Kovus Welt

Fahrt nach Town of 1770 / Agnes Water 30.09.2007
Als nächstes Ziel nach Hervey Bay und Fraser Island habe ich mir irgendwie den Town of 1770 ausgemacht, weil dieser als nettes und abgelegenes Örtchen ein bisschen Ruhe nach dem Trubel versprechen sollte. Eigentlich hab ich ja ein Busticket von Brisbane bis Cairns mit unbegrenzten Stopps, aber da die zwei Israelis aus meiner Fraser Gruppe auch nach 1770 fahren wollten und mir angeboten haben, dass ich doch gerne mitfahren kann, hab ich den Bus spontan links liegen gelassen und bin am Morgen in deren Auto gestiegen – ein typisches Backpacker Auto… einen Ford Falcon von 1994. Außerdem kann man mit dem Auto natürlich auch viel bequemer, schneller und vor allem zu humanen Zeiten unterwegs sein (der Premier Bus wäre um Mitternacht in 1770 angekommen – und dann noch nicht mal direkt in 1770, sondern ca. 50 Kilometer weit außerhalb… ziemlich doof – das ist der Preis dafür, dass ich das billige Premier Ticket genommen hab :) ).
Also sind wir gegen Nachmittag in 1770 angekommen und mussten irgendwie feststellen, dass hier alles zwar den Namen 1770 trägt und damit beworben wird (1770 ist hier irgendwie Cook mit nem Schiff lang gefahren oder so, daher der Name), aber das eigentliche Leben in Agnes Water statt findet, welches ca. 5 Kilometer südlich von 1770 liegt. Seventeen Seventy hat irgendwie ungefähr 200 Einwohner und besteht nur aus ein paar Häusern und einem Campingplatz direkt am Meer – in Agnes Water liegen die ganzen Hostels, sonstigen Unterkünfte und vor allem Supermärkte und alles was man sonst noch zum Überleben braucht (fast, ich glaub nen Arzt gibt’s hier nicht… und das Internet könnte auch etwas schneller sein). Mein Handy funktioniert hier natürlich auch nicht und überhaupt ist man hier schon ganz schön weit weg von der sonstigen Zivilisation (für Ostküstenverhältnisse) – ca. 50 Kilometer bis zum nächsten erwähnenswerten Örtchen. Deswegen ging es wieder zurück nach Agnes Water und dort haben wir uns nach intensiver Recherche für das Cool Bananas Hostel entschieden – sehr nett und gemütlich, nah am Strand und nur zu empfehlen. Es ist recht neu, hat schlichte aber saubere Zimmer und einen genialen tropischen Garten im Hinterhof, in dem es sich zu jeder Tageszeit prima aushalten lässt. Getränke sind hier sehr günstig, die Küche super ausgestattet. Nur das Internet ist etwas zu teuer für meinen Geschmack (für die Geschwindigkeit…). Trotzdem eine absolute Empfehlung!

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Fraser Island Tag 3 29.09.2007
Noch eine unbequeme Nacht, die um 5 Uhr jäh unterbrochen wurde, denn bedingt durch unsere frühe Rückkehr am Nachmittag aufs Festland musste der Tag so gut wie möglich genutzt werden. Das erste Ziel am letzten Tag sollte Lake Wabby sein, eine Art Kombination aus Wüste und See – angeblich soll die nahe gelegene Düne in einigen Jahren den gesamten See aufgefressen haben. Der arme See, aber vor allem bedauerlich für dessen Bewohner. Im Anschluss ging es dann zum wohl berühmtesten Platz auf ganz Fraser, Lake McKenzie. Einer Art Touristenbadeparadies. Das Wasser war zwar klar und der Strand weiß wie ein DinA4 Blatt (wie jeder Strand der im Inneren der Insel gelegenen Inseln hier), aber auch an diesem berühmten Punkt war es mir eigentlich wieder etwas zu sehr mit Touris aufgefüllt. Da waren mir die kleineren, abgelegeneren und somit einsameren Seen deutlich lieber. Und uns wurde vorher noch gesagt: Verbringt so viel Zeit wie möglich am Lake McKenzie, da muss ich leider widersprechen. Wenn ich eine Fleischbeschauung möchte – dann fahre ich bestimmt nicht auf Fraser Island sondern z.B. eher den Noosa Main Beach von neulich, der war dafür besser geeignet.
Nach unserem letzten Mittagessen, mussten wir uns dann auf den Rückweg in Richtung Anlegestelle der Fähre machen. Leider hatten wir die ganzen 2 Tage nicht einen einzigen Dingo gesehen, schade drum – vielleicht im nächsten Leben. Bevor wir wieder das Festland befahren konnten, mussten wir jedoch gleich noch 2 Stunden auf die Fähre warten. Sie war mal wieder kaputt und so musste eine Ersatzfähre von woanders angeschippert kommen. Und da es dann schon nach vier Uhr Nachmittags war, hatte diese gleich erstmal Probleme mit dem Beladen. Das Fahrwasser war nämlich extrem flach durch die Ebbe und nach etwa der halben Beladung mit Autos hatte die Fähre schon einen so großen Tiefgang, dass sie auf Grund lief. Also musste der Kapitän noch einmal ordentlich neu einparken bis dann der Rest der Leute und Autos auch noch an Bord gehen konnte. Dann gings aber gleich toll weiter, den Rückwärtsgang eingelegt liefen wir gleich noch mal auf Grund und es dauerte eine weitere halbe Stunde bis wir uns wieder frei gefahren hatten. Der Kapitän begrüßte dies mit einer Lautsprecherdurchsage die klang wie „it’s a miracle“. Zumindest weiß ich nun, warum die Fähren ständig kaputt sind – wenn die ständig auf Grund laufen, weil das Fahrwasser der Anlegestelle nicht gut genug ausgehoben ist…

