Ich war wohl zu naiv zu glauben, dass ich mit einem Fahrrad von Adelaide bis Melbourne oder sogar noch weiter fahren könnte. Und das in der Zeit die noch übrig war. Und mit dem ganzen Gepäck, das ich mit mir herumschleppe. Nun ja, leider war das ganze Unternehmen zum Scheitern verurteilt, die gewonnene Flexibilität wurde durch die vielen nicht so angenehmen Aspekte dieser Tour zunichte gemacht und nach Tag 2 habe ich mir selbst die philosophische Frage „Was mache ich hier eigentlich??“ gestellt, deren Unvermögen sie zu beantworten das klägliche Ende meiner Tour in Murray Bridge zur Folge hatte.
Das Fahrrad wog mitsamt dem ganzen Gepäck eine halbe Tonne, ich war noch nicht mal mehr in der Lage das gesamte Rad am Sattel zu packen und hochzuheben. Gefahren hat sich das ganze Ding wie ein Motorrad, wenn das Rad kippte, dann kippte Kovu mit und fiel. Über den Sicherheitsaspekt hierbei möchten wir gar nicht erst reden. Jede kleine Bodendelle wurde durch das Gewicht zu einem sehr schmerzhaften Erlebnis in Po und Rücken. Nach Tag 2 konnte ich nicht wirklich mehr richtig laufen, jeder Tritt in die Pedale war ein Horror und am Ende habe ich alle 10 Minuten einen Stopp machen müssen. Die Adelaide Hills am ersten Tag waren eine Herausforderung und ich musste sehr damit kämpfen die 100 Kilometer der ersten Etappe bis Victor Harbor vor der Dunkelheit zu schaffen. Am zweiten Tag wurde es jedoch noch schlimmer. Die Dame von der Rezeption meines Hotels meinte am Vortag auf meine Frage hin ob es weiterhin so gebirgig bleibt: „It’s all flat“! Nun ja, es war tatsächlich flach. Hat aber an der Tatsache von extremem Gegenwind leider nicht viel geändert – ich wäre lieber noch einmal durch die Adelaide Hills gefahren, da gab es nach jedem Hügel immer wieder die entspannende Abfahrt. Die entfällt bei flachem Terrain und permanentem Gegenwind ungünstigerweise.
Soviel zu meinen Ausreden, aber was solls. Ich selbst bin die einzige Person, bei der ich mich für diese idiotische Idee entschuldigen muss… in Kürze heißt es dann wieder: Kovu macht Bustouren!
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Es ist kalt! Sehr kalt! ....
Im Januar irgendwie übersprungen, nun doch noch angeschaut! Flinders Ranges!
Melanie (ihre Wohnung belagere ich gerade während meines Aufenthaltes in Adelaide), Russell (ein Freund von Melanie aus Perth) und ich haben uns gestern zur Mittagszeit dafür entschieden, anstatt einem extrem teuren Zweitagestrip nach Kangaroo Island einfach mal die 400 Kilometer nach Norden in die Flinders Ranges zu fahren und die Natur dort zu genießen. Nach einem netten Übernachtungsstopp in Melrose sind wir heute direkt in den Flinders Ranges Nationalpark gefahren. Ohne 4WD ist man auch hier wieder etwas eingeschränkt was die Möglichkeiten angeht. Zwar kann man die meisten ungeteerten Straßen auch mit einem 2WD befahren, wenn man allerdings ein absolut neues Auto wie Melanie besitzt und einem der Lack des eigenen Autos etwas wert ist, sollte man die meisten Pisten hier doch eher meiden. Mit Karre wäre ich diese Straßen ohne Bedenken gefahren, da war der Lack aber auch mittlerweile egal…
Machte aber überhaupt nichts, denn die Straße zu einer der Hauptattraktionen, Wilpena Pound (eine amphitheaterartig wirkende Erhebung bis auf 1000 Meter) ist komplett asphaltiert. Hier haben wir uns auf den Mt Ohlssen Bagge Walk getraut, eine nette 3 Stunden Wanderung direkt vom Visitor Information Center aus auf den östlichen Rand vom Wilpena Pound, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die gesamte Umgebung hat. Im Information Center gibt es eine sehr gute Karte für Wanderungen in der Umgebung die meines Erachtens auf jeden Fall mitgenommen werden sollte. Es gibt hier eine große Anzahl an Wanderungen die man machen kann, unsere war mit Abstand eine der kürzeren und mit mehr Zeit kann man hier noch viel mehr machen.
