Wallaman Falls verklickert hatte, dass die Tully Falls total schön wären. Diese hatten wir daraufhin in einer unserer vielen Karten gesucht und waren zu dem Schluss gekommen, dass die Straße von Tully aus die Richtige sei um dorthin zu gelangen. Etwa 45 Kilometer fährt man über eine sehr gute asphaltierte Straße auf der einem ungefähr nie ein Auto begegnet durch traumhafte Landschaften und eine Menge Bananenplantagen in das Tully Tal hinein (Tully ist auch ein Fluss, nicht nur eine Stadt… !) , um dann herauszufinden, warum so eine super Straße mitten in ein Naturschutzgebiet führt: Die Tully Falls sind ab sofort ein Hydrokraftwerk. Na toll. Auf jeden Fall irgendwie so oder so ähnlich. Ob die Tully Falls wirklich in ihrer alten Form nicht mehr existieren wissen wir nicht, allerdings ging es von der Straße aus wirklich nicht mehr weiter und wieder einmal zwang uns die einbrechende Dunkelheit schnellstmöglich eine Entscheidung zu treffen und dann auf dem zum Glück im Scheinwerferlicht doch noch entdeckten Campingplatz das Zelt aufzubauen, dieser ist etwa 8 Kilometer vor dem Kraftwerk auf der rechten Seite etwas versteckt, ein kleines Schild steht am Straßenrand und ein Weg führt dann hinunter zum Platz. Wieder ein Selbstregistrierungscampingplatz, wieder alles super sauber und so langsam haben diese Campingplätze wohl einen neuen Fan: Mich! Ein Traum von einem Platz, direkt am Tully Fluss gelegen und mitten im Urwald (sowohl der Wallaman Platz als auch der Tully Gorge Platz kosteten 4,50 $ pro Tag und Person, scheint ein Standardpreis zu sein und ist sehr günstig für das was man geboten bekommt…). Und wieder alleine auf dem Platz! Und wieder im Nirgendwo…

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Kilometer 276: Wallaman Falls 2 13.12.2007
Nach der ersten Nacht im Freien wollten wir dann heute Morgen natürlich endlich runter zu den Wasserfällen. Von der Aussichtsplattform gibt es einen Weg, über welchen man in ca. 1 – 2 Stunden (je nach Gehgeschwindigkeit – wenn man so wie wir an jeder Ecke anhält und Fotos macht, braucht man mindestens 1,5h) den unteren Teil der Wasserfälle erreichen kann. Durch einen immer dichter werdenden Dschungel erreicht man irgendwann den Flusslauf, welcher sich nach den Wasserfällen seinen Weg weiter durch die schroffen Felsen geschnitten hat. Kurz vor der unteren Aussichtsplattform kann man hier vom Weg abbiegen und landet dann mitten in dem Flussbett – auch wenn die Aussichtsplattform mittels eines Schildes davor warnt weiter zu laufen weil die Steine glitschig seien. Wenn man nicht allzu blöd ist, kann man sich aber trotzdem den Weg bis zum Wasserfallteich erarbeiten, von dort ist die Sicht nach oben grandios und man erkennt erst wie gigantisch die Fälle sind und mit welcher Wucht das Wasser nach unten fällt. Man muss halt nur aufpassen. Ich habe allerdings auch schon Bilder gesehen wo der Wasserfall viel mehr Wasser führt als an dem Tag als wir dort waren, vielleicht ist dann der ganze Flusslauf verregnet durch das herunterkommende Wasser, da ist es bestimmt rutschiger. Wer weiß. Muss jeder selbst einschätzen. Und Schlangen gibt’s hier auch jede Menge. Alle Angaben also wie immer ohne Gewähr :)