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Fraser Island Tag 2 28.09.2007
Auch wenn der Untergrund der Zelte im Prinzip schöner weißer Strandsand war – bequem war das ganze ganz und gar nicht. (Aufblasbare) Matratzen haben wir natürlich nicht mitgenommen, die hätten nie im Leben mehr ins Auto gepasst. Also direkt mit dem Schlafsack auf dem Zeltfußboden ohne Kissen gelegen und irgendwie versucht, mit dem Körper eine entsprechende Mulde zu formen – dieses Unterfangen war aber ebenso hoffnungslos und dementsprechend wenig Schlaf hat uns die Nacht auch gebracht bzw. tat am heutigen Morgen so ziemlich alles weh.
Nach einem delikaten (sandigen) Frühstück (die Teller mussten vorher noch im Meerwasser gespült werden, da diese irgendwie am Vorabend total im Sand gelandet waren und allzu viel Frischwasser fürs Spülen hatten wir nicht wirklich über) ging es dann etwa 60 – 70 Kilometer auf dem Strand in Richtung Norden. Auf dem Weg kamen wir an einem kleinen Örtchen mit dem wunderbaren Namen „Happy Valley“ vorbei. Dort konnten wir uns an einer richtigen Toilette und einem kleinen „Supermarkt“ erfreuen. Außerdem gab es Eis, sowohl für die Kühlboxen als auch am Stihl für die Hand. Und es gab eine tolle kleine Feuerwehr, die Happy Valley Bush Fire Brigade (siehe Foto). Wirklich ein süßes kleines Nest bestehend aus 3 Häusern direkt hinter der Düne am Ende der Welt mit einem prima Namen. Kurz hinter Happy Valley gab es dann noch das Wrack der Maheno zu bestaunen, einem Passagierschiff das hier 1935 gestrandet ist. Außerdem konnten wir noch ein paar Delfine aus dem Auto beobachten.
Immer weiter auf dem Strand nordwärts sind wir dann letztlich etwa zur Mittagszeit am nördlichsten Punkt vom 75 Mile Beach angelangt, dem Indian Head – einer Art großer Steinformation, die dem endlosen Strand ein jähes Ende bereitet. Man kann zwar noch weiter fahren, durften wir aber nicht – da unsere Versicherung dies angeblich nicht mehr mit abdeckte. War auch egal, der nächste Ort unserer Besichtigungsbegierde sollten die so genannten Champaign Pools sein, einer ausgefransten Menge Felsen, die ein paar kleine Pools bildeten und so bei eintretender Ebbe den einzigen sicheren Punkt zum Baden im Salzwasser auf Fraser boten. Baden im Meer ist trotz der hier traumhaft schönen endlosen Strände nicht wirklich ratsam, da es hier viele Haie gibt (Anmerkung meiner Person: Haie sind nicht böse! Es liegt in ihrer Natur, schwache Beute zu fressen. Sie erfüllen dadurch ihre Rolle als Gesundheitspolizei der Meere und sind als solche unersetzbar! Und ohnehin schmeckt ihnen Menschenfleisch eigentlich überhaupt nicht. Danke. Das musste noch gesagt werden…). Aber wenn ich ehrlich bin, der Besuch der Champaign Pools hat sich nicht wirklich gelohnt. Hier waren einfach zu viele Leute, die in den recht kleinen Salzkübeln baden wollten und da hatten wir schon viel schönere Orte zuvor gesehen. Allerdings konnten wir von den Felsen um die Pools in der Entfernung Wale sehen, das war nett – zwar weit entfernt – aber fast wie im Film.

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Fraser Island Tag 1 27.09.2007
Da um 6:45 Uhr das erste Briefing sein sollte, in welchem uns ein eingefleischter Australier mit einem unverständlichen Slang und militärischem Drill klar machen wollte, was wir alles nicht auf Fraser tun dürfen, musste selbstverständlich mal wieder ziemlich früh aufgestanden werden. Nach dieser ordentlichen Einweisung (ich habe vielleicht höchstens die Hälfte verstanden) und dem Check des Campingequipments und der Übergabe der Toyota Landcruiser an die Gruppen musste nur noch alles sauber verpackt werden, was gar nicht mal so einfach war. Denn es wurde doch ziemlich viel mitgeschleppt und wirklich Platz war für den riesigen Haufen Rucksäcke in dem Geländewagen nicht mehr wirklich. Unsere Gruppe bestand übrigens aus insgesamt 11 Leuten. Darunter 4 Leute aus Irland, 4 aus Holland, 2 Israelis und einem Deutschen (ich). Zusammen mit dem gigantischen Haufen Gepäck in einem kleinen Landcruiser – ganz schön gemütlich. 3 Leute vorne und 8 Leute hinten auf Bänken längs zur Fahrtrichtung, am meisten Spaß versprachen natürlich die letzten Plätze ganz hinten an der Heckscheibe, da hüpft man am besten!
Kurz nach 10 Uhr sollte dann auch unsere Fähre von River Heads aus gehen, der örtlichen Ankerstelle in der Nähe von Hervey Bay für marode Autofähren. Leider hat sich die Fähre erstmal ordentlich verspätet, war wohl irgendwas kaputt. Vollbeladen mit einem ganzen Schwung Geländewagen versprach sie uns dann jedoch eine sichere Überfahrt nach Fraser, welche nur ca. eine halbe Stunde dauern sollte. Dort angekommen bot sich straßentechnisch gesehen dann auch gleich das volle Bild des Grauens – auf der größten Sandinsel der Welt sollten natürlich auch die Straßen aus Sand sein, die Sitzfleischmassage auf den wenig bequemen Bänken konnte beginnen. Ebenso der ständige Nervenkitzel, ob wir denn im nächsten 50 Zentimeter Schlagloch endgültig umkippen würden.
Als erstes ging es dann zur Central Station, einem Nirgendwo irgendwo im Dschungel mit einem Parkplatz und ein paar Klohäuschen, einem Haufen Informationstafeln, einigen Rast- und Barbecuegelegenheiten und einem einladenden Weg zum „Basin Lake“, einem von der Straße etwas abgelegenen kleinen See den wir als erstes besuchen wollten. Vollkommen von Moskitos durchstochen wurde diese halbstündige Strapaze dann von einem wirklich einsam gelegenen kleinen Tümpel mit absolut weißem Strand und glasklarem Wasser belohnt, umgeben von Urwald und keine Menschenseele in Sicht (außer uns 11 Leuten natürlich). Daraufhin sind wir dann auch gleich alle zum Baden rein gesprungen und der schweißtreibende Aufstieg zu diesem auf einem leichten Hügel gelegenen See war vergessen.
Nach unserer Rückkehr zu unserem Transportgefährt sind wir dann noch zum ebenso schönen, jedoch nicht ganz so einsamen Lake Birrabeen gefahren, wo wir unser offizielles Mittagessen abgehalten haben. Lecker Sandwich mit diversen Aufstrichen und Sandbeilage - es ist nicht möglich, auf dieser Insel irgendwelche Speisen ohne den verfeinernden Genuss von Sand zwischen den Zähnen zu konsumieren.
Nach dem zweiten See habe ich dann selbst das Steuer vom Geländewagen übernommen und uns über ein paar weitere Kilometer Sandpiste im Inselinneren mit übermäßig viel Gegenverkehr (da heißt es dann meistens: Rückwärtsgang einlegen und irgendwie versuchen Platz zu machen, 2 Spuren gibt es hier nicht und links und rechts sind Bäume - das Auto das den Berg hochfährt, muss irgendwie ausweichen lautet hier die Vorfahrtsregel…) nach Eurong gefahren, einer an der Ostküste der Insel gelegenen kleinen Ansammlung von Häusern und gleichzeitig der südlichste Punkt den wir am Strand befahren durften. Die Straße war nämlich ab sofort der Strand (fast die komplette Ostküste von Fraser Island ist im Prinzip der sogenannte 75 Mile Beach, der aber gar nicht 75 Meilen lang ist sondern umgerechnet nur 92 Kilometer, wie viel das in Meilen ist weiß ich gerade nicht mehr – aber es sollen nicht 75 Meilen sein… 92 Kilometer Sandstrand ohne Unterbrechung ist aber auch schon ganz schön viel!). Auf dieser viel bequemer zu befahrenden „Straße“, im folgenden nur noch als Strand bezeichnet, ging es dann noch mal ca. 10 Kilometer nördlich, bis wir unseren heutigen Zielpunkt in Form eines Campingareals direkt zwischen Düne und Meer erreichten. Übrigens darf man im Innenland der Insel 35 Stundenkilometer schnell fahren (erreicht man nur selten da Schlaglöcher usw.) und auf dem Strand 85 Stundenkilometer, meistens sind wir aber nur ca. 60 gefahren, da man eh regelmäßig anhalten muss, um den kleinen Flussläufen aus dem Inselinneren, die sich über den Strand den Weg ins Meer erarbeiten, auszuweichen bzw. um durch diese langsam durchzufahren.
Nach der Wahl eines geeigneten Platzes für unsere Zelte und einem sandigen Abendessen ging es dann regelrecht früh ins Bett. Es war kalt, die Moskitos pappsatt, der Tag extrem anstrengend und am nächsten Morgen wollten wir auch nicht allzu spät aufstehen, auch wenn angekündigt wurde, dass wir aufgrund der Gezeitenlage erst ab halb 11 auf dem Strand weiterfahren konnten.