Heute Abend werden wir zurück nach Melrose fahren um dann am nächsten Morgen noch Mt. Remarkable zu besteigen, einen 995 Meter Berg gleich nebenan.
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Es ist getan. Nach über 20000 Kilometern und über 4,5 Monaten, die mich Karre um diesen Kontinent gefahren hat, habe ich mich am gestrigen Tage leider von meinem geliebten Auto trennen müssen (Anm.: Die Kilometer in der Überschrift sind ungleich der Gesamtkilometer vom Auto, da ich während meiner Arbeitszeit in Donnybrook jeden Tag zur Arbeit gefahren bin und diese nicht in die Gesamtkilometer der eigentlichen Reise mit eingerechnet habe…). Verscherbelt habe ich es an einen der lokalen Autohändler hier, nicht wirklich viel bekommen habe ich von diesem, aber ich habe leider nicht die Zeit und auch nicht die Nerven hier noch eine Woche damit zu verbringen, das Auto für mehr Geld an irgendwelche armen Backpacker zu verkaufen. Nun darf ich wieder mit meinem riesigen blauen Rucksack durch die Gegend rennen, so wie ich es in den ersten 3,5 Wochen meiner Zeit hier in Australien schon getan habe.
Von gestern auf heute haben Caro, Frank1 und ich noch eine Nacht in einem Backpackerhostel hier in Darwin geschlafen – die nächste Nacht werde ich am Flughafen verbringen, denn ich habe für morgen früh um 3 Uhr einen Flug von Darwin nach Adelaide gebucht. In Adelaide werde ich planmäßig wieder ein paar Wochen bleiben, ich brauche definitiv Urlaub vom Urlaub (so komisch das auch klingen mag… aber die letzte Woche war für mich alles andere als Entspannung…). Wahrscheinlich werde ich beim Aussteigen aus dem Flugzeug einen Kälteschock bekommen, in Adelaide merkt man den australischen Winter etwas stärker – es sind zwischen 15 und 17 Grad momentan und nach 8 Monaten Hochsommer ist das dann doch schon ein ganz schöner Temperatursprung nach unten! Schauen wir mal.
Um die arme Stadt Darwin nun nicht ganz unkommentiert dastehen zu lassen (kann Darwin ja nichts dafür, dass ich meine Reisepläne das Auto angehend hier so drastisch ändern musste und das die Fähigkeit zur Begeisterung für Dinge durchaus eingeschränkt hat) noch ein paar Zeilen zu dieser kleinsten aller Hauptstädte:
Darwin gefällt mir. Wahrscheinlich, weil es alles andere als hektisch ist. Kein Wunder, bei irgendwas um 100.000 Einwohner. Durch das übliche quadratische Stadtzentrum kann man ohne Probleme von einer Seite zur anderen spazieren und alles was man braucht liegt gleich um die Ecke. Also irgendwie praktisch und gemütlich zugleich. Vor allem die vielen grünen Flecken außen rum sind schön. Das einzige was stört ist irgendwie der Flughafen. Der ist einfach zu nah am Stadtzentrum. Schön, wenn man mal zum Flughafen muss und der gleich um die Ecke liegt. Aber nicht schön, wenn rund um die Uhr ständig die Jumbos beim Abheben die Wände wackeln lassen. Ein Nachtflugverbot gibt es hier anscheinend nicht (wäre eigentlich praktisch, dann würde mein Flug auch nicht mitten in der Nacht gehen…).
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Bild 1912
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