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Kilometer 276: Wallaman Falls 12.12.2007
Von Balgal Beach ging es heute weiter nordwärts den Bruce Highway hoch bis Ingham, wo wir uns noch mit einigem Campingequipment ausstatten mussten, bevor wir am Nachmittag dann von Ingham die kleine Straße hoch in den Girringun National Park nahmen um zu den Wallaman Falls zu gelangen. Die Wallaman Falls sind 268 Meter hohe Wasserfälle im etwas bergigeren Innenland gelegen und absolut traumhaft. Die Straße dorthin ist zwar etwas holprig, aber zum größten Teil asphaltiert. Nur ein paar Abschnitte zwischendurch und etwa die letzten 10 Kilometer sind Piste, die allerdings ganz gut befahrbar war. Am Ende der Straße (man fährt von Ingham ungefähr 50 Kilometer…!) kommen eigentlich nur noch die Wasserfälle, welche man von einer Aussichtsplattform anschauen kann und ein Campingplatz mit Vorreservierung oder Selbstregistrierung (d.h. da sitzt niemand der das Geld abnimmt, man muss so ein Formular ausfüllen, den Betrag für die Übernachtung selbst ausrechnen und dann das Geld in einen wasserdichten Umschlag tun und in einen Briefkasten werfen… ziemlich praktisch das ganze und unterstützenswert, denn der Campingplatz war klasse. Es gab eine Dusche, fließend Wasser und saubere Bioklos - da hab ich schon viel schlimmere Campingplätze gesehen die mitten im Leben waren aber absolut ekelhaft…).
Wie auch immer. Nach den ersten 15 Minuten Staunerei über die absolut genialen Fälle, einem Dutzend Fotos und dem dringenden Wunsch am nächsten Tag das ganze Areal näher zu erkunden, mussten wir den Tatsachen ins Auge sehen und uns in Richtung Campingplatz begeben, denn so langsam wurde es dunkel und das neu gekaufte Zelt von meiner Reisebegleitung wollte zum ersten Mal aufgebaut werden. Dann konnte auch bald die erste Nacht in der Wildnis verbracht werden, für mich eine Nacht in meinem komfortablen Autositzumklappbettgedöns. Und so waren wir absolut alleine im Umkreis von 50 Kilometern, es gab einen super genialen Sternenhimmel und um uns herum hat jeder Busch gelebt und Geräusche von sich gegeben. Einfach toll. Hoffentlich bleibt das so.

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Kilometer 0: Raus aus Ayr 11.12.2007
Heute ist es endlich soweit. Nach unglaublichen 2 Monaten und 2 Tagen habe ich am heutigen Tage endlich diese Stadt verlassen. Dass ich solange hier bleibe hätte ich wirklich nicht gedacht, aber es ließ sich hier doch ganz gut Geld verdienen und sowieso war es im Hostel eigentlich immer sehr lustig, was das Sklavenleben doch recht angenehm gemacht hat. Sogar etwas wehmütig reise ich heute ab, allerdings auch in großer Vorfreude auf das was kommen mag, was auch immer das ist.
Und es hat sich auch etwas verändert, nämlich genauer gesagt die Art der Fortbewegung. Ich habe mir am heutigen Tage nach langem hin und her endlich ein Auto gekauft. Einen wundervollen Ford Falcon von 1989 mit hübschem weißen Lack und 117000 Kilometern auf dem Tacho. Das ist recht wenig für ein Auto dieses Alters. Mit toller Automatikschaltung, damit man auf den australischen Straßen das Gehirn komplett abschalten kann. Wie auch immer - was ich eigentlich nur hoffe ist, dass er möglichst lange durchhält. Idealerweise bis zum Ende der Reise. Und ohne Unfall. Das wäre auch toll.
Nun denn. Nachdem ich kurz nach der Mittagszeit mit den ganzen Formalitäten des Autokaufs, der Registrierung des Autos und dem Abschließen einer Versicherung durch war, ging es dann auch baldmöglichst wieder ins Hostel, um mein gesamtes Hab und Gut was ich auf der südlichen Hemisphäre besitze, in die Karre umzuladen. Hier wurde dann auch gleich der neue Kleiderschrank im Kofferraum eingerichtet, in Form einer großen Plastikkiste. Viel bequemer als immer alles aus dem Rucksack rauszukramen!
Um 16 Uhr ging es dann endlich los. Nach unserem ersten Tankstellenbesuch (Plural, da ich mit jemandem zusammen reise...) und dem dringenden Bedürfnis hinter dem Ortsausgangsschild von Ayr einen Sekt aufzumachen (nein, nicht in die Tat umgesetzt, aber die Idee war da…) führte uns unsere Route direkt am Bowling Green National Park vorbei in Richtung Townsville. Die zweitgrößte Stadt Queenslands ließen wir erstmal einfach direkt hinter uns, wir wollen in ca. 2 Wochen eh wieder hierher zurückkommen.
Unser erster Tag in Freiheit endete dann damit, dass wir eine für Backpackerverhältnisse recht teure Unterkunft bei Balgal Beach bezogen, etwa 50 Kilometer nördlich von Townsville, gelegen in einer sehr schönen Gartenanlage direkt am Strand. Sehr gut ausgestattete und saubere Appartements werden hier an die Besucher vermietet. Ist zwar nicht unsere Alltagspreisklasse gewesen, aber wenn es nicht zur Regel wird passt das schon mal.