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Fraser Island Vorbereitungstag 26.09.2007
Hat irgendwie alles geklappt, hab mich von der Rezeption in die Gruppe der zwei Irinen für die Fraser – Tour am nächsten Tag stecken lassen und um 15 Uhr ging es dann direkt zur Vorbereitungsstunde in die Bar vom Koala Beach Resort (da wo ich gerade wohne… die machen auch direkt die Touren). Kurz ein kleines „was muss ich beachten“ Video angeschaut und die gröbsten Formalitäten erledigt, immerhin mietet man ja mit 11 Leuten ein Auto – da muss einiges abgesichert werden bezüglich Versicherung und ach ja: Never feed the Dingos!

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Spontaner Kanutrip und Hervey Bay 25.09.2007
Da der Bus nach Hervey Bay heute erst um halb 4 Uhr abfahren sollte, blieb noch fast ein ganzer Tag in Maroochydore übrig, der genutzt werden wollte. Also bin ich einfach mal mit einem anderen Deutschen, den ich im Hostel kennen gelernt hab, Kanu fahren gegangen – so ganz spontan wie es sein soll... Das war eine sehr nette Sache, die Kanus kann man in der Jugendherberge umsonst leihen und wir sind dann einfach mal bis zum Meer gepaddelt, dort ausgestiegen und im absolut erfrischenden Pazifik bei netten Wellen schwimmen gegangen. Ziemlich genial war das. Und das ganze in sensationellen 2 Stunden - mehr Zeit hatte ich leider nicht mehr - aber trotzdem ohne sich irgendwelchen Zeitstress zu machen. Australian Way of life – irgendwie wird’s schon noch passen. Und hat es dann auch.
Pünktlich bin ich dann in den Bus eingestiegen, es gab einen netten Zwischenstopp mit einem genialen Sonnenuntergang auf einem Rasthof (irgendwie ist hier jeder Sonnenuntergang genial… mal sehen wann das zur Gewohnheit wird, so dass es nicht mehr erwähnt werden muss…) und nach endlos langen Geradeausstraßen in der Dunkelheit wurden wir überpünktlich in Hervey Bay abgesetzt. Im Bus hab ich doch gleich wieder welche getroffen, die uns am Vortag im Nationalpark begegnet waren und denen wir von der Riesenspinne erzählt und den Weg gewiesen haben (wo sie denn zu bewundern sei…) – wie klein Australien doch ist. Man läuft sich echt immer wieder über den Weg.
Vom Transitparkplatz ging es dann gleich ins Hostel, meistens warten an der Stelle wo die großen Überlandbusse ankommen ja immer schon die kleinen Busshuttles von den Hostels um Gäste direkt abzuholen (die die schon gebucht haben) und um die Leute ohne Plan als neue Gäste anzuwerben. Im Shuttlebus hab ich dann gleich noch zwei Irinen kennen gelernt die auch nach Fraser wollen – morgen werde ich mal versuchen, ob ich nicht mit der gleichen Fraser – Tour noch mitfahren kann.

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Noosa National Park 24.09.2007
So ging es dann in der Früh um 9:30 Uhr auch gleich los – eine Stunde mit dem örtlichen Linienbus für 10 Doller hin und zurück. Wir waren dann insgesamt zu dritt, ein Deutscher und noch jemand aus Irland, was zwangsläufig dazu führte dass endlich mal Englisch gesprochen werden musste. Sehr gut! Der Noosa Nationalpark liegt östlich von Noosa Heads, der hiesigen Touristenmeile mit absolut überfülltem Strand und vielen fastnackten Menschen. Aber man ist im Park recht schnell alleine und er liegt auch direkt an einem Meereszipfel mit viel schöneren und weniger bevölkerten Stränden als in Noosa Heads direkt. Man kann sich hier also gut entscheiden ob man eher die Masse oder die Einsamkeit vorzieht.
Natürlich ohne mich mit Mückenzeugs einzuschmieren ging es dann einen 4km Waldpfad durch eine Art Dschungel mit derart vielen Mücken, dass ich am Ende total zerstochen in der Alexandria Bay an der östlichen Pazifikküste angekommen bin. Aber die Alexandria Bay ist wirklich genial und es lohnt sich, sich bis dorthin durchzuschlagen. Man kann aber auch direkt den blauen Pfad im Norden direkt an der Küste nehmen – da gibt es längst nicht so viele Mücken. Den haben wir übrigens auf dem Rückweg eingeschlagen. Ganz an der nordöstlichsten Spitze liegt Hells Gate, eine Art Felsformation die wohl aussehen soll wie ein Tor oder so, die genaue Hintergrundgeschichte ist mir nicht bekannt. Hier kann man sich aber sehr nett hinsetzen und die Aussicht und den frischen Meereswind genießen, außerdem gibt’s hier wohl oft Delfine und Meeresschildkröten zu beobachten – ich war aber mal wieder blind und hab natürlich nix gesehen. Aber hab ja noch bisschen Zeit hier um das noch zu erledigen. Ein paar Australier standen direkt neben mir und haben ständig eine Schildkröte gesehen. Aber immer wenn ich dann dahin geschaut hab war sie schon wieder abgetaucht. So was doofes, aber egal. Wer weiß was die wirklich gesehen haben ;)
Im Dschungel vorher habe ich übrigens endlich mal ne richtige Spinne gesehen – die hatte ihr 1 Meter großes Netz über den ganzen Weg gespannt und wir wären da fast rein gelaufen. Wirklich riesig. Mit Beinen schätze ich ihre Größe mal auf ca. 12 – 15 Zentimeter. Allein ihr Körper war riesig, mit dicken großen Fangzähnen. Igitt! Haben dann aus entsprechendem Abstand respektvoll Fotos von ihr gemacht, leider nicht ohne Größenvergleich – niemand wollte seinen Finger opfern und in die Nähe halten, damit man auf dem Foto die Größe erkennt… einfach mal die Fotos anschauen. Keine Ahnung was das für eine Spinne ist, vielleicht ist die ja auch total harmlos :) . Möchte trotzdem nicht, dass die in meinem Bett rumkrabbelt…
Ach, und noch was ganz anderes: Angeblich kann man von Australien ohne Porto Postkarten nach Deutschland schicken, da gibt es wohl irgendeine historisch bedingte Abmachung. Ob das stimmt, keine Ahnung (hier machen das wohl alle so, also kann ich schlecht dran zweifeln) – ich werde es aber auf jeden Fall einfach auch mal testen und wenn es funktioniert lasse ich es Postkarten regnen ;)
Hab am Abend dann noch meine Busreservierung nach Noosa Heads erweitert und fahre nun am morgigen Tag gleich bis nach Hervey Bay (über 5 Stunden…), da ich das was ich eigentlich in Noosa Heads sehen wollte (den Nationalpark) schon von Maroochydore aus gesehen hab. Noosa ist zwar nett, aber mir glaub ich gerade etwas zu voll (es sind auch gerade Ferien). Wahrscheinlich gibt’s in Hervey Bay die gleiche Situation aber das Örtchen kenne ich noch nicht. Also nix wie hin da. Ist auch der Standard – Ausgangspunkt für Fraser Island – mal schauen ob ich da was gebucht bekomme.

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Maroochidore 23.09.2007
Heute musste ich aus dem Hostel auschecken, aus dem einfachen Grund weil ich nicht länger bezahlt hatte. Irgendwie reichten mir 4 Nächte Brisbane erstmal aus und ich hatte mir bereits am Samstag ein Premier Motor Service Ticket nach Cairns besorgt (das ist so etwas wie Greyhound, etwas günstiger aber nur an der Ostküste verfügbar – die Fahrt bis Cairns kostet 220 Dollar (~ 140 Euro), für die über 2000 Kilometer, das Ticket ist 2 Monate gültig und ich darf so oft stoppen wie ich will… das einzige Problem sind eigentlich nur die 2 Monate Gültigkeit, aber das passt schon irgendwie… man ruft übrigens einfach einen oder zwei Tage vorher an und reserviert sich den Platz im Bus, dann passt das schon und man wird zur gegebenen Zeit von Punkt X aufgesammelt. Von Brisbane bis Cairns fährt der Bus übrigens in schlappen 29,5 Stunden durch ;) ). Eigentlich wollte ich ja gar nicht in Richtung Norden, aber Fraser Island und die Wärme haben mich jetzt doch erstmal angelockt. Es ist hier nämlich immer noch extrem kalt sobald die Sonne um halb 6 untergegangen ist… lange Hose und Pulli sind da unverzichtbar und eigentlich immer noch nicht ausreichend. Ich hab hier abends draußen schon wirklich viel gefroren und erhoffe mir im Norden auch ein bisschen eine Veränderung dieses Zustands oder ich erspare mir zumindest den ständigen Wunsch nach meiner Winterjacke und einer Zentralheizung.
Nun, um 14 Uhr sollte der Bus gehen. Praktischerweise konnte ich das Gepäck schon vorher aufgeben, machte noch eine Reservierung in einer Jugendherberge in Maroochidore (das Ziel des heutigen Busfahrtages, ca. 1,5 Stunden nördlich von Brisbane gelegen) per öffentlichem Fernsprecher der mich meines kompletten Kleingeldes beraubte und bin dann in der noch verbleibenden Zeit schnell ein Handy kaufen gegangen – frei nach dem Motto im Vodafone Shop: „Geben Sie mir bitte das billigste Handy mit Prepaid Karte das sie auf Lager haben“. Mit den Gedanken freudig in den guten alten Zeiten schwärmend trottete ich dann glücklich davon, denn nun bin ich Besitzer eines wunderbaren Nokia – Mobilfunkgerätes, welches mit einem ganz tollen Monochromdisplay ausgestattet ist und zu meiner besonderen Freude genau die gleichen Funktionen hat wie mein erstes Nokia von vor 7 Jahren: Telefonieren und SMS schreiben! Was will ich mehr? Diesen ganzen neumodischen Schnickschnack braucht doch eh kein Schwein.
Die Busfahrt selber ging dann recht zügig und bequem voran, es gab einen Film dessen Ende ich nicht mehr miterleben durfte da ich vorher ausgestiegen bin und dann stand ich letztlich um 16 Uhr in Maroochidore auf irgendeinem einsamen Platz mit einer einheimischen Australierin, die mir sofort eine Mitfahrt in ihrem Auto anbot um mich mit meinem Gepäck zur Jugendherberge zu kutschieren. Wirklich cool und echt freundlich.
In der Jugendherberge dann das übliche Erwachen, dass ich eigentlich doch in Deutschland bin, denn sowohl fast alle Leute die dort rum saßen als auch die Person an der Rezeption sprachen Deutsch – das kann echt nicht sein. Habe dann raus gefunden, dass es sich eigentlich um ein Working – Hostel handelt. 80 Prozent der anwesenden Gäste waren alles Langzeitbewohner die seit einigen Wochen auf Erdbeerfarmen in der Nähe von Noosa Heads arbeiteten. Was soll’s. Es gibt übrigens Gratis – Frühstück. Sehr genial. Hab dann auch gleich noch jemanden getroffen der am nächsten Tag in den Noosa Nationalpark gehen wollte, da bin ich dann gleich mal mit eingestiegen, obwohl ich Noosa ja erst ab Dienstag sehen wollte (wollte dann dahin umziehen ins nächste Hostel).