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Yongala Wracktauchen 02.12.2007
Heute habe ich es endlich geschafft, den lange ersehnten Wracktauchgang am Yongala Wrack durchzuführen. Die Yongala ist ein Schiffswrack, das seit 1911 vor der Küste von Ayr liegt. Gesunken auf der Fahrt von Mackay nach Townsville in einem Unwetter, haben damals alle 122 Passagiere ihr Leben verloren. Dies ist auch ein Grund, weshalb man nicht in das Innere des 111 Meter langen Wracks tauchen darf, da das Wrack erst 1947 entdeckt wurde handelt es sich hierbei gleichzeitig um die letzte Ruhestätte der Passagiere.
Das Wrack liegt heute in 16 – 30 Meter Tiefe, der gesamte Tauchplatz in der zentralen Sektion des Great Barrier Reef Marine Nationalparks.
Los ging es morgens um 7 Uhr. Nach den üblichen Formalitäten sind wir mit einem Geländewagen von der Tauchbasis an den Strand gefahren, hier wurde das Tauchboot direkt zu Wasser gelassen. Das Tauchboot war übrigens eine Art überdimensionales Schlauchboot mit 400 PS, ich glaube ich brauche nicht hinzuzufügen, dass es ein Riesenspaß war, damit über das Wasser zu peitschen, zumal der Wellengang am heutigen Tag doch recht ausgeprägt war. Nach etwa 30 Minuten hatten wir dann den Tauchplatz erreicht, von Ayr aus ist dies die schnellste Art das Wrack zu erreichen. Man kann auch von Townsville aus am Wrack tauchen, dann dauert die Anreise jedoch 3 Stunden.
Insgesamt gesehen waren beide Tauchgänge sehr schön, allerdings gab es beim zweiten Tauchgang doch noch mehr zu sehen. Unter anderem zwei Ammenhaie und eine Schildkröte, welche ohne Furcht meinen Weg kreuzte. Generell kam mir die Unterwasserwelt hier am Riff viel weniger scheu vor als in Thailand und Malaysia, aber wahrscheinlich hatte ich nur Glück und der Eindruck täuscht. Und da ich beim letzten Tauchen vor einem halben Jahr feststellen musste, dass Videos mit meiner Unterwasserkamera doch besser werden als Fotos (diese waren oft schlecht belichtet oder verwackelt…), habe ich dieses Mal fast nur Videoaufnahmen von den Tauchgängen gemacht, mit dem Problem dass ich diese nur schwer auf dieser Internetpräsenz abbilden kann. Deswegen habe ich einfach mal ein Experiment gestartet und ein paar Favoriten auf YouTube hochgeladen. Einfach mal anschauen oder so:

Schildkröte
Hai
Rochen
Barakudas
Fische

            
            
      

Spaß im Mangoshed 01.12.2007
Und mal wieder versüße ich mir das Wochenende mit einem wunderbaren neuen Job, den ich nur für den heutigen Tag als Vertretung angenommen habe. Dieser übertrifft die Chillies von neulich doch gleich noch mal um ein Vielfaches in Bezug auf den Spaßfaktor: Mangos packen. Im Mangoshed wird im Prinzip nichts anderes gemacht. Die Mangos werden in großen Bins angeliefert, frisch von den armen Mangopflückern - welche die Mangos gleich nebenan von den kilometerlangen Mangobaumplantagen abpflücken (arm, weil der Mangopflückjob nicht wirklich die angenehmste Arbeit ist – beim Pflücken der Mangos tropft aus den Stilen der Mangos ein Saft heraus, der auf der Haut sehr böse Verbrennungen und allergische Reaktionen hervorrufen kann. Hier im Hostel sehen einige unserer wenigen Mangopflücker nicht wirklich gut aus, viele haben Verbrennungen im Gesicht…). Nachdem die Mangos gewaschen wurden, werden die Schlechten aussortiert und dann auf einem langen weiteren Sortierband der Größe nach in Kisten verpackt. Auf jede Mango kommt dann noch ein Aufkleber (so wie der, den man auch auf fast jeder Banane findet…) und dann werden die Kisten auf Paletten gestapelt. Wie auch immer. Angefangen um 9 Uhr morgens wurde mir gleich der Kistenjob angedreht: Ich durfte in der zum Glück klimatisierten Halle (allerdings besitzt dieses Schmuckstück von Arbeitsplatz keinerlei Fenster…) den ganzen Tag nichts anderes machen, als die in Kisten gepackten Mangos vom Fließband aufzuheben, durchzuzählen ob es eine Kiste mit 12, 14, 16, 18 oder 20 Mangos ist und die Kiste dann auf eine der entsprechenden Paletten stapeln. 13 Stunden lang. Bis in die Nacht hinein. Was für eine wunderbar abwechslungsreiche Arbeit. Nun ja – ich stelle ja wenig Ansprüche - aber das war wirklich die Spitze der Eintönigkeit, zumal das Hören von Musik in der Halle nicht erlaubt ist. Unterhalten übrigens auch nicht… Was freue ich mich plötzlich wieder darauf, am Montag zurück aufs Zuckerrohrfeld zu dürfen…

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