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Noch mehr Sightseeing 22.09.2007
Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen… Heute gab es die Roma Str. Parklands (eine weitere Grünanlage in der Stadt), noch einmal den botanischen Garten (mir wurde erzählt dass wohl am Wasserfall beim See im nördlichen Teil des Gartens immer irgendwelche Echsen sitzen sollten – das musste ich natürlich überprüfen, siehe Fotos…), eine Überquerung der Story Bridge zu Fuß (ich glaube da hat jemand versucht die Harbour Bridge in Sydney zu kopieren … ??), einen Besuch im Valley (einer Ausgeh – Gegend von Brisbane… aber ich glaub ich war zur falschen Zeit dort…) und China – Town (wo die Straßenschilder in zweifacher Ausfertigung rumhängen - in Englisch und Chinesisch - und ansonsten mit Hilfe von kitschigen Springbrunnen der Eindruck zu erwecken versucht wird, dass man in China wäre…). Und dann noch zum Abschluss bei Einbruch der Dunkelheit eine kleine Nachtfoto – Session, ich konnte Brisbane ja nicht verlassen ohne ein paar Fotos der leuchtenden Hochhäuser gemacht zu haben.

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Mt. Coot-tha 21.09.2007
Ein Bankkonto wollte noch eröffnet werden - das wurde bequem in den Morgenstunden gemacht. Auch hier gabs einfach wieder einmal erfrischend wenig Bürokratie, das ging echt schnell und unkompliziert.
Der halbe Resttag wollte dann noch irgendwie sinnvoll genutzt werden und dann bin ich einfach mal in einen Touriinfopunkt gerannt und hab mir dort für einen bekannteren Aussichtspunkt in der Nähe mit dem wundervollen Namen „Mt. Coot – Tha“ erklären lassen wie man denn dort am besten hingelangt. Sofort in den Bus gehüpft, 30 Minuten zu einem lächerlichen Preis hinaufgefahren, inmitten von dutzenden anderen Touris die Aussicht genossen und dann nach ein paar Fotos schnell auf einen der wenig frequentierten Trekkingwege geflüchtet die es dort oben gibt. Ist echt schön dort und gab mir irgendwo schon so das erste Mal das Gefühl richtigen australischen „Busch“ zu erleben – auch wenn Brisbane echt um die Ecke ist und man von hier sogar noch die Geräusche der Stadt hören konnte. Aber es war halt wirklich niemand auf diesen Wegen und in der Abendsonne waren die Bäume mit dem leicht rötlichen Himmel im Hintergrund wirklich sehr nett angeleuchtet. Fast schon romantisch (okay – Busch ist mit Sicherheit echt was anderes, aber das war wirklich nett dort oben…).
Auf jeden Fall ging es dann in der Abenddämmerung wieder bergab, diesmal nicht mit dem Bus sondern mit den guten alten Füßen, immer irgendwie in die Richtung der Hochhäuser die sich gelegentlich mal zeigten und mir eine gewisse Navigationshilfe boten, denn eine Karte hatte ich von dieser Gegend bestimmt nicht. Alles irgendwo machbar – im Notfall einfach jemanden fragen. Aber war auch nicht wirklich schwer den Weg zu finden. Nur tat am Ende dann doch einiges weh, man wird halt älter. Aber da muss man durch. Also: Wenn man mal in Brisbane ist und Zeit über hat: Auf jeden Fall zum Mt. Coot – Tha hochfahren. Und das am besten nicht erst nachmittags so wie ich.

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Amtsgänge 20.09.2007
Eigentlich stand heute nicht wirklich viel auf dem Plan. Als allererstes musste ich zum Immigration Office in Brisbane latschen, einem Büro irgendwo im 13. Stock von einem der Hochhäuser in der Innenstadt in welchem dank einer defekten Aufklebermaschine länger als anscheinend üblich auf den kleinen Papierkleber für den Reisepass gewartet werden musste. War aber nicht wirklich wild, nach 30 Minuten war alles überstanden und vom überfreundlichen Beamten wurde mir noch alles Gute für das Jahr gewünscht, bevor der nächste Besuch im Tax Office auf der Liste stand um dort online (das hätte ich mal wissen müssen) die Steuernummer zu beantragen. Den Gang hätte man sich also auch sparen können, aber da es gleich neben dem Immigration Office lag war es nicht wirklich schlimm dort kurz aufzutauchen.
Dann war es aber auch erstmal genug offizieller Kram für den Tag - irgendwo wollte man ja auch endlich etwas von der Stadt sehen. Also ging es danach direkt in den botanischen Garten, der südlich der Stadt in dem unteren Teil des durch den Brisbane River gebildeten „U“ s liegt. Sehr nett angelegt und ideal um einfach mal auszuspannen. Gibt der Stadt sehr viel Grün zurück. Dann gings noch über die kleine Brücke südwestlich der Uni die im botanischen Garten liegt auf die andere Seite des Flusses zur South Bank – einem weiteren Grünstreifen der Stadt zum Ausspannen, Baden und Essen gehen. Kurz vor Sonnenuntergang bin ich dann noch in ein CityCat eingestiegen, eine Art Nahverkehrsmittel in Form eines Katamarans das einen über den Brisbane River (der sich ja durch die ganze Stadt schlängelt) bequem von einer Ecke zur anderen bringt. Wirklich ganz nett damit zu fahren und vor allem schnell. Und günstig. Kostet genau so viel wie eine einfache Busfahrt. Also ne richtig nette Stadttour gemacht, nur selbst organisiert und fast kostenfrei da Transportmedium Fuß (okay – und das Boot…).

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Kopfüber 19.09.2007
Yay! Brisbane. Nach einem recht angenehmen 15 Stunden – Flug mit kleinem Zwischenstopp in Singapore (ich habe die „Notausgang“ – Reihe mit unbegrenzter Beinfreiheit in der 777-300er mit der wir geflogen sind bekommen) bin ich morgens um 7 Uhr tatsächlich am anderen Ende der Welt aus dem Flugzeug ausgestiegen. Ein kleines Koala – Plakat begrüßte mich noch in der Gangway mit einem „G’Day“ und schon begann der ganz normale Einreisewahnsinn. Erst 30 Minuten in der Warteschlange für die Passkontrolle anstehen, sich einen wunderschönen Stempel im Reisepass abholen und dann nach dem Abholen des Gepäcks direkt in Richtung Quarantänekontrolle, noch einmal ca. 30 Minuten Wartezeit. Hier musste erst ein kleines Zettelchen abgegeben werden auf welchem versichert wurde was man alles nicht einführt (Pflanzen, Tiere usw. – was man halt so dabei hat) und dann kam das ganze Gepäck durch den Xray durch, sogar meine Brausetabletten die ich noch drin hatte (legal!) sind der Kontrolleurin aufgefallen und wurden von mir mit einem Nicken bestätigt als ich darauf angesprochen wurde. Dann war ich „frei“ – wie es der Beamte hinter der Kontrolle so nett zu mir sagte, als ich ihn fragte, ob ich denn noch mehr Kontrollen durchlaufen müsse.
Mit dem Shuttlebus ging es dann eine knappe Stunde quer durch die Stadt, ungefähr 10 Leute wollten von diesem an verschiedenen Hotels und Hostels abgeliefert werden, ich stand natürlich als letztes auf der Liste aber so gab es schon mal eine gratis Stadtrundfahrt zu Beginn… manchmal frage ich mich warum sich Leute die im Hilton wohnen die Strapazen eines Shuttlebusses auf sich nehmen und nicht das Taxi…
Das erste Hostel sollte das Banana Benders im nordöstlichen Teil der Stadt sein, ca. 15 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt. Recht nett und sauber meiner Ansicht nach und nach der ersten Einweisung und der Übergabe des Schlüssels für das 4er Dorm ging es dann sofort ins Bett. Auch wenn immer gesagt wird man solle nicht schlafen wenn ein Jetlag droht – ich wäre fast zusammen geklappt. Also hab ich mir zumindest 3 Stunden gegönnt um dann um 15 Uhr noch zu einem kleinen Schnupperbesuch und Lebensmitteleinkauf in Brisbanes Innenstadt zu starten. Und um geschockt festzustellen (okay – wenn ich mein Gehirn etwas mehr angestrengt hätte, wäre ich wohl auch von selbst drauf gekommen…), dass es hier saufrüh dunkel wird, um 6 Uhr ist es schon sehr finster. Auch wenn draußen so um die 25 – 28 Grad am Tag sind, die Tagesdauer entspricht vom Sonnenstand her einem März in Deutschland. Also früh aufstehen, damit man auch was vom Tag hat. Ach ja – Lebensmittel sind hier übrigens extrem teuer. Eigentlich ist hier ziemlich vieles ziemlich teuer, aber schauen wir mal. Und die Ampeln machen einen lustigen Ton wenn man rüber gehen darf. Und Englisch wird hier definitiv nicht gesprochen ;) Morgen oder so mehr. Jetzt schlafen.
            
            
  

Dubai Tag 2 17.09.2007
Es musste mal wieder ziemlich früh aufgestanden werden, da ich um ca. 7 Uhr am Dubai Flughafen jemanden, mit dem ich mich zuvor verabredet habe, treffen wollte. Also im Morgengrauen schnell ein Taxi geschnappt und in der Meeting Area vom Terminal 1 des Dubai Airports mit einem kleinen Papierschild, auf welches ich den Namen der entsprechenden Person raufgemalt hatte, rumgestanden - zusammen mit ca. 200 weiteren Personen von irgendwelchen Hotels, Transportunternehmen und Rundreiseunternehmen. Es war ein heilloses Durcheinander und wir hätten uns beinahe verpasst, es hat aber zum Glück alles geklappt. Nach dem ersten Temperaturschock für den Neuankömmling ging es danach direkt zurück in die Herberge, den zweiten Tag Stadtbesichtigung mussten wir aufgrund von Müdigkeit und extremer Hitze auf den Nachmittag verschieben.
Am Nachmittag fuhren wir dann mit einem Taxi direkt zum Burj al Arab, dem segelförmigen Hotel auf einer aufgeschütteten Insel im südlichen Teil von Jumeirah für die betuchteren Gäste dieser Welt. Es ist doch ganz schön weit außerhalb gelegen, ein Schweizer den ich dort am Strand getroffen hab, sagte mir er wäre mit dem Bus angereist, dies hätte jedoch vom Stadtzentrum aus 1,5 Stunden gedauert. Da waren wir mit unserer 30minütigen Taxifahrt von Al Qusais aus (da wo die Jugendherberge liegt, nördlich vom Flughafen) noch ziemlich gut dran. Natürlich ist das Taxi teurer, aber die ca. 15 Kilometer quer durch die ganze Innenstadt über die Schnellstraße haben uns zu zweit 50 Dirham gekostet, also 5 Euro für jeden – meiner Ansicht nach ein guter Preis und viel angenehmer als Busfahren – auch wenn die Taxifahrer in Dubai einen mörderischen Fahrstil haben. Anschnallen ist da Pflicht. Das Busfahren an sich ist übrigens nicht schlimm und ein Taxi ist im Innenstadtverkehr auch nicht viel schneller, das Nervige ist einfach das Verstehen des Busfahrplans, vielleicht bin ich aber auch einfach zu blöd oder mein Stadtplan war einfach nicht detailreich genug… ich hab die Busstationen auf jeden Fall nie gefunden und eine Abbildung der Buslinien gab es nicht wirklich oft.
Das Hotel selber ist schon sehr beeindruckend, leider kann man ohne die 200 Dirham Eintritt zu zahlen (ca. 40 Euro) nicht wirklich nah ran. Die beste von uns ausgemachte Position zum kostenlosen bewundern ist somit eigentlich der noch recht nah gelegene Strand nördlich vom Hotel, direkt neben dem Jumeirah – Hotel (auch die „Welle“ genannt). Hier konnten wir auch wunderbar im Badewannenwasser vom Golf baden. Sehr angenehm aber nicht wirklich eine Erfrischung aufgrund der hohen Temperatur. Aber direkt neben dem Burj al Arab schon ein Erlebnis. Es war hier auch nicht wirklich viel los. Also zu empfehlen. Eine Dusche zum Salzwasserabduschen gabs auch, nur nix zum Umkleiden. Außerdem einen kleinen Laden gegenüber vom Jumeirah.
Nach dem Badevergnügen und kurzen Versuchen noch weiter an das Burj al Arab heranzugelangen nahmen wir dann ein weiteres Taxi in Richtung Burj Dubai, dem mittlerweile höchsten Gebäude der Welt. Momentan ist es wohl etwa 545 Meter hoch, niemand weiß wie hoch es wirklich letztlich werden soll, die Bauherren schwärmen von 700 – 800 Metern. Unvorstellbar wenn man sich im heutigen Zustand davor stellt, denn das Ding ist wirklich jetzt schon gigantisch. Vom Taxifahrer ließen wir uns direkt zum Sales Center fahren, wenn man das nötige Kleingeld hat kann man hier wohl direkt eine hübsche kleine Wohnung im gerade entstehenden Hochhaus nebenan erwerben. Außerdem sollte es im Sales Center noch mehr Informationen über den Turm geben, war aber wohl aufgrund von Ramadan geschlossen. Machte aber nix, von hier gab es mit Sicherheit den aktuell besten Blick auf den Turm bei einsetzender Abenddämmerung, das einzige Problem war, dass wir in einer gigantischen Baustelle gefangen waren in welche sich nie ein Taxi verirrte und aus der wir zu Fuß nur sehr schwer wieder hinausgefunden haben. Wir mussten uns jedenfalls an jeder Straßenkreuzung bei den freundlichen Bauarbeitern aus Indien und Pakistan schlau machen, wo es denn am günstigsten wäre langzugehen, in Dubai passiert es gerne mal dass eine Straße plötzlich für Fußgänger nicht weiter benutzbar ist, es sei denn man möchte den grausamen „dummer Tourist liegt platt und überfahren auf der Straße“ – Tod sterben.
Neben dem Burj Dubai wird es übrigens wohl noch mehr Wohnraum in Form von kleineren Hochhäusern und Parks mit Brunnen drum herum geben, alles ist hier in der Entstehung und man kann nur erahnen was da am Ende bei rauskommt. Es ist auf jeden Fall riesig. Wie alles in dieser Stadt.
            
            
  

Dubai Tag 1 16.09.2007
Etwas verplant war der Start in Dubai, da ich eigentlich gar nicht so recht eine Vorstellung davon hatte, was ich eigentlich sehen wollte und was nicht. Also ging es morgens um 11 Uhr mit zweistündiger Verspätung aufgrund massiven Schlafmangels in einer brütend heißen Mittagssonne und natürlich gut eingecremt zur Bushaltestelle vor dem Hostel wo ich zusammen mit ein paar anderen Leidensgenossen im Schatten versuchte, die Bedeutung des Busfahrplans zu entziffern (Die Leidensgenossen waren übrigens nicht wie zu vermuten ebenfalls Gäste aus dem Hostel sondern ganz normale Bürger Dubais…). Nachdem die mit höchster Wahrscheinlichkeit günstigste Linie ausgewählt worden war, mussten nur noch ca. 35 Minuten abgewartet werden, damit endlich der erhoffte Linienbus in Richtung Innenstadt bestiegen werden konnte. Ob der Fahrer wirklich verstanden hat, was ich von ihm wollte als ich mir nochmals mein Fahrziel bestätigen ließ, bleibt ungeklärt. Klar ist jedoch, dass ich nach einer einstündigen Fahrt durch die total verstopften Straßen von Dubai nicht wirklich dort rausgekommen war, wo ich erhofft hatte zu sein. Mein kleiner Fußmarsch begann also am Deira City Center, etwas südlich von der Al Maktoum Brücke gelegen, ca. 3 – 4 Kilometer vom eigentlichen Stadtzentrum (wenn man es so beschreiben möchte) entfernt. Also bin ich am Dubai Creek entlang hoch bis zum alten Stadtzentrum von Deira zu Fuß gegangen – dort wo die Gold und Gewürzmärkte sein sollten, vorbei an zum großen Teil schon sehr modernen Hochhäusern, unter anderem den Twintowers direkt am Creek, einer Art Wahrzeichen dieses Stadtteils. Problematisch war eigentlich nur die Versorgung mit Flüssigkeit, aufgrund der enormen Hitze und der absolut ungünstigen Zeit für eine Stadtbesichtigung (aber was blieb mir anderes übrig? Die wenige Zeit wollte ja genutzt werden…) musste extrem viel getrunken werden – doch genau das war das Problem. Es war Ramadan und kein einziges Restaurant hatte seine Türen für mich geöffnet. Die einzige Möglichkeit waren Getränkeautomaten, von denen am Creek einige aufgebaut waren und mit deren Hilfe einem für den Gegenwert von einem Dirham ein halber Liter Wasser versprochen wurde. Leider waren diese Automaten bis auf ein besonders lobenswert hervorzuhebendes Exemplar sehr betrügerisch veranlagt und so kostete es mich mehrere Versuche und einiges meines beschränkt verfügbaren Münzgeldes, bis ich mich endlich Besitzer von drei wunderbaren kleinen Flaschen Wasser nennen durfte. Noch nie habe ich mich so sehr über so etwas Simples gefreut. Jetzt musste nur noch ein entsprechendes verstecktes Örtchen gefunden werden wo ich ohne Ärgernis zu erregen (Ramadan!) trinken konnte – bereits am Getränkeautomaten wurde ich freundlich von einem Einheimischen darauf hingewiesen doch bitte Rücksicht zu nehmen. Das habe ich selbstverständlich beachtet.
Gegen 15 Uhr war das gesamte Programm in Deira abgeschlossen und ich wählte wieder den Bus als Transportmedium, um mich in Richtung Sheikh al Zaid Road fahren zu lassen (das ist die berühmte von diversen Hochhäusern gesäumte Straße in Jumeirah, die man meistens zu sehen bekommt wenn man irgendwelche Bilder von Dubai anschaut, frei nach dem Prinzip: „Wüste, Hochhäuser, Straße, Hochhäuser, Wüste“). Bei Trade Center Junction 1 begab ich mich dann zu Fuß auf der Westseite der gigantischen Schnellstraße in Richtung Süden, bis in etwa auf die Höhe der Baustelle vom Burj Dubai. Dort angekommen stürmte ich einen erspähten Supermarkt und deckte mich mit allmöglichen essbaren Dingen ein, um dann im Sonnenuntergang während der Betrachtung des Burj Dubai mein Fasten zu brechen und nach 24 Stunden das erste mal wieder etwas Festes zu mir nehmen zu können. Dann gings die gesamte Sheikh al Zaid Road wieder zurück – zu meiner Ernüchterung auf der gleichen Seite - denn ohne ein Taxi ist eine Über- bzw. Unterquerung an dieser Stelle der Straße schlichtweg ein von Suizidgedanken untermauertes Vorhaben.
Wieder an den Emirates Towers angekommen ging es dann nur noch in ein Taxi und über die mautpflichtige Schnellstraße in 20 Minuten zurück zum Hostel. Insgesamt gesehen ist es nicht wirklich eine romantische Gegend und auch der Lautstärkepegel dieser Straße liegt als Fußgänger weit über dem Zumutbaren, allerdings kann ich jedem einmal einen Spaziergang hier ans Herz legen, denn die Hochhäuser auf beiden Seiten sind mehr als beeindruckend und man kann Abends tolle Nachtbilder machen. Wem die Lauferei zuviel ist, der kann das ganze natürlich auch mit einem Taxi abkürzen. Überhaupt ist das Taxifahren in Dubai vom Produktivitätsaspekt her das günstigste Verkehrsmittel. Busse kommen oft zu spät oder stecken ewig im Stau fest. Das kann Taxen natürlich auch passieren, aber diese gibt es überall, meistens muss man nicht länger als eine Minute an einer beliebigen Straße im näheren Zentrum Dubais warten und man wird schon freundlich angehupt ob man denn nicht mitfahren möchte. Preislich gesehen zwar nicht so günstig wie der Bus aber verglichen mit Deutschland immer noch ein absolutes Schnäppchen. Umwelttechnisch gesehen ist das ganze aber natürlich eine Katastrophe. Zum Glück wird gerade am Dubai Metro Project gearbeitet, vielleicht wird es dann ja etwas besser mit den chaotischen Verkehrszuständen in Dubai.
            
            
            
          

Flug nach Dubai 15.09.2007
Ich habe mir natürlich einen ganz tollen Tag ausgesucht, um von Hamburg aus nach Dubai zu fliegen… ausgerechnet heute sind in Hamburg die Airport Days – im Prinzip eine riesige Flugshow - für welche die Leute aus allen Ecken der Region anreisen und die Umgebung des Flughafens mit ihren Autos verstopfen. Da hat man dann ja doch schon Angst, dass man da in einem gigantischen Stau landet. Also habe ich mich von meinen Eltern überpünktlich zum Flughafen chauffieren lassen, damit auch ja nix schief geht. Das wurde dann sogar noch belohnt, um 11 Uhr sollte der A380 für die Flugshow über Hamburg kreisen und dann dort landen. Und um 11 Uhr waren wir kurz vorm Flughafengelände, da fährt man links von der Landebahn entlang und genau als wir dort vorbeigefahren sind ist er gelandet. Perfektes Timing.
Letztenendes sind wir dann fast 4 Stunden vor Abflug angekommen, zu früh war das auf jeden Fall nicht. Der Check – In Schalter von Emirates machte pünktlich wie auf der Webseite angekündigt 3 Stunden vor Abflug auf und ich war fast einer der ersten beim Check – In. Also alles wunderbar. Fensterplatz bekommen, vegetarisches Menü bestätigen lassen, Gepäck abgegeben, noch einen Kakao mit meinen Eltern getrunken, Abschied genommen und mich dann in die Maschine gequetscht. Ein A340-500, vorletzte Reihe – wieder einmal das Klohausnäheproblem. Aber diesmal war es geruchstechnisch gesehen längst nicht so schlimm wie auf dem Flug nach Bangkok.
Toll fand ich in dieser Maschine übrigens die Möglichkeit über das Videodingsda im Vordersitz eine „vorne aus dem Flugzeug rausgucken“ – Kamera zu aktivieren… da braucht man fast keinen Fensterplatz mehr. Vor allem beim Landen war das sehr nett.
In Dubai gabs dann den üblichen Hitzeschock, die klassische 15 Minuten – Fahrt mit dem Airportbus zum Terminal, problemlose Einreiseformalitäten, einen schnellen Geldwechsel und die Suche nach einem Taxi, welches mich in die Jugendherberge bringen sollte die ich gebucht hatte. Übrigens ist die Jugendherberge von Dubai eigentlich direkt neben dem Flughafen – aber ein Taxi sollte man trotzdem unbedingt nehmen. Ist nämlich doch ein ganz schönes Stückchen, die Entfernungsdimensionen unterschätzt man hier gewaltig. Das Taxi vom Airport hat mich insgesamt 31 Dirham gekostet – ungefähr 6 Euro. 20 Dirham alleine war die Basisgebühr, anscheinend nehmen die Taxis die am Flughafen starten erstmal einen dicken Aufschlag… sonst liegt die Basisgebühr bei 3 Dirham bzw. bei 3,5 Dirham in der Nacht (ich hab nachgefragt… ab 22 Uhr ist es übrigens offiziell „Nacht“).
    

Nur noch ein Tag 14.09.2007
Es ist unglaublich, aber über 6 Monate Vorbereitungszeit sind nun vorbei und morgen geht tatsächlich mein Flieger in Richtung Australien. Ich fliege um kurz nach 3 von Hamburg aus nach Dubai und habe dort dann noch 3 Nächte Aufenthalt um mir die Stadt ein bisschen anschauen zu können. Mal schauen was das wird. Aufgeregt bin ich irgendwie immer noch nicht, keine Ahnung warum. Gestresst bin ich schon eher, in den letzten 2 Wochen war doch irgendwie noch sehr viel zu tun und es sind immer noch einige Dinge zu erledigen. Aber das wird schon…


 
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